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Freitag, 26. September 2008

Bitters Artikel

Stephen Beaumont wies mir den Weg zu diesem schönen Artikel über Bitters....

Samstag, 6. September 2008

Bittermens Breaks the TTB Barrier


Vor ein paar Tagen erhielt ich eine E-Mail von Avery Glasser, dem Kopf der aufstrebenden US Bitters Mitbewerberfirma "Bittermens", der erste Erfolge bei dem langwierigen US Zulassungsprozedere verzeichnen kann.

"To Everyone Patiently Waiting for Bittermens,

Today, we have made a giant step forward in the seemingly never-ending process of bringing Bittermens' Bitters to market. After almost 10 months of waiting, the TTB has finally approved our formulations and given us the go-ahead for the Xocolatl Mole and Grapefruit bitters.

We're not done with all of the bureaucratic red tape though. We still have to try and convince the town of Brookline to permit us to make the bitters in our kitchen. If they say yes - then we can move forward and start putting together our first legal batches in the next month or so!

If not, we'll have to find a bar, restaurant or other commercial kitchen we can use instead. It's actually not a big deal - just requires an amendment to the TTB, but in the long run, it might be much simpler. In case we end up going down that route, if anyone in the Boston area has a space that they're willing to donate to the cause - let us know!

Thanks for your continued support,

Avery and Janet
Bittermens, Inc."

Avery, der mit seiner Frau Janet schon in München & San Francisco lebte und derzeit in New York tätig ist, kommt in Kürze in die Stadt an der Isar um zümpftig mit Brezen, Maß und Blasmusik seinen Geburtstag zu feiern und es trifft sich gut, dass dieses am Tage vor Herrn Bergs Abreise zum BarConvent passiert. Demnach ist anzunehmen, dass ich das ein oder andere Fläschchen der "Konkurrenz" unter das Volk bringen werde.

Donnerstag, 14. August 2008

Fee Brothers...



hat einen "Rhubarb Bitters" auf den Markt gebracht. Gibt es einen Gegenschlag aus München?


Donnerstag, 7. August 2008

Paul Clarke-Cocktail Chronicles





Wie schon in früheren Posts bemerkt, war die internationale Blogger Szene nahezu vollständig in New Orleans zu den Tales of the Cocktail anwesend und gab sich zumindest teilweise zu erkennen. Jamie Boudreau und Jeffrey Morgenthaler kamen hier schon zu Wort. Der nächste ist Paul Clarke aus Seattle, der einer der ganz frühen Cocktail Blogger war und über viele Jahre der Leserschaft hochqualitative Artikel in seinen Cocktail Chronicles bescherte.

Während der Tales besuchte ich Pauls Seminar mit dem Titel
"Make your own Cocktail Ingredients", mit Beteiligung von Jamie Boudreau, Robert Hess, Erik Ellestad und John Deragon. Letzterer sprach über seine Aktivitäten rund um die Reentdeckung der schon legendären Abbott`s Bitters. Weitere Themen des Seminars, welches einen starken Bitters Fokus hatte, waren homemade Falernum, Swedish Punch, Orgeat, Caloric Punch, Picon(in den USA nahezu unmöglich zu bekommen-thanks to Diageo) und NYC`s Geheimwaffe PDT mit ihrem grandiosen Bacon infused Bourbon.
Jamie Boudreau entwickelte seine eigene Picon Rezeptur und ich muss sagen, er kam dem Original sehr nahe, wenn er auch nicht ganz die Komplexität einfangen konnte. Vom Aroma nahezu identisch.

Samstag, 5. Juli 2008

OH GOSH 2.0

Obwohl sich Jay Hepburn`s stets lesenswerter Blog OH GOSH schon immer wie 2.0 angefühlt hat, waren ihm wohl einige Stunden zusätzliche Tagesfreizeit vergönnt die er dem Redesign widmete.

Jay verdient seine Brötchen in der IT Branche , dies dürfte auch die excellente Umsetzung der neuen Seite erklären. Die Seite bietet neben bekannt hervorragenden Artikeln, jetzt auch eine komplette Drinks Datenbank.

Dass Jay ein bekennender Bitterholic ist, hat er mehrmals offen zugegeben, dass alle bis zum 27.7.2008 auf seiner Seite Kommentierenden wohl zu eben solchen gemacht werden sollen, war allerdings nicht abzusehen.

Freitag, 13. Juni 2008

SA-ZE-RAC

Wie drüben im Drinksblog berichtet, bemüht man sich im Staate Louisiana darum, den Sazerac Cocktail als offiziellen Cocktail von New Orleans von höchster Steller anerkennen zu lassen.
Unbestätigten Gerüchten zufolge wird die Geschichte und die richtige Zubereitung Teil des Lehrstoffs in den Schulen des Südstaates.

Montag, 9. Juni 2008

The Worlds most expencive Cocktail

Schon vor einiger Zeit geisterte wieder einmal die Meldung durch die Presselandschaft der Welt, dass es einen neuen "teuersten Cocktail der Welt" gibt. Diesmal erschaffen im Burj Al Arab in Dubai und diesmal mit kleiner Beigabe aus dem Hause TBT.
Felix Hartmann, hierzulande noch vielen bekannt als früherer Barchef des Hyatt in Köln, wechselte vor 2 Jahren in das prestigeträchtige Hotel und ist seit einem Jahr als Barchef für die Leitung von 5 hauseigenen Bars zuständig und ersann die Idee den Rekord, der bislang vom Merchant Hotel in Belfast durch die Zubereitung eines Mai Tai`s mit sagenumworbenen 17 jährigen Wray and Nephew Rums gehalten wurde, zu brechen. Dieses sollte allein auf den Zutaten basieren, einer schönen Idee, da sich Diamanten und Goldbarren nur schwer verdauen lassen.

Der 27321 war geboren.

27.321 (27th Floor and 321 Meter of Burj Al Arab) Price:27.321 AED

Kind of Drink:Old Fashioned Cocktail

Spirit used:
The Macallan 55 years Old Single Malt Whisky, Lalique Decanter, only 420 Bottles existing World Wide. The Macallan is known as the World Most precious Whiskey.

Bitters used: Every Old Fashioned Cocktail is made with Cocktail Bitters such as Angostura. The German Bitter Manufacture “The Bitter Truth” produced only for Burj Al Arab 4 Bottles of a special “Dried Fruit Bitter” which reflects the Aromas and tastes of the Whisky which is Predominantly Dried and Exotic Fruits. It took some time to research the Aromas and ingredients used to produce the Bitter.

Sugar used: The Sugar is prepared on the Mixology Trolley by our In House Mixologist. Brown Sugar is flavored with Fresh Passionfruit Passion fruit contribute the exotic sweetness.

Preparation: The Cocktails is made with Ice Cubes, made of Water directly from the Macallan Distillery in the Scottish Highland. This Water is used for all Macallan Whiskey to produce. The Cocktail is furthermore prepared and stirred with a Wood Stirrer, carved out of a piece of Oak from a original Macallan Sherry Cask. The Stirrer adds Aroma and a special touch of flavor to the drink.

Presentation:
The Cocktail is served in Baccarat 18 Karat Gold Tumbler which the Guest can take away along with a tailored Box for the Glass and a Certificate of the Purchase.

Availability: The Cocktail will be only made 10 times available to the public

Da knapp 5000€ natürlich kein "Pappenstil" rechnete man eigentlich nicht damit den Cocktail sofort zu verkaufen. Weit gefehlt! Schon nach wenigen Tagen zelebrierten 2 wohlhabene Amerikaner ihren Erfolg mit dem Erwerb gleich zweier Cocktails. In der Zwischenzeit wurden weitere 2 Drinks verkauft. Man kann nur hoffen das sich die Käufer an die gängige 10% Tip Regel hielten und nicht am falschen Fleck gespart haben.

Der Verkauf brachte dann auch den Eintrag in das Guinessbuch der Rekorde Edition 2009, welche im September erscheinen wird.



Felix Hartmann befindet sich momentan auf Deutschlandurlaub und brachte mir einige Eindrücke des Abends mit an dem er 2 Cocktails für 10.000€ verkaufte.
Interessenten sollten sich beeilen, 6 Drinks sind noch zu haben.



Mittwoch, 14. Mai 2008

Celery Bitters anyone?


Die baldige Verfügbarkeit des neuen The Bitter Truth Celery Bitters lag ja nun schon seit einiger Zeit in der Luft und bislang erreichten nur wenige Flaschen die Bartresen des Landes.
Nun ist das Produkt in ausreichender Zahl verfügbar und somit beginnt ab sofort der Verkaufsstart über Drinkology.de.

Wayne Collins bewarb die neuen Celery Bitters kürzlich in seiner BBC Sendung "Something for the weekend" in Großbritannien und weckte umgehend Begehrlichkeiten auf die wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht eingestellt waren.
Jetzt dürften diese aber innerhalb kürzester Zeit bedient werden.

Beim diesjährigen BOLS Barcoaching überreichte ich Naren Young und Wayne Collins eine der ersten Flaschen und diese entwickelten umgehend die erste Anwendungsmöglichkeit neben der altehrwürdigen BLOODY MARY.

THE GARDEN & TONIC

5 cl London Dry Gin
2 cl Bols Maraschino
2 dashes TBT Celery Bitters
1 Gurkenscheibe
5-6 Minzblätter
Tonicwasser

Alles im Longdrinkglas mit viel Eis kombinieren und verrühren.
Wohlbekomm`s!!!

Auf der offizellen Homepage von The Bitter Truth sind die Bitters noch nicht gelistet, dies wird in wenigen Tagen nachgeholt.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Bittermens Bitters

Bislang glaubte ich eigentlich alle Bittersmarken die global am Start sind zu kennen, über Nacht wurde ich nun doch eines besseren belehrt. Es erreichte mich eine E-Mail von Avery Glasser, der mir von seiner jüngst gegründeten Unternehmung Bittermens Bitters berichtete.

Liest man sich durch die Homepage der Firma ist man versucht zu glauben, dass das deutsche Modell der Bittersfertigung im Small Batch Verfahren international Schule macht und es bald einen neuen Mitstreiter an der Bittersfront gibt.

Die Firma wurde von Avery und Janet Glasser mit Unterstützung von Christopher Ravlin gegründet. Avery und Janet wohnten bis vor kurzem in San Francisco , sind nun aber nach New York umgesiedelt. Das ungewöhnliche an dieser Firma und ihren überaus interessanten Bitters (Xocolatl Bitters - Chocolate Spice, Grapefruit Bitters, Sweet Chocolate Bitters) ist der Umstand, das man sie noch gar nicht kaufen kann.

Man leidet wieder einmal unter den strengen FDA Regularien in den USA und kämpft sich durch die Bürokratie um den "nonpotable Status" und somit steuerliche Vorteile zu bekommen.
Momentan gibt es erste Abfüllungen im Milk & Honey und im Death & Company in New York.

Das Büro Süd wird im Zuge einer kleinen Werbetour für die heimische Bittersmarke in Kürze vor Ort sein und weitere Einzelheiten aus Avery Glasser herauskitzeln. Samples der neuen Bitters wurden schon zugesichert und eine Verkostung und Besprechung wird es bald an dieser Stelle geben.

Sehr sympatisch ist auch die Aussage auf der Homepage, das man den bisher grössten Ansatz von 1,2 Litern zur Abfüllung gebracht hat(ja, ja da werden Erinnerungen wach) und das der Sweet Chocolate Bitters ein "happy Accident" war.

Samstag, 4. August 2007

Darf es ein bißchen mehr sein...

Kürzlich entdeckte ich das"World Headquarter of the Bitters Club" in Nelsons Hall auf Washington Island irgendwo in Amerika.

Der kühne dänische Gründer der Nelsons Hall, Tom Nelson hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, täglich bis zu einem Pint(mehr als einen halben Liter!!!) Angostura Bitters zu trinken und schrieb diesem Ritual auch seine beste Gesundheit und sein hohes Alter zu.
Er war den Bitters dermassen verfallen, dass er während der Prohibition eine Pharmacy Lizense beantragte und erstaunlicherweise auch erhielt und konnte somit sein Etablissement auch in der "Trocken Zeit" geöffnet halten. Dies brachte der Nelsons Hall den Status des am längsten durchgehend geöffneten Saloon im Staate Wisconsin ein.

Der Ritus der etwas ausgedehnten Einnahme von Angostura Bitters hat sich über die Jahre auf die Klientel übertragen und brachte dem Haus einen Eintrag in das Guinessbuch als grösster Einzelhändler für Angostura Bitters ein.
Mehr als 10.000 Menschen treten jedes Jahr dem Bitters Club bei. Nach dem Konsum eines Shotglasses voll Bitters gibt es eine offizielle Mitgliedskarte(oder war es ein Krankenschein?).
Kein Wunder, das der Angostura Bitters Pro Kopf Verbrauch in Nelsons Hall der höchste in der Welt ist.

Vom geschäftlichen Standpunkt her würde ich es begrüssen, wenn Herr Meyer ein ähnliches Ritual beim "Le Lion" einführt, wobei eine deutsche Marke zu favorisieren ist.
Die erste Kiste geht aufs Haus!

Mittwoch, 25. Juli 2007

More Bitters...

Wie bei Paul Clarkes "Cocktailcronicles", nach aufregendem Aufenthalt bei den Tales of the Cocktails in New Orleans, zu lesen war, war auch Joe Fee (Fee Brothers Bitters) mit von der Partie und überraschte mit einem neuen Grapefruit Bitters und einem Spiced Syrup.

Auf der Webside gibt es noch keinen Hinweiss darauf, aber wenn Paul es sagt wird es stimmen.
Es gibt also weiter Bewegung im Bitters Segment-ich werde ein Fläschchen besorgen!

Mittwoch, 27. Juni 2007

Der Trend geht zum zweit Bitter


Die Wine & Dine Ausgabe der NY Times veröffentlich heute einen lesenswerten Artikel über Bitters von Rob Willey. Der Trend geht zum Zweit Bitter! Das Foto mit der Auswahl des Death & Co ist schon beindruckend. John Deragon (eGullet) aufwendiges Verfahren einer ABBOT BITTERS Herstellung und bekannte Verdächtige wie Ted Haig und Robert Hess. Wie man bei der Diskussion um Stephans Fee Brothers Post schon erkennen kann, macht es durchaus Sinn mehrere Bitters zur Hand zu haben, da es hier ab einem gewissen Niveau auch wiedermal keinen Generalisten zu geben scheint. Allein die Verfügbarkeit einer großen Bittersauswahl ist in Deutschland noch nicht gegeben. Meiner persönlichen Meinung nach, macht sich ein Riemersschmied Orange Bitter nicht so gut auf dem Barboard.

Dienstag, 26. Juni 2007

Fee`s Whiskey Barrel Aged Bitters

Vor wenigen Tagen erhielt ich nun die lang angekündigten neuen Fee Brothers Whiskey Barrrel Aged Aromatic Bitters die in limitierter Stückzahl angeboten werden. Es soll sich um ein Experiment der Firma handeln, bei dem man sich zweier gebrauchter Tennessee Whiskey Fässer bediente, ich schätze mal es handelt sich um Jack Daniels Fässer.

In Erwartung eines echten Paukenschlages, wie es der Agingprozess durchaus im Stande ist zu vollbringen (man denke nur an die grandiosen Bitters der Firma Abbott denen man gleiches zuteil werden lies), öffnete ich nun gestern besagte Flasche und stellte sofort fest, dass man sich der normalen Aromatic Bitters des Hauses bediente und auch bei dem "Premiumproduct" wieder nicht auf das Glycerin verzichten konnte.

Wer möchte den bitte schön Glycerin in seinem Cocktail?

Die Beimengung von Glycerin ist eine Mode moderner Bittershersteller und findet sich in keinem mir bekannten Bitters aus der Vergangenheit.

Da es sich bei den Fee`s Bitters allesamt um Produkte handelt die nicht in einem Mazerationsprozess gefertigt werden, ausschliesslich auf Ölen und Konzentraten basieren und zudem einen äusserst niedigem Alkoholgehalt besitzen(mit 17,5 % Vol. ist der Aromatic Bitters schon eine richtig hochprozentige Ausgabe), kann ich es mir so erklären, dass man sich des Glycerins bedient um dem Produkt Stabilität zu geben.
Da sich die unschöne Glycerinbeigabe auch bei dem neuen Angostura Orange Bitters wiederfindet, kann man nur an die Vernunft der Konsumenten appellieren verstärkt auf Qualität zu achten um hier nicht langfristig den Bezug zur Funktion der Bitters zu verlieren.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Bitters and the Manhattan with Robert Hess

Auf Smallcreen Network gibt es seit einiger Zeit eine Reihe von Online Demonstrationen über Cocktails und ähnliches. Der Mastermind hinter diesem ist kein geringerer als Robert Hess und in der erst küzlich veröffentlichten Folge widmet er sich dem Thema "Bitters und der Manhattan Cocktail"(auch wir widmeten uns diesem Thema schon des öfteren!).

Er erklärt sehr schön warum es so wichtig ist Bitters(speziell in einem Manhattan) zu verwenden und gibt einige Einblicke in die Geschichte von Bitters und deren Gegenspielern in diesem Drink.
Das sich unsere kleine Bittersmanufaktur im Süden des Landes als würdig erwiess, sich neben die "Bigplayer im Bittersgeschäft" gesellen zu dürfen, sorgt für freudige Stimmung.
Wie mir Robert kürzlich mitteilte ist in Zukunft die wöchentliche Ausstrahlung einer neuen Episode geplant.

Samstag, 16. Juni 2007

Angostura Orange Bitters- first bottles

Wir hatten es ja nun schon ausgiebig angekündigt, dass der neue Bitters aus dem Hause Angostura in Kürze mit brachialer Distributionsmacht auf die Märkte dieser Welt geschleudert wird.

Nachdem erste Versuchsfläschchen schon im vergangenen Herbst auftauchten, hat man sich nun auf eine Formel geeinigt und präsentierte einige wenige Flaschen auf der diesjährigen Londoner Barshow. Es war mir allerdings, selbst mit intensiver Hilfe von Mickael Perron (Brandambassadors der Firma), nicht möglich während der Messe eine Flasche zu erhalten(ein Herr aus Köln nahm die wohl letzte Flasche an sich).

Umso mehr gilt der Dank Mickael, der mir eine Flasche im Anschluss zustellen lies.

Es verbittet sich von meiner Seite eine Stellungnahme zu dem Produkt abzugeben, um die journalistische Glaubwürdigkeit zu wahren.
Ab Ende des Jahres in den Regalen, wird das Urteil bald gefällt.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Jerry Thomas-Own Decanter Bitters

Es gab Zeiten, da gehörte es zum Guten Ton, dass ein jeder Bartender oder zumindest jedes gehobene Etablissement sein eigenes Elixier zur Linderung von Unwohlsein für seine Ehrenwerte Kundschaft bereithielt. Wurden Bitters doch aus einer medizinischen "Notwendigkeit" verabreicht, so gab es durchaus die ein oder andere Marke, die hielt was ihre geistigen Väter erdachten.
So wie man heutzutage selbstverständlich zu einem Fernet, Unicum, Borgmann oder Löwentor greift, so war es "in der guten alten Zeit" mangels Verfügbarkeit notwendig selbst Hand anzulegen. Hatte dies zum einen den Vorteil, den Gästen jeweils ein individuelles Produkt anbieten zu können und zum anderen mussten sich die Herren Bartender intensiv mit Kräutern und Gewürzen, mit Mazeration und Reduktion auseinandersetzen.
Barlegende Jerry Thomas war hierbei keine Ausnahme und kredenzte offensichtlich seinen Gästen ein magenschonendes Gebräu, dass er in seinem Bartenders Guide veröffentlichte.

“JERRY THOMAS`” - OWN DECANTER BITTERS

1/4 pound of raisins
2 ounces of cinnamon
1 ounce of snakeroot
1 lemon and 1 orange cut in slices
1 ounce of cloves
1 ounce of allspice

Fill decanter with Santa Cruz rum.
As fast as the bitters is used fill up again with rum


Die Rezeptur scheint einfach aufgebaut, die Schwierigkeit bildet Snakeroot. Da es davon etliche, in verschiedenen Teilen der Welt heimische Arten gibt, kann man an dieser Stelle nur mutmaßen. Wir bei The Bitter Truth gingen davon aus, dass es sich um eine amerikanische Sorte handeln könnte und haben eine kleine Menge nach dem Rezept von Herrn Thomas angefertigt. Das Ergebniss ist ausgesprochen trocken mit harmonischem Geschmacksbild und läd vordergründig dazu ein sich ein 2 cl Gläschen nach dem Essen zu genehmigen.
Der Stil des Bitter ist traditionell mit schweren warmen Aromen.

Donnerstag, 19. April 2007

Bols Angostura Bitter



Der "Reisende Tom" schickte heute eine kurze Mail:

"gestern abend stippvisite im shepheard. rico albrecht zeigt mir seinen neuesten ebaykauf:
angostura bitter von bols in der handlichen xl-flasche.
gruss aus köln, tom."


Dienstag, 17. April 2007

Hamburger Bitters

















Am vergangenen Wochenende hatte Stephan Berg zum Treffen der Traveling Mixologists einen ganzen Koffer voll Bitters mitgebracht. Neben einer sehr kleinen Auflage von TBT Sloe Berry Gin (Herr Hauck konnte frische Schleen ernten) und einer aus New York stammenden Essenz für selbst gemachtes Tonic Water gab es u.a. einen echten alten Peychauds, einen Abotts, einen Angustora Orange Bitter und einen Renaults Bitter.
















Nicht schlecht staunte der Meister der süddeutschen Bitters Schmiede als Ihm zwei hanseatische Profi Trinker eine Bittere Wahrheit überreichten - einen echten Hamburger Bitter! Handgelabelt, erstes Fass. Herr Berg attestierte nach kurze Probe einen Ausgewogenen Geschmack und einen gelungenen Gesamteindruck

















Das Hamburger Bitters Rezuept entstammt dem Handbuch der Drogistenpraxis von 1893. Daniel Petereit, rechts im Bild, hatte dieses alte Werk vor kurzem online entdeckt. Zusammen mit Torben Bornhöft, links, setzten die beiden nun das erste Fass an.

Der Bitters Blog bedankt sich für diese gelungene, exklusive Probe. Das Bitters Imperium in Deutschland ist ins Wancken geraten, aber vielleicht konnte Herr Berg mit der Zubereitung diverser Juleps das Rezept "auslöschen".

Freitag, 30. März 2007

Vermouth - hausgemacht

Darcy O Neil hat vor 2 Tagen einen Artikel über hausgemachten Vermouth veröffentlicht. Neben der Erklärung wie Vermouth hergestellt wird, gibt Sie ein Rezept zur Eigenproduktion und hofft auf einen regen Diskurs an der Bar. Wie Sie sagt ist es anscheinend deutlich einfacher eigenen Vermouth statt eigener Bitters herzustellen.

Wir bewegen uns also nach etwas mehr als 100 Jahren, als Harry Johnson die Tatsachse das Whisky neuerdings in Flaschen statt in Fäßern verkauft und als "Markenname" gehandelt wird kritisierte, mit vollen Schritten wieder auf einen Größtenteils eigenständige Bar zu:


Homemade:

  • Simple Sirup
  • Grenadine
  • Ginger Beer
  • Falernum
  • fresh lemon, lime and orange juice
  • Eis (Würfel) oder direkt vom Block geschlagen!
  • Homemade Tonic (Wir haben das Rezept aus Amerika bekommen und Stephan hat schon mal ein angemixt - Ihr solltet am 13/14 April nach Hamburg kommen zum probieren!)
  • hinzu kommen jetzt Vermouth (ein Fläschchen Antica sollte man dennoch im Schrank haben)
  • und Bitters - ach nein - sind zu schwer herzustellen und sollten sofort bei Stephan bestellt werden (Harry wird es verkraften)
Die Frage ist, wann wir wieder anfangen Fäßer zu importieren? Was nützen Ihnen 80 Flaschen hochprozentiger Rum im Backshelve? 70 Flaschen davon werden fast nie angerührt, Ihr Personal wird vielleicht nur einen Teil davon wirklich kennen. FlaschenSpirituosen/Brands sind teuer und ein Großteil des hohen Einkaufspreises sind für Werbung einkalkuliert worden.
Außerdem kann Sie jeder kaufen und jeder in seine Bar stellen. Die vermeindliche Jagd nach Premiumspirituosen, eine Art Sport unter Profibartendern, ist immer nur von kurzer Dauer.
Irgendwann steht der Brand dann auch hier im Regal.

Was glauben Sie wie viel Eindruck Sie beispielsweise mit 3 Rumfäßern hinter der Bar machen würden? Ich meine GROSSE Rumfäßer.

Keine Label, keine Marke, einzig und allein Ihr Geschmack, der die Auswahl getroffen hat und dem Sie und Ihre Gäste vertrauen (sollten). Das nenne ich USP!. Mojito und Daiquiris aus dem leichten Faß, Petite Martiniques und Cuba Libres aud dem mittelschwweren Faß und Mai Tais und Rum Old Fashioned aus dem "schweren" Faß!

Oder ein einziges Faß Bourbon in einer Bar - nennen wir Sie "Bourbon Bar" - Es gibt nur Bourbon Drinks: Feinste Whisky Sours (Die Zitronen werden direkt vor der Zubereitung gepresst) - Collonel Collins, Horse Necks mit Ginger Beer ....

Ich bin gespannt, wann die ersten Fäßer wieder hinter der Bar stehen. Ich komm vorbei und geb Ihnen einen Drink aus! Dann können wir anstoßen: Prost - auf Harry Johnson!

Must have Buchempfehlung für jeden Bartender:

Harry Johnson´s
"Handbuch für Bartender"
"Paperback" - Nachdruck des 1882 erschienen Werkes und vermutlich 2. ältesten Buches der Bargeschichte
340 Seiten mit Illustrationen
Preis 20,40 Euro


Den Nachdruck können Sie bei ecocktail bestellen.