Freitag, 9. März 2007

MARTINEZ COCKTAIL

Kennt doch den Martini Cocktail nahezu jeder, der schon mal etwas von einer Bar und Cocktails gehört hat, so kennt doch kaum jemand den Cocktail der dem Martini vorausging.

Als in den 1850 Jahren die ersten Lieferungen von Wermut in Amerika eintrafen, brachte das eine schier nichtendende Zahl von Cocktails hervor, die als wichtigen Bestandteil Wermut enthielten.

War doch ursprünglich die süße, rote italienische Variante allgegenwärtig, so kam bald auch die französische, trockene Form in Mode.

Ein kurzer Kommentar zu alten Barbüchern: verlangten diese nach "french vermouth", war trockener Wermut gemeint, verlangten sie nach "italian vermouth" dann war zu süßem, roten Wermut zu greifen!

Der Martinez Cocktail ist einer dieser Wermut basierenden Cocktails und hat seine Rolle in den Barbüchern der vorangegangenen Generationen hervorragend, wenn auch sehr kurz gespielt.
In nur wenigen Jahren war er vergessen zugunsten des neuen Megastars am Cocktailhimmel- dem Martini Cocktail.

Das erste mal erschien der Martinez 1884 in O.H.Byron`s "The Modern Bartender`s Guide".
Die Beschreibung lautet wie folgt: "same as Manhattan, only you substitude gin for whisky."
Soweit, sogut! Allerdings gibt Herr Byron kurz vorher 2! Rezepturen für einen Manhattan.
Eine Variante mit französischem und eine Variante mit Italienischem Wermut. Es folgt keine Aufklärung. Seine Manhattan Rezepturen verlangten beide nach Angostura Bitters.

1887 wird Jerry Thomas "Bartenders Guide" postum überarbeitet veröffentlicht(Thomas starb 1885) und dieses enthält ebenso ein Martinez Rezept und hier ist wie meisst bei Thomas wieder Bokers Bitters gefragt.
Auch spezifiziert Thomas Buch wieder nicht den Wermut. Allerdings gibt der Zusatz "if the customer prefers it very sweet..." Grund zur Annahme, dass der Drink schon sweet war.

Es existierten offenbar 2 Versionen nebeneinander, am Schluss lief es auf italienischem Wermut hinaus.

Zu beachten wäre auch, das hier nicht nach einem Lemonzest, sondern nach einem Achtel Zitronenscheibe verlangt wird und somit ein leichtes Säuern des Saftes gewünscht war und Öle keine Rolle zu spielen schienen.

Harry Johnson veröffentlichte 1888 die erste Martini Rezeptur, verweist gleichzeitig auf eine Illustration, die mit Martine Cocktail bezeichnet ist. Dies könnte man als Druckfehler deuten, findet sich aber in der 1900 Version seines Buches ebenso.

Meine kleine Hypotese zum Thema: Johnson veröffentlichte sein erstes Buch 1882 in deutsch und englisch um den zahllosen deutschen Immigranten, die in den Bars und Saloons arbeiteten Anleitung und Richtung zu geben. Spricht ein Deutscher doch ein engl. "E" als ein deutsches " I", so ist es naheliegend, dass man doch die Vernachlässigung des "Z" in Martinez, schnell zum Martini kam.

Thomas wird oft zitiert er bereitete den Drink für einen Kunden zu, der sich auf dem Weg nach Martinez (in Kalifornien, nahe San Francisco) befand. Thomas war durchaus einige Zeit in dieser Gegend tätig, aber wie so oft gibt es keine Beweise dafür, das er der Vater des Drinks ist.

Auf jeden Fall feiert sich die Stadt Martinez selbst als die Stätte der Erfindung des Grössten aller Drinks.

Durch die Rückbesinnung auf die Ursprünge der Bar findet sich der Martinez immer häufiger auf den Barkarten renomierter Bar. So bietet das LAB in London die trockene Variante und das Negroni in München bringt die süße Variante an den Kunden.

Ich persönlich bevorzuge die letztere Variation und nachdem es mit Carpano Antica einen, dem damaligen Stil entsprechenden Wermut gibt, kann man auch gut mit einem Dry Gin arbeiten.
Es wird die Zeit kommen, in der es wieder Old Tom Gin gibt und man ihn wieder nach Thomas Art zubereiten kann. Die oben ansichtige Kombination wird allerdings für weiteres eine Besonderheit bleiben.

Donnerstag, 8. März 2007

Bar jeder Vernunft

Via Gastgewerbeliche Gedankensplitter:

Tobi M. aus Hamburg möchte sich mit einer Bar selbstständig machen. Mit seinem Gründerblog
"Bar jeder Vernunft" möchte er sich mit Bartender, Gastronomen, Gästen etc., vorerst anonym, austauschen.

Tobi M. über sein Blog :"Mein Name ist Tobi M. Ich bin derzeit noch Angestellter einer Firma in Hamburg und daher möchte ich aktuell meinen vollen Namen lieber noch nicht preisgeben (mein Chef hat keine Ahnung von meinem Vorhaben).

Ich habe bisher keine direkte Gastronomie-Erfahrung, außer, dass ich als Schüler an einer Raststätte Tabletts geschleppt habe. Ich habe während meiner Studentenzeit allerdings einige sehr große Parties (mehrere tausend Besucher, professionelles Sponsoring, etc) organisiert und habe dadurch ein Gespür dafür bekommen, was man Menschen bieten muss, damit diese sich einen Abend lang sehr wohlfühlen. Ich bin mir natürlich bewusst, dass es ein Unterschied ist, pro Halbjahr EINE Party zu organisieren oder aber JEDEN ABEND alles zu geben. Aber genau das habe ich vor: Jeden einzelnen Abend für jeden Gast zu etwas ganz besonderem werden zu lassen. Hochgestecktes Ziel? Auf jeden Fall!

Nach und nach werde ich auch mehr über mich persönlich erzählen können. Für dem Moment möchte ich es aber dabei belassen. Seht es mir bitte nach, NOCH hänge ich an meinem Job"

Ich würde mich freuen, wenn erfahrene Bitters-Bloger Ihm mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.
Über die brennenden Cocktailgläser müssen wir reden Tobias - ansonsten von unserer Seite "Viel Erfolg"


Carpano Antica Wermut - Finale

Die Zeit ist gekommen, dass das Unmögliche möglich wurde und man nun endlich als Normalsterblicher und in deutschen Landen wohnender, in den Genuss des besten(und nach erstem Wermutrezept produzierten) Wermuts kommen kann.


Daniel Schulz von Barfish.de ist der Empfehlung des Bitters Blogs gefolgt und hat sich darum bemüht, den bisher eigentlich nur in Italien und in Amerika erhältlichen Carpano Formula Antica mit in die Angebotspalette aufzunehmen.

Ist Wermut sicher nicht ihr Hauptfocus, so möchten wir hiermit ein ausgesprochenes Lob an die Herren von Barfish.de geben, die Mut und Weitsicht bewiesen haben und sich nicht scheuen auch Produkte der Nischen mitzuvertreiben.

Wer einmal seinen Manhattan oder seinen Negroni mit diesem wunderbaren Produkt getrunken hat, wird ohne weitere Worte nur noch nach diesem verlangen.

Momentan ist eine begrenzte Anzahl an Flaschen erhältlich, also eile man sich.

Zum Produkt:

Dies soll auch nur der erste Paukenschlag gewesen sein und es wird an der Distribution von Falernum(bisher auch nicht in Deutschland erhältlich) gearbeitet.

Im übrigen gibt es auf dem Drinks Blog des geschätzten Kollegen Helmut Adam, ein Video zur Zubereitung des auch von uns oft propagandierten Manhattan Cocktails.
Der Herr aus dem kühlen Norden unterstreicht unsere Meinung über Carpano Antica auf ein weiteres.


Manhattan Cocktail

6 cl Rye Whiskey

3 cl Carpano Antica Formula

2 dashes The Bitter Truth Aromatic Bitters

Zitronenzest

Sanft verrühren und mit Zitronenschale abspritzen!

Cheers

Dienstag, 6. März 2007

Bastian, Helmut und Stephan auf der Barshow

Stephan deutete so etwas schon vor Tagen an, gerade bekam ich eine email von Helmut Adam: "Hallo Freunde des gepflegten Trunks,

Bastian, Stephan und ich werden dieses Jahr auf der bar:nl eine Präsentation machen: "Made in GSA" (GSA? = Gerlin, Samburg und Amsterdam?) mit Produkten aus unserer heimischen Cocktailhemisphäre. Da wir hörten, dass einige von Euch auch in Amsterdam vorbeischauen wollten, ist dieses Mail ein kleiner Reminder.

Wir sind am 3.4.2007 ab ca. 12:00 Uhr auf der Messe. Unsere Präsentation ist am Mittwoch 4.4.2007. Wir fliegen am Mittwoch abend wieder zurück nach Berlin. Eine Nacht Amsterdam reicht uns. ;-)

Die Messe in Amsterdam funktioniert genauso wie die in London. Wenn Ihr Euch auf der Internetseite registriert, ist sie kostenfrei.

2 Tips wegen der Anreise: Transavia.com fliegt von Berlin und Innsbruck nach Amsterdam bzw. Rotterdam. In Westdeutschland ist der ICE eine schnelle Alternative zum Flieger.

Prosit,

Helmut Adam
Mixology - Magazin für Barkultur"

00 Gincalo and the Vesper Martini

Ich erhielt gerade eine Email von Gonçalo:

"Meine Lieben,
wurde kürzlich für ein TV-Beitrag zum James Bond Martini in Szene gesetzt. Der Beitrag handelt um Bond-Mythen, wie Poker, Martini etc. Er soll am Samstag, 10. März im Laufe eines Bond-Themen-Abends nach Moonraker im RBB ausgestrahlt werden. Der Beitrag dauert 5 min, wovon 1.20 dem Martini gewidmet sind, und ist für irgendwann zwischen 22.15 und 22.45 angesetzt.

Für diejenigen, welche die Möglichkeit haben - Yours Truely

Gonçalo."

Da fragt man sich - gab es Kina Lillet?

Vielleicht könnten RBB Zuschauer mit Hilfe eines Videostreams oder anderer gewagter technischer Spielereien dem geneigtem Bitters-Blog Publikum diese Dokumentation des guten Trinkens zugänglich machen? Für Hinweise und Links sind wir dankbar!

US Glas Fashion Shown

Vor kurzem wurde in NY der Gewinner der US Bombay Sapphire Designer Glas Competition gewählt. Gewonnen hat Michael Kritzer mit seinem Entwurf "Palletini". Das "Glas (?)" ist perlmut blau und silber und erinnert an eine Farben Palette eines malenden Künstlers.

Dieser weltweite Design Wettbewerb bringt wirklich fazinierende Objekte hervor, die selbstverständlich in der Regel in der "Bar Alltagswelt" unbrauchbar sind (Sie tragen auch kein Haute-Couture-Modell zum Business Lunch ).







The Peoples Choice, aus gleichnamigem Wettbewerb, erinnert eher an ein gewohnte Martiniglasform - sozusagen das Prêt-à-porter Modell dieses Wettbewerbs .People Choice : "Bloom - Nicolas Blair". Dieser Wettbewerb findet weltweit statt und es bleibt aubzuwarten, welche gelungenen Kreationen aus den anderen Teilen der Welt um den 1.Platz2 007 streiten.

Unabhängig von solchen Wettbewerben muß ich gestehen, verabscheue ich nichts mehr als eine Werbeglas eines Brand in einer guten Bar. In Kombination mit bedruckten Cocktailservietten, gelabelten Barmatten und anderem überflüssigem Schnickschnack fängt der Ausverkauf der Bar bei gelabeltem Werbeglas an.

Kann ich das auf einem Strassenfest oder einer Kneipe noch gut nachvollziehen, bin ich immer überrascht wie viele gute Bars das verwöhnte Auge des anspruchvollen Gastes trotz gehobenem Preisgefüges mit einer gewohnt häßlichen Auswahl an Werbegläsern beläßtigen. Die Investitionsummen neuer Objekte, meist selbst Designlastig, liegen oft schon im Millionen Euro Bereich und ich komme nicht umzu zu denken :"...hat es für die Gläser nicht mehr gereicht?".

Werbegläser sind wahrscheinlich ein brauchbarer Nebenverdienst für Außendienstmitarbeiter von großer Marken und einiger Bartender - die vielfältigen Angebote auf Ebay lassen dies vermuten. In einer klassichen Bar haben Sie nichts zu suchen. Es muss ja nicht gleich Riedel sein - Zur Not ist mir in schlichtes "einEuroneunundneunziug" Glas ohne Aufdruck deutlich lieber - das Auge trinkt schließlich mit.

1st UK Rumfest 2007 - Ian Burrell - Rum ambassador

Lubos schrieb mir sozusagen als Nachtrag : "...check www.rumfest.co.uk - klingt interessant" Ja, er hatte recht - ist sehr interessant. Das Rumfest findet vom 17.7.2007 bis 22.7.2007 in London statt.

Laut Veranstalter:
"The 1st UK Rum Fest brings together some of worlds most known, and not so known, rum brands. For the first two evenings you can use an exclusive Rum Passport to become a “Rum Runner” through some of London’s top bars & restaurant. Your passport will enable you to try exclusive rum cocktails and a chance to win a trip to the Caribbean. During the next two days, in London’s most fabulous Rum Bar, Artesian @ the world famous Langham hotel, some of the world’s top rums will be judged by an all star expert Rum judging panel to award medals of merit to the top rums in their respected categories. And finally two action packed afternoons of sipping, nosing, tutoring, savouring and rum experiences on Saturday and Sunday July 21st & 22nd at the Rum Trade show & Exhibition @ The Royal Horticultural Halls, Victoria, London SW1. "


Veranstalter ist der vom Ministry of Rum (Ed Hamilton) ernannte UK’s Rum Ambassador, Mr. Ian Burrel. Ian ist lt seinen Aussagen seit 12 Jahren in Londons Bar-Business tätig. Seine kurze Vita: 1995-1998… Sales representative for J Wray & Nephew 1998…Appleton/Wray & Nephew Rum ambassador for the UK and Europe. Running their bar educational programmes. 2001…Set up Cottons Rum Shack & Restaurant in London, which has the largest collection of rums for a bar in the UK. 2002…Set up “The Grass to Glass” rum academy for all levels of bartenders to learn about rums as a category. 2003…Started The Appleton Rum Academy in New Zealand. A Rum training programme for the top bartenders in New Zealand, which included rum history and rum cocktail knowledge. 2004…Helped launch Appleton Rums in Australia with a series of rum cocktail training sessions in Sydney & Melbourne. 2004…Invited to join “Taste & Flavour”, a network of professional speakers in the drinks industry as one of their rum experts. Their clients include Sainsbury, Bacardi-Martini Ltd, Brown-Forman, Diageo, Pernod Ricard, J Wray & Nephew, Theme Magazine and the Wines & Spirits Education Trust. 2006…Started working with (WIRSPA) West Indies Rum & Spirits Producers Association in the UK to promote rum as a category to the general consumer. Ich kannte Ian bislang nicht und habe Ihn heute wegen des Rumfest einige Fragen gestellt:
BB: So - what is an ambasador of RUM UK?
IB: An Ambassador of rum is someone who represents rum everywhere that they go. As a rum Ambassador, I am paid by various different rum companies to represent them locally and internationally by way of promotions, seminars, education and entertainment. I'm also an international judge in various rum tasting competitions around the world.

BB: Why is IAN A.V.Burrell addicted to RUM?

IB: "My first taste of rum was when I was about 4 days old. Being of Jamaican decent, rum has played a major part of my life."

BB: Why should german bartenders travel to the rumfest? IB:"As a bartender, if you are serious about rums then UK Rumfest...The rum experience, is a must. Not only will they be able to taste over a 100 different rums from all over the world, but there will be expert seminars held by Master Distillers and blenders. Rum Cocktail demonstrations, Live entertainment re-creating the rum culture. Cachaca education.rum blending, plus chances to win trips to distilleries in the Caribbean and Asia. Basically, if you think you know rum, come to the UK Rumfest and find out that its more than just the spirit in the bottle."
BB: A lot of german bartenders travel to the UK barshow this years:
What are new Londons bars we should check out?
IB:

Mahiki
Artesian at The Langham Hotel
BB: What are the best rum places to go in London?

IB:Trailer Happiness - Portabello Road

Floridita - Wardour Street.
Cottons Restaurant and Rhum Shack - Camden (Ian's eigenes Lokal)
BB: Are you on Barshow UK?
Yes I shall be there on all of the Rum stands promoting the UK RumFest... The Rum Experience

Ich bin gespannt wie sich dieses Rum Festival in London entwickeln wird.


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Bitters Blog ist gut für Ihre sozialen Kontakte!

Lubos Racz baut seine Internetseite gerade zu einem Bar Blog um - ich sage nur: BAROVÁ KULTÚRA . Vor ein paar Tagen schrieb er eine Email an mich:

"vor kurzem bekam ich eine email von Andreas Plucinsky aus München. Er hat vor einigen Wochen euren Blog entdeckt und den Artikel über mich gelesen. Er ist ebenfalls geborener Slovake - also konnte er meine Webseite lesen und kontaktierte mich. Wir entdeckten, das er früher in derselben Bar wie mein "Mentor", der Hong Kong Bar, gearbeitet hatten. Mein ehemaligen Mentor aus dem Ballhaus suche ich schon seit über 8 Jahren, leider habe ich keine Kontakt Daten mehr von Ihm. Ich hoffe, dank des Bitters Blog, das mir Andreas nun weiterhelfen wird..."

Wer immer helfen kann, und sich an alte Münchner Ballhaus Jahre erinnert, möge sich bei Lubos melden.

Montag, 5. März 2007

Bacardi will Absolut Vodka kaufen

Wie die Financial Times heute berichtete hat der Bacardi Weltkonzern der Schwedischen Regierung ein Kaufangebot für die Traditionsvodkamarke ABSOLUT unterbreitet.

Die Regierung hatte erst kürzlich einen Verkauf der ursprünglichen Staatsmarke beschlossen um die Kassen des Staats zu füllen.

Die 1879 von Lars Olsson gegründete Marke ist nach Firmenangaben die Nr.3 der weltweit meisst verkauften Spirituosen und auf Platz 2 im Vodkasegment nach Smirnoff.

Erstaunlich ist allerdings, dass Absolut Vodka das erste mal 1979 exportiert wurde und diese Platzierungen in relativ kurzer Zeit erreichte.

Bols Bartending Academy

Wie mir Philip Duff, einer der führenden europäischen Bartender und BOLS Global Brand Ambassador, soeben mitteilte wurde heute am 5.3.2007 die Bols Bartending Academy in Amsterdam eröffnet.

Laut Philip handelt es sich dabei um Europas grösste Barschule und es gibt 12 eigene Arbeitsstationen an denen die zukünftige Bartendergeneration ausgebildet wird.

Ich bin weiterhin sehr erfreut darüber, dass man die Produkte eines deutschen Bittersherstellers für die Schulung einsetzen wird und möchte hiermit Philip zitieren: "...no school would be complete without these fine products!"

Sonntag, 4. März 2007

Tony und das Dukes Hotel

Als ich gestern einem Link zu den besten Hotelbars in London folgte, stimmte es mich an einer Stelle sehr traurig. Dass sich das DUKES HOTEL unter den Auserwählten befand, verwunderte mich nicht(alles andere wäre eine Schande gewesen). Als ich aber las, daß der Headbarman TONY MICELOTTA "away is", sah ich vor geistigem Auge die Erinnerung an die glorreichen Tage , als man einer frühabendlicher Martini Celebration beiwohnen konnte, langsam verblassen.

Es beschäftigte mich die ganze Nacht und ich wollte es nicht wahrhaben, dass ich nie wieder in den Genuss von Tony`s Grosser Schule kommen werden würde.
In Anbetracht der kommenden Barshow in London, stand das DUKES natürlich(wie immer) auf meiner Besuchsliste.
So unternahm ich heute den Versuch näheres über den Verbleib Tony`s ausfindig zu machen und rief beim Dukes Hotel an. Man war ausgesprochen freundlich(feine britische Art) und versicherte mir, dass Herr Micelotta bald wieder zugegen sein wird und sich momentan im Krankenstand befindet, da er sich einer Operation unterziehen musste und sich immer noch in der Genesungsphase befindet. Gute Neuigkeiten, was die Rückkehr angeht!!!

Ich sah ihn schon in seinem durchaus wohlverdienten Ruhestand zusammen mit Peter Dorelli Golfspielen. Tony Micelotta mittlerweile auch in seinen spät 50ern, arbeitete bevor er in das Dukes wechselte mehr als 20 ! Jahre mit dem selben Barteam zusammen und nahm viele von jenen mit in das Dukes. Man findet dort noch die richtig alten Barmänner, mit unendlich viel Erfahrungsschatz, vor denen unsereins sich stets hochachtungsvoll verneigen sollte.

Tony stammt aus Bologna und arbeitete früher im Grand Hotel Gardone Riviera am Gardasee in Italien. Sein legendärer Martini Cocktail gewann 1981 den "World Martini Championship Paissa" in Italien. Die London Times kürte seine Arbeit 1999 mit dem Titel “best martini in London”.

Das im Dukes gebotene Ritual des Martini Cocktails(nach 22 Uhr gibt es Vodka Martinis) ist absolute Weltklasse und jeder sollte den Weg finden diesem einmal beizuwohnen. Hier wird einem der Martini direkt an seinem Tisch zubereitet! Es wird ein kleiner Beistelltisch, eingedeckt mit weissem Leinen, angetragen und eisgekühlte Gläser und Spirituose bereitgestellt. Wunderbar!!!

Ist die Bar doch relativ klein und unspektakulär, mit einer an britische Clubs erinnernden Atmosphäre, so fühlt man sich sofort wie in einem gutbürgerlichen Wohnzimmer.
Errichtet wurde das Dukes im Jahr 1890 und man renovierte es vor wenigen Jahren ausgiebig.
Die Lage ist mitten in London und doch hat man Schwierigkeiten es zu finden. Es befindet sich in St. James Place, in einem Hinterhof einer Seitenstrasse der St. James Street und es ist so ruhig dort, dass man vergessen kann mitten im geschäftigen London zu sein.

DUKES HOTEL
St James’s Place
London SW1A 1NY
Tel +44 (0)20 7491 4840

Samstag, 3. März 2007

Bartenders make their own bitters...


Distillery209 028
Originally uploaded by cramper.
Vor kurzem entdeckte ich das Fotoset "Distillery 209 Bitters Making" bei meinem flickr contact cramper. "Bitters making?" - das war ein Nachfragen wert. Camper English, so Crampers Name, ist eigentlich Journalist und schreibt neben seinem Cocktail Blog für verschiedene Magazine, unter anderem für SFGate. Die kleine Destillerie 209 lud seiner Zeit zu einem Bitters Making Event ein. Neben Barkeepern aus San Francisco war auch Cramper eingeladen und berichtete über diese Veranstaltung.

"Many bartenders had ideas about what they wanted to create, so they brought or requested special herbs and other ingredients. (Common ingredients in bitters include angostura bark, gentian, orange peel, quassia and quinine.) Raglin made three different versions of apricot bitters. McDonnell focused on North African flavors including Ethiopian coffee beans, and also sweetened his bitters with raisins and figs. He hopes they'll work well with bourbon, as well as with the nutty qualities of Port and sherry. Other bartenders created bitters flavored like apple pie and pumpkin spice.
At the distillery, bartenders added their herbs to a four-times-distilled neutral spirit that is the base for 209 Gin. The bitters infused in glass jars at the distillery for two weeks, before bartenders returned to test, dilute and add sweetener, and bottle the results.
Slanted Door's Colliau, along with bar manager Erik Adkins, made about eight kinds of bitters, with varying degrees of success. "I tried a kaffir lime bitters that didn't work out. It smelled amazing but didn't taste so good. We made one called the Fall Blend with persimmons and warm spices in it. I think there is potential for using that in a cocktail. It was definitely a learning experience and something I would love to do again now that I know how my decisions affected the outcome."

Wie Cramper mir von diesem Event berichtete, war diese Veranstaltung hoch interessant. Zum einen, gewann die Destille Anregungen für verschiedene Bitters, die Sie plant, eventuelle auf den Markt zu bringen (Sie machen übrigens guten Gin). Zum anderen regte dieser Bitters Event die Bartender an, sich dem Thema Bitters zu öffnen. Einige experimentieren immer noch an einem gelungenem Signature Bitter für die eigene Bar.

Ich habe mit Stephan Berg über diese Idee gesprochen. Wir beiden sind der Meinung, dass so ein Bitter Making Day bei uns in Deutschland eine Interessante Veranstaltung sein könnte. Wir überlegen so einen "Bitters (making) Day" in Deutschland durchzuführen und würden uns über Ideen und Anregungen zum Thema Bitters Making via Kommentar freuen.
  • Was würde am meisten beim Thema Bitters interessieren?
  • Sollten Bitters selbst hergestellt werden?
  • Wenn ja, was macht den größten Reiz an der Produktion aus?
  • Welche Themen müssen bei so einem Bitters Day unbedingt angesprochen werden?
Fragen über Fragen, für Anregungen und Ideen sind wir sehr dankbar.

Peychaud Bitters

Das sich immer noch kein Importeur in Deutschland gefunden hat, der Peychaud Bitters einer breiteren Schicht von Barleuten zugänglich macht, ist durchaus bedauerlich, dass man aber selbst bei der Sazerac Company/Buffalo Trace Distillery ganz offen erklärt, man sei nicht an einem Vertrieb in Deutschland interessiert ist eigentlich eine Schande.

Haben doch die meissten der "überengagierten" Bartender sich Ihren Peychaud Bitters auf umständlichem Wege, entweder aus den U.S.A. oder aus U.K. besorgt, so ist dieser doch in renommierten Bars nicht mehr wegzudenken und ebenso unverzichtbar im Cocktail Klassiker SAZERAC.

Umso erstaunt war ich denn, als ich kürzlich eine Flasche Peychaud Bitters aus den 30-40 Jahren(voll und ungeöffnet) erhielt und diesen mit dem heutzutage verkauften verglich.

Gibt man doch stolz auf dem Etikett an nach der Original Formula herzustellen, überrascht die frühe Abfüllung nicht nur durch eine andere, mehr dem klassischen Braun anderer Aromatic Bitters ähnliche Farbe, sondern es erschliesst sich auch für den Laien ein deutlich anderes Geruchs- und Geschmacksbild.

Besitzt die moderne Abfüllung doch leicht rauchige, fast schon etwas muffige Aromen in der Nase bei der die Anisnote relativ im Hintergrund bleibt, so ist das Geruchsbild bei der Vintage Ausführung regelrecht massiv, mit starken medizinischen Aromen, Fenchelsamen und einer durchaus ausgeprägten Anisnote. Beide Flaschen haben 35 %Vol!

Man könnte eine Veränderung der Flüssigkeit in der alten Flasche vermuten, die auf die lange Lagerung zurückzuführen wär. Hier sollte allerdings ein eher umgedrehtes Aromabild zu erwarten sein.

Es stellt sich die Frage ob (heutiger)Peychaud Bitters wirklich die Mixtur ist, die Antoine Amedie Peychaud im frühen 19 Jh. entwickelt hat, oder ob man nicht im Laufe der Zeit diese aus bestimmten Gründen verändert hat.

Waren doch früher sicherlich einige Inhaltsstoffe bedenkenlos für den menschlichen Konsum zugelassen, so gab es doch eine Reihe von Regularien und Verbote bestimmter Substanzen, die eine Abänderung erforderlich gemacht haben könnten.

Heutzutage wird Peychaud Bitters von L.E. Jung and Wolff Co. in New Orleans hergestellt. Auf der alten Flasche findet sich ein anderer Hersteller, die Firma Many Blanc & Co., Inc aus Chicago, Illinois.

Es ist weiterhin wohl nicht auszuschliessen, dass noch ältere Flaschen wiederum ein anderes Geruchs- und Geschmacksbild besaßen.

Es wird sich in kürze Gelegenheit finden, dass der ein oder andere Leser diese Eindrücke in einem kleinen Tasting zu gegebener Zeit selbst machen kann.

Auf dem linken Zuckerwürfel befindet sich moderner Peychaud Bitters, auf dem rechten die alte Version.

Im Sázerac Cocktail angewendet, verlieren sich die Unterschiede ein wenig, sind aber immer noch präsent!

Freitag, 2. März 2007

Hamburgs interessanteste Bar - Jerrys Bar, eine "ein Monat Bar"

Vor kurzem hat in Hamburg eine neue Bar eröffnet. Sie ist sehr klein. Im großen Fenster eine leuchtende "Open" Reklame. Einzig ein alter Retro Tresen - eine Filmrequisite aus den 60er Jahren, ein Kühlschrank und ein paar Bilder schmücken den schlichten Raum. An der Wand läuft eine Video Installation von der in Berlin lebenden Hamburgerin Karen Koltermann. Die Installation heißt: "Quelleck" (Ostkneipe trifft Westbar und umgekehrt) und lief 2003 schon einmal in der Victoria Bar Berlin. Das beste an der Bar ist allerdings die Fensterfront. Nachts, wenn alles dunkel ist, und an der sechs spurigen Willy Brandt Str. die Autos vorbei rauschen. ( Nr. 56 - Hamburgern eher als Ost-West Strasse bekannt), Edward Hopper und seine Nighthawks würden sich hier sehr wohl fühlen. Die Stimmung ist großartig, Großstadt vom feinsten.

Die Getränke sind, und das ist nicht bös gemeint, nebensächlich. Das Publikum ist illuster, Kreative, Künstler, Lebenskünstler. Hinter der Bar steht oft Nils, der Tagsüber eine Galerie betreibt. Die Bar hat nur Freitags und Samstags ab 20.00 Uhr geöffnet. Seit dem 16 Februar, bis zum 17. März 2007, gibt es diese Bar. Dieses Barprojekt wird unterstützt von Pilsener Urquell und Bacardi. Nils nennt seine Bar "white trash lounge", ich nenne Sie "Jerrys Bar".

Mittwochs bis Samstags kann man Nils ab 13.00 Uhr eine Tür weiter in seiner Galerie besuchen. Nils hat lange in New York gelebt und ist seit einigen Jahren hier in Hamburg.
Er verdient sein Geld mit dem Verkauf von Kunst, und seine jetzige Ausstellung vom Photopraphen Jerry Be
rndt wird jeden Profitrinker mit Kunstinteresse begeistern.



The Dive -
American Bar Rooms from 60`s and 70`s

Die Fotos wurden überwiegend in Boston gemacht. In den 60er Jahren, in der Sogenannten "Combat Zone". In diesem Bostoner Red Light District trafen sich die in der Umgebung von Boston stationierten, unterschiedlichen Armee Einheiten. Der Spitzname "Combat Zone" läst vermuten, das diese "Treffen" sehr wörtlich genommen würde. Hier fotografierte Jerry in Bars und Striptease Lokalen die abgedunkelte Halbwelt von Trinkern und Huren. Kontrastreiches Schwarz Weiss in einer Welt des Neonlichts.

„Ich bin in der Bar meines Vaters in Milwaukee aufgewachsen. Lesen lernte
ich, indem ich leere Bierflaschen in die richtigen Kästen sortierte..." So Jerry in einem Interview.

Diese Wurzeln scheint Jerry nie vergessen zu haben. Seine Bilder zeigen Huren, Trinker und Bartender - ohne Sie dabei bloßzustellen.

„Das hier ist Fotografie als Gefühl. Jerry Berndt geht irgendwo hin und
lässt uns spüren, wie es sich dort angefühlt hat, nicht bloß wie es dort
aussah." Eugene Richards, Fotograf, (Magnum)

Mehr über Jerry


Also, noch 6 Abende lang, 3 Wochenenden können Sie einen Drink in Jerrys Bar nehmen.
Ändern Sie Ihre Wochenend Pläne - Jerry ist nicht mehr lange in der Stadt.

Brauereien mit neuen Ideen

Der Erfolg von Microbreweries in den U.S.A. (man wollte offensichtlich mal richtiges Bier trinken) in den Späten 90er Jahren und der stetig steigenden Verbreitung dieser hat einige der Bierproduzenten offenbar dazu veranlasst darüber nachzudenken ihr Geschäftsfeld zu erweitern.

Ist doch der Bierherstellungsprozess mehr oder weniger derselbe, wie die Anfangsstufe in der Whiskyproduktion. Warum nicht noch nebenher ein paar Stills laufen lassen und diverse Spirituosen von Vodka, Gin bis hinzu Whisky oder Fruchtlikören produzieren.

Die Kleinen Firmen scheren sich nicht um die grossen Brands, die überall in den Regalen stehen, sondern suchen sich ihre Nische.

“You don’t go out and figure out what people will like,” “You figure out what you like and try to bring something new to the table.” “It’s the same with beer. You can’t analyze the market. Because if you did, you wouldn’t do it.” sagt Jack Joyce der Gründer von Rogue Spirits.

Ein bekanntes und ausserdem äußerst erfolgreiches Unternehmen ist Anchor Steam aus San Francisco, die mit ihrem Old Potrero Single Malt einen 100%igen Rye Whiskey in guter alter Machart des 18 Jh. an den Start gebracht haben und damit die Doppel Gold Medaille bei der San Francisco Spirits Competion gewannen. Bei dem gegenwärtigen Rye Whiskey Trend sind die Jungs durchaus gut aufgestellt. Ein weiteres Produkt, welches schon gut platziert wurde ist Junipero Gin der auch schon mit Doppel Gold belohnt wurde.

Dies zeigt, das es kleine Firmen durchaus schaffen sich gegen die Big Player zu stemmen und hoch Qualitative Produkte an den Strat bringen können.

Die New York Times hat sich kürzlich diesem Thema angenommen und bietet einen recht interessanten Artikel dazu. Leider muss man sich erst kostenlos registrieren um diesen lesen zu können!

Donnerstag, 1. März 2007

Compass Box Whisky Tasting

Als vor einiger Zeit die Nachricht verlautete, dass sich jemand dem verstaubten und ohne Innovation vor sich hin dümpelden Blended Scotch Segment mit mutigen Taten widmen wird, rief dies doch zum einen Erstaunen, als auch Schmährufe hervor.

Allerdings dauerte es nicht lange bis man die Produkte des Herrn Glaser in zahlreichen Londoner Bars vor fand und die talentierten Londoner Bartender schnell begannen eben jenen neuen Stoff auch in ihre Cocktailkreationen einzubinden. Galt Blended Scotch doch stets als nicht gerade Erste Wahl, wenn nach der Basis für einen gemischten Drink gesucht wurde, bewiesen die Produkte des Hauses Compass Box doch eine zum Teil gute Mixibility.

Dies nahmen Holger Groll und ich zum Anlass, der Sache auf den Grund zu gehen und organisierten zusammen mit dem Cortiina Hotel und Finest Spirits ein Zusammentreffen der Münchner Bartender um diverse Qualitäten der Compass Box Range zu verkosten. Die Wahl fiel auf ASYLA, einen klassischen Blend, der sich allerdings auf sehr angenehme Weise zurücknimmt und ein sehr schöner Einstiegswhisky für den Neuling darstellt. Oak Cross mit seinen fein fruchigen Noten ist ein Malt Whisky allerdings kein Single. Eleuthera, auch ein vatted Malt hat wohl die stärkste traditionelle Ausrichtung, mit rauchig, torfigen Aromen. Wohl für alle am Tasting Teilnehmenden nahm der Peat Monster eine Sonderstellung ein, glänzte er wohl mit einem angenehm undezenten Torfmassiv, besaß er doch gleichzeitig eine schöne Süße und Leichtigkeit die den sonstigen Torfbomben fehlt.

Den Beweiss, dass man tatsächlich damit die Shaker füllen kann, trat man am Anschluss des Pur Verkostens an und herausgekommen sind 3 durchaus anspruchsvolle Drinks in denen Scotch Whisky seinen Platz gefunden hat.

Frank Boehr von FINEST SPIRITS, der seit kurzem sein Whiskyradio Online hat, hat einen kleinen PODCAST geschaffen, der ein paar Reflexionen der Veranstaltung zusammen fasst.

Das stetige Zusammenwachsen der Münchner Bartender ruft glücklicherweise zunehmend Interesse von Seiten der Industrie hervor, die sich anbieten künftige Veranstaltungen zu unterstützen und somit damit beitragen, das man wieder verstärkt von einer "Münchner Szene" sprechen kann.

blame it on the bitters blog - Toms Frühstücks Tips für London

Thomas Jakschas, kurz: "Tom", aka phux_808,verbringt einen Großteil seiner Abende hinter der Rubinrot Bar, in Köln Ehrenfeld. Seit einiger Zeit sorgt er für großartige Drinks in dieser kleinen Bar. Seine Homebar ist legendär, die Auswahl mehr als umfangreich. Bevor ich Ihn auf dem Punk Rock Blogger Treffen in Hamburg persönlich kennen lernte, erzählte mir Dre Masso vom World Wide Cocktailclub von einem "Freak" aus Köln, der mehrmals im Jahr morgens zum Spirituosen kaufen nach Lodon flog, ein paar Drinks nahm und Abends zurückflog - er meinte Tom! Ich habe selten einen aufgeschlosseneren und interessierteren Bartender kennengelernt, der Abend in Hamburg war großartig und ich freue mich auf ein Wiedersehen auf der Barshow in London.

Heute bekam ich eine Email von Tom. Er schrieb von seinem letzten London Tages Trip- Pflichtbewußt wollte er noch den neuen Orange Bitter von Angostura für den Bitters Bog fotografieren und verpasste promp seinen Flieger - Sein mehr als unterhaltsamer Bericht, ein Flug durch die Londoner Cocktailszene:


"köln - london; morgens hin, abends wieder zurück, x mal gehabt, genauso oft geklappt: bis diesmal ...flughafen köln 10.30 abflug nach london gatwick, erste ungereimtheiten mit der selbst ausgedruckten boarding card. erneutes eunchecken am schalter, ordentliche bordkarte, bedenkenloser einlass in den sicherheitsbereich. geplanter rückflug um 18.25 mit ankunft gegen 20.45 in köln (zeitzone!).
ankunft london-gatwick: delay, doch myles davies (green&red) wartet geduldig. shake-hands, gemeinsames shoppen bei 'gerry's' (software) und 'pages' (password required - hardware) mit eher mittelmässigem mittagsessen in der 'revolution bar'.nach zwei stunden bis die 'lab bar' öffnet (16h), also ab ins 'albannach'; man ist nicht allein: es findet dort ein rum-tasting für das 'class' magazin statt unter der leitung von ian wisniewski mit illustren gästen wie wayne collins sowie andreas redlefsen von 'elements 8'. es wird zeit für den absacker. zo foss in die lab bar - die schreiner sind noch da, doch ein erster drink (myles: tequila manhattan mit don julio reposado, noilly prat amber und etwas maraschino - tom: tommy's margarita mit tapatio blanco) ist kein problem, gefolgt von einem erstklassigen old fashioned mit jack daniels 18xx (sonderedition) und angostura aged orange bitters - waren dies die fünf minuten, die mir später fehlen würden?
ein blick auf die
uhr: tempus fugit! kein zahlen notwendig ("first drink on my tab, the second was out of my private stock") die linie 38 zur victoria station, den flughafenzubringer bestiegen und banges hoffen ...ankunft gatwick, schnell zum schalter: kein 'cologne' auf der anzeigentafel - der schalter hat vor fünf minuten geschlossen! dank der zero tolerance-politik der airline
darf ic
h nun den nächesten flug um 07.40 nehmen - immerhin ein plus von 14 stunden!!!"

Toms Bartender - Frühstücksempfehlung für London (Merken für die Barshow!):























Hardware: pages, adresse: 121 shaftesbury avenue

Software: gerry's, 74 old compton street (keine Website)

Im Trend: Molekularcocktails ....

Aus einer Pressemitteilung der Prowein 2007

"ProWein 2007 präsentiert spektakuläre Spirituosenneuheiten
Im Trend: Molekularcocktails ....
Oder, wie sich Drinks in Kugeln verwandeln
...
"Ein besonderes Messe-Highlight stellen die spektakulären Shows des Dortmunder Sternekochs Heiko Antoniewicz in der Spirit & Coffee Lounge dar, die vom Gastronomie-Fachmagazin FIZZZ aus dem Meininger Verlag präsentiert werden: Zum ersten Mal demonstriert er in Deutschland vor Publikum, wie Molekularcocktails hergestellt werden. Konnte man sich vor wenigen Monaten noch nicht vorstellen, dass Drinks in Form von Gel, Schaum, Gelees oder etwa Kügelchen den Weg zum Verbraucher finden, so setzen immer mehr internationale Trendrestaurants, -Bars und -Clubs auf die extravaganten Szenedrinks.
...
Die ProWein holt die Trendgetränke jetzt nach Deutschland. Antoniewicz, der als Vorreiter der molekularen Küche in Deutschland gilt, lässt die Messebesucher im Rahmen mehrerer Shows erleben, wie er den hochprozentigen Spirituosen mittels molekularer Techniken ein raffiniertes Äußeres verleiht. Toppings aus filigranen Geleeschlangen sowie luftigen Schäumen krönen die aromatischen Mixturen..."


Prowein goes Moleculare Mixology. Das Magazin Fizzz stellte vor kurzem die Moleculare Mixology in Ihrem Heft vor - der Artikel war gut recherchiert, aber nicht wirklich aktuell. Moleculare Mixology wird schon seit Jahren weiterentwickelt und hat in keiner guten Bar etwas zu suchen (Macht sich aber gut in einem Magazin).

Ähnlich wie beim Flair Bartending ist die Moleculare Mixology eine echte Kunstform. Sie ist ideal für Messen, Präsentationen, ein echter Eyecatcher. Somit auf der PROWEIN auch gut platziert. Wie üblich zeigt uns ein Koch die Kunst des Molecularen Mixens ( Adrian Ferrà hat es vorgemacht). Und letzten Endes ist diese effektvolle Spielart auch besser in der Küche als hinter der Bar aufgehoben.

Soweit, so gut. Nur kommt man als Bartender nicht umhin, über die bedeutungsschwangeren Formulierungen des Pressetextes zu schmunzeln. M-Mixology ist nicht neu, auch nicht in Deutschland. Auch schon vor wenigen Monaten konnten sich Bartender vorstellen das
Drinks in Form von Gel, Schaum, Gelees (sind es dann noch Drinks?) oder etwa Kügelchen den Weg zum Verbraucher finden. Jeder halbwegs gescheite Bartender konnte sich das schon vor Jahren vorstellen, und den Profis unter Ihnen graut davor. M-Mixology ist kein Trendgetränk. Der Trend hat vor Jahren angefangen, hat sich nie durchgesetzt, und wird dies auch nie. Er wird durch einige Trendmagazine wandern, diese werden schreiben wie angesagt es ist, und keinen wird es wirklich interressieren.

Die wenigen Profis, Herr Ferrà oder auch oben genannter Herr
Antoniewicz, beherschen Ihr Handwerk und werden Ihre Kunden mit eindrucksvollen Kreationen beeindrucken. Ein Besuch in Ihren Häusern ist beeindruckend. Nur kenne ich bis auf diese wenigen, internationalen Spezialisten, kein internationales Trendrestaurant, keine Bar oder Club, der auf diesen "extravaganten" Szenedrink setzt.

Ich hoffe die PROWEIN (eine sehr empfehlenwerte Messe, auch für Bartender!) ist nicht zu enttäuscht, wenn Sie kein Trendgetränk nach Deutschland holt. Man hat einen alten Hut eingekauft, was nicht heißt, das er nicht trotzdem gut aussehen kann. Ich stelle mir vor, wie erstklassige Wein Blogger a la Mario Scheuermann schmunzeln, wenn Sie lesen würden: "Auf der Barshow 2007 werden "extravagante" Trends der Weinbranche vorgestellt: Flaschen mit Kunststoffkorken und der Trendwein
aus Italien.- Pinot Grigio"

"
Toppings aus filigranen Geleeschlangen sowie luftigen Schäumen krönen die aromatischen Mixturen..." Wow - "Cocktails mit Pfiff", früher hat dazu ein Squall Glas, eine große Melonen Spalte und ein gehöriger Schuss Blue Curacao gereicht.

Erstklassige Bartender, wie Mario vom Shiro i Shiro Berlin, beherschen eine Spielart jenseits dampfenden Stickstoffs. Moleculare Mixology erinnert mich immer an professionelle Arbeit guter Pâtissier und hat nichts mit der Bar und Bartendern zu tun.




Mittwoch, 28. Februar 2007

BAROVÁ KULTÚRA






Lubos Racz hat begonnen, einen Teil des Bitters Blog in slowakische zu übersetzen. BAROVÁ KULTÚRA Blog von Lubos.

Verliert "Death & Co" seine Alkohol Linzenz?

Gestern erhielt ich eine Email von Donbert:

"Death and Co's liquor license is under
review and may be revoked this summer. There is a community board
meeting about it tonight to discuss the matter. I'll be attending it
to speak on their behalf and will let you know the outcome."

Ich las über diesem Nachbarschaftstreit vor einigen Tagen einen Artikel im NY Grub Street.
Nachbarn hatten sich beschwert, eigentlich nur einer, dieser aber immer wieder, auf allen Ebenen:

Neben Lärm konnte dieser Nachbar der Stadt NY glaubhaft machen, das die älteren Nachbarn der Bar
Angst hatten. Der Namen und das Äußere des Lokals (keine Fenster - Zederholzverkleidung erinnert diese Nachbarn laut des Artikel an "Aussschwitz Züge") lassen die älteren Nachbarn einen Treffpunkt von faschistischen "Nazis" vermuten.

Dave Kaplan:

"To those who don't know; we have been on the unfriendly end of some
community board trouble. The absurdity has gone so far as to compare
our facade to a haloucust railcar, our flag to nazi fascism, call our
clientelle rowdy drunks, and our music (once refferred to as fucking
techno) is so loud the building shakes. Most of this has come from
one neighbor, the front man for a bar band no less, making so many
false complaints that the police no longer respond and the department
of building so longer take his calls.

We must appear before the full board and state our case. We are
recommended for a decline at this point based on the idea we are not
operating as a small plates/tapas restaurant (this is only supported
by the reviews of Death & Co focusing on our cocktails and not our
food, despite showing the board hard evidence and real numbers of
food sales). Any support in our favor speaks worlds to the community
- especially given that the only few against us have never stepped
foot through our doors."

Heute hat das Gremium sich Gegen das "Death & Co" entschieden und
damit sieht es schlecht aus für gute Drinks in New York.

Donbert:

Quick update. Death & Co didn't get the community board approval so
now it goes to the state liquor authority.

After sitting through a mind numbing 4 hours of nonsense I can say
that it was a completely biased vote. Most of the board did not come
to listen to anyone's specific situation and was there to close any
and all bars.

John Deragon (NY) heute in eGullet:

"So after a very long and tedious CB meeting in which 5 people for the renewal of Death and Company and 5 people against the renewal the board voted by close to a 2-1 margin in favor not to support the renewal of the liquor license for D&C.

What this means is that they will not have the support of the CB3 board in their renewal efforts. How much this will impact the final result is to be determined. The opponents of D&C presented some facts that were suspicious, mainly the reports of tremendous bass from the music, people congregating outside at all hours of the morning, people vomiting on the street, etc.

While the have overcome the issue of the distance of them from the synagogue by having to letters from architects stating the distance is 202.6 feet, a representative of the synagogue presented his case that he paced off 133 feet which seemed to have more impact unfortunately with the board then the letters of the licensed architects.

The next step will likely involve lawyers and letters and all sorts of hurdles to overcome. I am not sure what this means for the short term health of their business as their license is expiring very soon. If they can continue to operate in the interim while the renewal is pending is an open question.

I will try to get some more details from the owners tomorrow and report back."

Diskussion über die Bar und das Lizenz Problem auf egullet

"Death & Co" - New Yorks neuer Stern am Bar Himmel
















Am 27. Dezember 2006 eröffnete Dave Kaplan (24) und sein Partner Ravi DeRossi (32)mit einem Soft Opening Ihre neue Bar " Death & Co" in NY. Als Meister des CRM hatte Dave im Vorfeld über seinen MY Space Account Kontakt zu Cocktailversierten New Yorkern aufgebaut (Die dort vorhanden Bilder sind absolut sehenswert - Sie müssen sich bei My Space anmelden).

Kurze Zeit später schrieben mir Bekannte aus New York - Brian hat den Pegu Club verlassen und wäre jetzt im Death&Co. Brian vom Pegu in einer neuen Bar? Das konnte nur bedeuten: Höchste Qualität neben Pegu und Milk & Honey!

"Death & Co" wird Sie nicht enttäuschen. Kein Fenster, keine Werbung, einzig ein kleines Schild in der total mit Holz verkleideten Außenfassade zeigt Ihnen, das Sie hier eine von NY besten Adressen für einen guten Drink ist. Die Bar erinnert sehr an ein Speakeasy. Sie die goldene Mitte, zwischen dem Milk and Honey und dem Pegu Club. Sie ist größer als das Mlk&Hny, bietet die Möglichkeit an der Bar zu sitzen und hat eine größere Auswahl an Spirituosen. Sie ist kleiner als der Pegu Club und hat somit immer noch den Charme einer kleinen, persönlichen Bar. Sie müssen nicht, sollten aber Reservieren. Falls die Bar voll ist, werden Sie auf Ihren Handy zurück gerufen, sobald wieder Platz frei ist. Es werden keine großen Gruppen angenommen und es werden nicht mehr Gäste am Tresen platziert, als dort sitzen können. “If people stand over you and order over your shoulder, that detracts from the quality of your experience” so Kaplan. Am Tresen stehen ist nicht möglich, was (wenn mann nicht gerade der am betriebswirtschaftlichen Erfolg interessierte Inhaber ist) am Freitag und Samstag Abend im Pegu Club doch oft sehr stört. Im Death & Co wird den Bartendern somit die Möglichkeit gegeben, sich sehr aufmerksam um Ihre Gäste zu kümmern.

Der größte Qualitäts Garant für diese Bar ist aber Dave Kaplan selber. Zum einem hat er erkannt , das einer der wichtigsten Faktoren für diese Art von Bar das Personal ist. Er hat es geschafft mit seinem Barchef Philip Ward (Pegu, Flaitron Lounge), oben erwähnten Brian Miller (Pegu) und Jim Kerns (Pegu and Freemans) einige der besten Bartender der Stadt hinter einem Tresen zum vereinen.

Zum Anderen, laut Cocktailian Donbert (sie erinnern sich - cocktails over canal - aus seinem flickr Set stammen einige Bilder)

Cremes de Violette
Originally uploaded by Cocktailian.
ist Dave Kaplan zum Glück ein "zweitklassiger Geschäftsmann" : "Dave Kaplan who is a cocktail geek first and a businessman second. He gets it. It isn't
about money or ego like so many new restaurants and bars opening up
all the time in NYC, it's about the love of the craft itself. He is
always excited about new ingredients and cocktails, and you can see
how it motivates the staff."

In einem "New York Post" Interview sagte Kaplan über sein Verständnis von gutem Service “We try to gently show everyone that cocktails are great,” says Kaplan. “We ask people what they like to drink, then suggest a cocktail we make that they might enjoy. We hope people try something new, but we’ll make anything anyone asks. We had one woman ask for a flavored vodka and Diet Coke. We made it for her, though the only flavored vodka we had was the one we make in house.” Man versucht dem Gast gut gemachte Cocktails zu empfehlen - aber im Gegensatz zu einer in einigen deutschen Bars neuerdings arroganten "Wahrung der Trinkkultur" bekommt der Gast hier, was er möchte - wenn es die Bar hergibt.
An erster Stelle ist ein guter Bartender Gastgeber - an zweiter Stelle sollte er erstklassige Getränke servieren - Im "Deatch & Co" wird diese Reihenfolge eingehalten:

Las Amantes Joven mescal
Originally uploaded by Cocktailian.


Ravi DeRossi sorgt neben den erstklassigen Cocktails für eine erstklassige Weinauswahl. Ein Schwerpunkt der umfangreichen Spirituosenauswahl sind "Artisanal mezcals" ein Höhepunkt der Cocktailwahl sicherlich ein "Oaxaca Old Fashion" el tesoro reposado tequila, del maguey chichicapa mescal, agave nectar, a dash of angostura bitters, abgespritzt mit einer flambierten Orangenschale.

Weitere COCKTAILS
St Matilda - herradura silver tequila, fresh lemon juice, mathilde poires liqueur, fresh pear

Company Buck - goslings dark rum, pineapple juice, orange juice, homemade ginger beer, fresh lime juice

Monongahela Mule - old overholt rye whiskey, fresh lemon juice, homemade ginger beer, mint, raspberries

19Th St Special - bakers bourbon, muddled tangerine, fresh lemon juice, aperol

Jovencourt Daiquiri - barbancourt white rum, fresh lime juice, los amantes joven mescal

Martica - appleton’s v/x rum, paul monier vsop cognac, carpono antica vermouth,luxardo maraschino

Lucino’S Delight - beefeater gin, carpano antica vermouth, luxardo maraschino liqueur, amaro lucino

Wicked Kiss bonded - applejack brandy, rittenhouse rye, benedictine, yellow chartreuse, a dash of angostura bitters

Hot Buttered Rum - angostura 1919 rum, butter, allspice, nutmeg, clove, light brown sugar, steamed together and finished with
a dusting of freshly grated cinnamon


Death & Co
433 E. 6th St., New York,
nr. Ave. A
212-388-0882

Robert Hess: Mahogany, an Ode to Jägermeister

Drinkboy Robert Hess brach vor 2 Tagen eine Lanze für einen alten deutschen Klassiker . Verschmäht jeder deutsche "Top Mixologist" neben einer (sichtbaren) Flasche Deutschen Korns ebenso eine Flasche Jägermeister hinter seiner Bar, findet dieser Kräuter Klassiker grundsätzlich in den USA deutlich mehr Beachtung.

Nach Roberts Ansicht, TOP US Bartender verstecken das Fläschchen mittlerweile auch im "Dusty Cabinet", liegt diese "Sich für Jägermeister schämen" an der Art seiner Vermarktung. T`schuldigung "Saufen" und Party machen, mit Rudi zwar extrem cool aber letzten Endes doch eher wie einer Horde nie erwachsen werden wollender irgendwas Dreißiger auf ihrer immer währenden Abiparty.

Robert Hess indes, tut (aus meiner Sicht) mehr für die Marke Jägermeister als oben genannte fragwürdige Werbekampagne mit Ihren Eiskalten Jägermeister tapped Maschinen und Ihren "Shot Girls". Er macht Jägermeister wieder zu dem, was er ist. Ein gut gemachter Kräuter Schnaps, ähnlich einem Bitter, aus Deutschland. In Verbindung mit den passenden Spirituosen, durchaus einen guten Drink Wert.

Roberts Kreation: Mahogany

1 1/2 oz. dry vermouth
3/4 oz. Jägermeister
3/4 oz Benedictine
Stir with ice. Strain into a cocktail glass which has been misted with cinnamon tincture. Kreation:

Robert Hess über Jägermeister:
Now I’m not saying that suddenly Jägermeister is a prime ingredient that all bartenders should be suddenly be enamored with, only that by seeing it in a slightly different light, it’s possible to see its value as a product, despite the poor reputation that has been bestowed upon it by the marketing department.

Recht hat er. Dies gilt sicherlich nicht nur für Jägermeister.

Interessant finde ich seine Zimt Tinktur im Zerstäuber:
Cinnamon Tincture: I made mine by simply buying a jar of cinnamon sticks, opening it up, and then filling it up with vodka and letting it sit for a couple weeks. Putting the tincture in an atomizer makes it easy to coat the glass with a couple of quick sprays.

Jägermeister trinken für Erwachsene:

holen Sie den Jägermeister aus dem Froster (ein deutscher Kräuterschnaps sollte maximal gekühlt - jenseits der Abiparty Shoot Kultur, nie eiskalt - getrunken werden) und mixen Sie sich einen Mahogany.

Prost!

Dienstag, 27. Februar 2007

Liberty Cocktail

Aus gegebenem Anlass gibt es heute mal einen Cocktail, den es gleich in 2 Versionen zu geniessen heisst.
Die Rede ist vom weitgehend unbekannten Liberty Cocktail, der mir gerade in David Emburys wundervollem Buch "The Fine Art of Mixing Drinks" aufgefallen ist. Ein Vertreter der schier endlosen süß/sauer Kombinationen, die aber allesamt durchaus sehr schmackhaft sind.

Embury hat mit seinem Buch einen Meilenstein in der Cocktailbuchgeschichte gesetzt und war kein Mann vom Fach. Er war schlichtweg Anwalt und ein Geniesser guter Drinks. Da er aber des öfteren schlechte Drinks serviert bekam, nahm er es sich zur Aufgabe ein Buch als Leitfaden zu verfassen, dass von jedem einfach nachzuvollziehen ist. Es ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Rezepturen, sondern liefert vielmehr die Antwort auf fast jede Frage in Bezug auf einen guten Drink. Exemplare dieses Buches sind rar und sehr gesucht, mit Preisen jenseits von 100 Euro muss speziell bei den 1948er und 1953er Editionen gerechnet werden. Zu finden bei ABEBOOKS.DE.

Aber zurück zum Liberty Cocktail und zum Start mit Rezeptur Nr.1:

Liberty Cocktail

5 parts Applejack
3 parts White Label Rum
2 parts Lime Juice (fresh)
1 part Sugar Syrup


und Rezeptur Nr.2:

Liberty Cocktail

5 parts Apricot Brandy
3 parts Sloe Gin
2 parts Lime Juice (fresh)

Shake with cracked or crushed ice.

Ich tendiere persönlich zu Rezeptur 2 mit etwas mehr Sloe Gin als Apricot Brandy!

Montag, 26. Februar 2007

Schaumweinsteuer

Ein Staat muss, soviel ist klar, Steuern erheben um die Staatskassen zu füllen. Mit diesen Einnahmen wird in der Regel das Leben seiner Bürger auf möglichst angenehme Weise gestaltet.

Das wir Deutschen gut darin sind Steuern aufzuerlegen, dass hat sich schon bis in die entlegensten Teile des Planeten herumgespochen, für manche Unverfrohrenheit sind wir gar berühmt. Gern werden hierzulande Verbrauchssteuern erhoben um dem Bürger möglichst alltäglich bei seinem "Dolce Vita" in die Taschen zu langen

Die erste sogenannte Verbrauchsteuer war die Salzsteuer im Fränkischen Reich. Diese sollte allerdings nicht die einzige bleiben, sondern es folgten viele weitere wie z.b. Branntweinsteuer, Kaffeesteuer, Tabaksteuer, Biersteuer, Zuckersteuer(1992 abgeschafft), Teesteuer (1993 abgeschafft) und natürlich die Sekt bzw. Schaumweinsteuer.
Sie gilt als Inbegriff für Steuern, die zu einem bestimmten Zweck eingeführt, aber nie wieder abgeschafft wurden.

Kaiser Wilhelm der II. führte diese 1902 zur Finanzierung des Kaiser-Wilhelm-Kanals und der kaiserlichen Kriegsflotte ein. Als es 1933 zur Wirtschaftskrise kam wurde sie für einen kurzen Zeitraum abgeschafft um sie dann 1939 wieder einzuführen, da man es sich in den Kopf gesetzt hatte sich eine U-Boot-Flotte zuzulegen.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges übernahm der Bund die Schaumweinsteuer! Man könnte hier Traditionspflege vermuten, aber vielmehr sah man wohl in ihr eine etablierte Form der Zusatzeinahmen, die es zu wahren hieß.
Bis zum heutigen Tage fließen von jeder 0,75 Flasche Schaumwein 1,02 Euro in den Staatssäckel.
Dies wirft wiederum die Frage nach der Qualität der Schaumweine auf. Kosten doch manche Schaumweine im Einzelhandel deutlich unter 4 Euro, so sind zum einen der Abschlag im Einkauf für den Grosshandel abzuziehen, Flasche, Verpackung bzw. Etikettierung, natürlich der Weinhaltige Inhalt, die Herstellungs- und Transportkosten und natürlich die Steuer. Was am Schluss bleibt sind Centbeträge als Reingewinn. Ob dieser Schaumwein allerdings immer noch als Ausdruck von Lebensfreude und Kultiviertheit taugt, bleibt stark anzuzweifeln.

Was die Schaumweinsteuer und die U-Bootflotte betrifft, ist eines klar:
Die Steuer bleibt und die U-Bootflotte modert weiter auf dem Meeresgrund vor sich hin!


Im übrigen gibt es auch eine Weinsteuer, diese ist allerdings auf null gesetzt und kann jederzeit ohne grosse Mühen animiert werden.
Man bedenke nur die brachliegenden Mehreinnahmen für den Bund!?!

Sonntag, 25. Februar 2007

Thekenmeister = Barmeister?

via gastgewerbliche Gedankensplitter: l

Der THEKENMEISTER blog schreibt über sich "Eigentlich dreht es sich hier nur um Sachen, die ich als Thekenmeister bei meiner Arbeit in einer Bar, im Cafe oder in meiner Freizeit in der Gastronomie erlebe..." . Heiko Lüttges aus Ulm, schreibt hier rund um seinen Theken/ Bar Job. Feinste Thekenkultur!

Samstag, 24. Februar 2007

Die frühen Barausstatter

Als man in dem Betreiben eines Saloons eine solide Einnahmequelle erkannte, hatte dieser Geschäftszweig zwangsläufig mit erhöhtem Konkurrenzdruck zu kämpfen. An jeder Ecke eröffnete ein neuer Saloon und buhlte um die gleiche Kundschaft.

Dies hatte zur Folge, dass sich die Betreiber mehr darüber Gedanken machen mussten, wie man sich von der immer grössere werdenden Zahl der Konkurrenten abgrenzen konnte.

Waren die frühen Saloons doch meist recht einfach und nur der Funktion entsprechend eingerichtet, setzte bald ein Trend zum üppigen, Wertigkeit vermittelnden Barroom ein.


Diese Entwicklung förderte die geschäftlichen Überlegungen der Einrichter für Billardsaloons, diese erkannten schnell das man in einer Erweiterung des Angebotskataloges an dieser neuen , profitablen Entwicklung teilhaben kann.

Zwei Firmen dominierten damals den Markt für Bareinrichtungen. Zum einen die Chicagoer Firma BRUNSWICK-BALKE- COLLENDER COMPANY, die ca. 95 %! Marktanteil am Ende des 19 Jh. besass und die kleine CLAES & LEHNBEUTER MANUFACTURING COMPANY aus St.Louis.
Wie man schon an den Firmennamen unschwer erkennen kann, handelte es sich hier um deutsche Immigranten die auf der Suche nach einer gesicherten Zukunft der Deutschen Heimat den Rücken kehrten und in Amerika massgeblich die Entwicklung der Bars beeinflussten.

John (wahrscheinlich Johannes) Brunswick kam 1834 als einer von Tausenden deutschen Immigranten nach Amerika. Er lies sich in Cincinatti nieder, wo er eine kleine Firma für die Fertigung von Kutschen betrieb. Ca. 1845 begann er sein Geschäftsfeld auf die Ausstattung von Billardräumen zu erweitern. Dies geschah zu einer Zeit als sich Billardräume nicht mehr nur ausschliesslich in Privat Clubs, sondern zunehmend in Bars und Saloons befanden.

Als später der neue Trend zum opulent ausgestatteten Barroom einsetzte, war Brunswick einer der ersten der dieses erkannte und wurde so erfolreich, das man sich eine zweite Produktionsstätte in Iowa und Showrooms in Chicago, New York, St.Louis und San Francisco zulegte. Als Brunswick 1886 starb übernahm sein Nachfolger Moses Bensinger die Führung der Firma.

Er standartisierte das Programm für die Baraustattungen und veröffentlichte 1891 einen 112 Seiten dicken, umfangreich illustrierten Katalog, in dem es vom Korkenzieher bis zum kompletten Barroom alles gab was das Herz eines Barbesitzers begehrte.

Die Firma CLAES & LEHNBEUTER MANUFACTURING COMPANY hatte einige Ähnlichkeiten mit obiger Firma. Auch dies wurde von deutschen Immigranten geründet und man fertigte ursprünglich Ausstattungen für Drogerien, Tabakläden und Bekleidungsgeschäfte.
Auch diese Firma stieg gegen 1880 in das Geschäft für Barausstattungen ein und man machte gute Geschäfte bis sich die Anti-Saloon Bewegung mehr Gehör verschaffte und sich die Stimmung zusehens gegen Bars und Saloons wandte, was 1919 zum "Grossen Experiment" führte- der Prohibition.