Freitag, 23. Februar 2007

Claridge`s Bar London

Die Geschichte des Claridge`s geht zurück bis ins Jahr 1854, als das kleine Claridge`s mit dem viel grösseren Mivart`s Hotel verschmolz. Die Gebäude bestanden damals aus vielen kleinen Einzelhäusern und als 1894 Richard O´Olyly(der Savoy Besitzer) die Führung übernahm, ließ er alle Gebäude niederreißen.

1898 wurde das Hotel wieder aufgebaut und bekam auch eine Bar die man von den anderen „public rooms“ separierte. Das Aushängeschild der Bar waren American Drinks, wie Cocktails damals hießen und die Bar wurde von der ersten Barfrau Grossbritanniens Ada Coleman geführt.

Ada war nicht nur die erste ihrer Art, sie verstand es die Claridge`s Bar zu einem Templel der Trinkkultur zu erheben. Sie wechselte später in das Savoy und führte dort die Bar mit grossem Erfolg.
In den 1920 Jahren wurde das Claridge`s mehr auf Art Deco getrimmt und man engagierte renomierte Architekten, wie Basil Ionides und Oswald Milne um dieses Ziel zu erreichen.
Die Bar wurde 1998 erneut umgestaltet und man besann sich wieder mehr auf die Ursprünge, ohne sich der zeitgenössischen Elemente zu verweigern. Man entschied sich für indirektes Licht und viel Mamor und Spiegel.

Claridge`s Bar hat einen altmodischen, sehr britischen Charme und ist auch heutzutage eine zu empfehlende Adresse für einen kultivierten Drink.
Mein Besuch wurde allerdings dadurch getrübt, dass man an der Bar von dem berühmten, nach dem Hotel benannten Cocktail „Claridge“ noch nie etwas gehört hatte. Nach Aufklärung war es aber möglich, diesen an historischer Stelle zu geniessen. Dem Management sei angeraten sich etwas mehr mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und sich wohl zu überlegen, wem man die Führung einer solchen Trinkstätte überlässt.

Claridge`s Bar

Davies Street, Mayfair, London W1A 2JQ, UK


Claridge Cocktail

4 cl dry gin
2 cl french vermouth
1 dash apricot brandy
1 dash triple sec
lemon peel

Trinkgeld und die Krankenversicherungen 2.0

Statcounter.com wertet unseren Traffic aus. Heute hatten wir beim Bitters-Blog Zugriffe von einem ISP: mit dem Namen einer großen Deutschen gesetzlichen Krankenkasse. Man landet bei uns, weil man auf Google " Trinkgeld regel max. Höhe" als Suchbegriff eingegeben hatte. Die gastronomischen Alarmglocken läuteten, und ich konnte nicht umhin, eine "Bar-Blogger" Kontrollmitteilung an Helmut Adam zu schicken.

Was war passiert? das erklassige Magazin BRANDEINS veröffentlichte in seiner letzten Ausgabe einen Lesenswerten Artikel Was ist eigentlich... TRINKGELD?. Ich erlaubte mir, über diesen Trinkgeldartikel zu schreiben

Einen Tag später, berichtete Gerhard Schoolman in seinen Gastgewerblichen Gedankensplittern über "Trinkgeld"und stellte zu Recht fest, das entgegen der Berichterstattung in der brandeins Trinkgeld unter Beachtung der üblichen "Bürokratie Abbau" Hinweise sehr wohl abgesetzt werden kann.

Kurze Zeit später sah ich Nachmittags eine Sendung auf Kabel eins - "Bizz - Trinkgeld Test, wenn Kellner Ihre Gäste betaschen" in dem über eine Studie aus Amerika berichtet wurde, von der Herr Schoolmann schon " 2002 berichtete".

Ich mußte schmunzel - so also funktionierten Medien. Blogs liefern die Anregungen - im TV werden sie Massenwirksam ausgearbeitet. Spätestens seit dieser Fernseh Ausstrahlung ist es ein NO GO für jeden halbwegs brauchbaren Kellner, seine Gäste auch nur versehendlich anzufassen ( Ihr Gast denkt jetzt: "Der Kellner will mit miesen Psychotricks noch mehr Trinkgeld - jetzt geb ich keines mehr!")

Ebenfalls 2002 schrieb Gerhard Schoolmann:

"Nancy Benac schreibt über Trinkgelder: "Americans Willingly Reward With Tips". Zum Beispiel erhalten weibliche Service-Kräfte mehr Trinkgeld, wenn sie ein fröhliches Strichgesicht auf die Quittung malen. Bei männlichen Service-Kräften tritt die gegenteilige Wirkung ein." Seit dieser Zeit, begegnet mir in jedem Deutschen Steak Haus dieser Rechnungs Smiley und wenn man es gelesen hat, kann man nicht umso der Servicekraft zu unterstellen, mein durchaus großzügiges Trinkgeldverhalten wäre zu manipulieren (Was solls, ich gebe trotzdem guten Tip - aber glauben Sie nicht, ich hätte Sie nicht durchschaut)

Übrigens möchte ich unseren Lesern aus den Räumlichkeiten einer großen deutschen Krankenkasse (und den demnächst folgenden Politkern) im allgemeinen Empfehlen, einen RSS - Reader auf Herrn Schoolmanns Blog zu richten. Er ist die ."größte deutschsprachige Fundgrube zum Thema Trinkgeld"

Zeitgleich zum BIZZ Trinkgeld Fernsehspiel veröffentlichte Mixology einen Auszug aus einer Umfrage von Tanja Bempreiksz.Die sich anschliessende Diskussion ist durchaus lesenswert.

Dies entging Herrn Schoolman keinesfalls. Seine gelungenen Ausführungen zum Mindestlohn ( und Mindestpreis für Bier) sollten
unsere "neuen" Leser aber keinesfalls auslassen.

Ich erlaube mir einen kurzen Ausflug, in die Welt jenseits der Bar und Trinkgeld und möchte meine Leserempfehlung um meine absolute brandeins Lieblingsausgabe ergänzen:

Ausgabe 1/2007 - Selbstständigkeit
Gründlich, Heimtückisch, Bescheuert
Der Deutsche Kampf gegen die Selbstständigkeit.

Warum dieser Ausflug in Politik? Gehört sie nicht neben der Religion zu den beiden Themen, die kein Barkeeper hinter der Bar ansprechen sollte? Richtig!

Aber, da wir Barkeeper nun HIER über Trinkgeld oder aber HIER über Bezahlung diskutieren und sich die Anzeichen mehren, das die flaschen Leser solche Diskussionen verfolgen, sollte folgendes Beachtet werden:

Man liest, was man lesen muss (um Millarden große Löcher mit allen Mitteln zu stopfen) und die falschen Leser werden einem anständigen Barkeeper irgendwann einmal nicht mehr glauben, dass er wirklich nur ein, zwei hundert Euro Trinkgeld im Monat macht. Das hier oft Summen genannt werden, die ausschließlich eine sehr kleine Zahl von Profi-Bartendern in einigen wenigen Großsstädten und sehr guten Häusern macht, wird dann unter den Tisch fallen.

Mein kurzweiliger Beitrag zur "Revolutionierung des Gesundheitssystems". Jeder Kunde (Patient) gibt dem dann geringer bezahlten Klinikpersonal einen Tip (nach amerikanischen Vorbild) von 10% (schlechter Service) bis 25 % (guter Service). (bei einer Herz OP - änhlich wie bei einer Großen Gruppen Rechnung im Restaurant - ist weniger auch o.k.) - Kurz: besser bezahltes Klinikpersonal (zumindest "netto" - gut für die eigene Rentenvorsorge), zufriedene Gäste (ok... Ihr nennt Sie Patienten), geringere Kosten für das Gesundheitssystem, damit geringere Kosten für den Gast -äh- Patienten. Aber nicht das die Verwaltung der Krankenkassen an diesem Trinkgeldtronc beteiligt wird!

Was bleibt uns Barkeepern? Brandeins 2007/1 kaufen, und sich selbstständig machen. In eine Großstadt ziehen und als freier Bartender in mehreren Bars arbeiten. Über Ihr Gewerbe (versuchen Sie erst gar nicht, so eine Tätigkeit als Freiberuf anerkennen zu lassen - Sie und ich wissen das es eine Kunstform ist - aber wir leben in Deutschland - also zahlen Sie Lebenskünstler auch Gewerbesteuer!) noch andere Aufträge (Veranstaltungen, Messen, Consulting etc) abwickeln. Rechnungen schreiben, in die private Krankenversicherung wechseln, sofort aus der Rente austreten (sagen Sie nicht, man hat sie nicht gewarnt) und privat vorsorgen. Entsagen Sie sich dem kollabierendem System! Ach ja, Steuern zahlen nicht vergessen, es ist in der Regel weniger als Sie denken und mit einem gutem Steuerberater werden Sie überrascht sein, was alles möglich ist. Bauen Sie sich ein Netzwerk auf... das wird Sie eher auffangen als das zukünftige soziale System in Deustchland.

In NY habe solche freien Bartender getroffen, sie arbeiteten teilweise im Mlk&Hny, Pegu, Little Branch etc. Ich würde mir wünschen, solche freien Bartender hier in Deutschland zu treffen - wobei ich gestehen muss, das die Auftraggeber (früher Arbeitgeber) hierfür wahrscheinlich noch fehlen. Falls Sie mal so selbständig in Hamburg arbeiten wollen, oder nur für ein Projekt, schicken Sie mir eine email. Man weiss ja nie... bauen Sie Ihr Netzwerk auf.

Carpano Antica Formula & Mario NACHTRAG


Das es bei Mario im Shiro i Shiro, Berlin, sehr gute Getränke gibt,hatten wir vor einigen Tagen berichtet . Heute erreichte uns via Kommentarfunktion Mario und war so freundlich uns seinen Kontakt, bezüglich des unglaublichen Vermouths von Carpano, dem "Antica Formula", preiszugeben.

In Berlin ist der Ansprechpartner Michael Macek, 0171 7770404 oder info(AET)vinsens.de
Herr Macek Vertritt das Haus . Wein Wolf
Es wird an dieser Stelle auch darum gebeten, Herrn Macek tagsüber und nicht am Abend anzurufen um Ihm seine wohlverdiente Feierabendruhe zu geben. Danke!!!

Der Importeur für Deutschland ist laut seinen Angaben
Weinland Ariane Abayan GmbH & Co. KG
Erikastraße 67
20251 Hamburg

Telefon: 040 - 48 00 35 - 0
Telefax: 040 - 48 00 35 - 35
eMail: weinland(AET)abayan.de

Ich denke bei Wein Wolf oder bei Abayan können die Bezugsquellen aushalb Berlins angefragt werden.
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Häuser auch Privat Kunden beliefern, sie können aber sicherlich Auskunft geben, wo dieser "Manhattan - MUST HAVE" zu bekommen ist.

Donnerstag, 22. Februar 2007

Fee Brothers aged Bitters

Nachdem schon seit geraumer Zeit gemunkelt wurde, das die Firma Fee Brothers dabei ist die gute alte Traditon von ABBOTT`S aufzugreifen und den Bitters eine Fasslagerung von bestimmter Zeit zukommen zu lassen, steht der grosse Moment der ersten Releases wohl unmittelbar bevor.


Wie aus amerikanischen Cocktailkreisen verlautete ist es so eine Art Versuchsballon der Firma und die Aged Bitters sind nur in limitierter Menge erhältlich. Natürlich werden die Multiplikatoren der internationalen Szene jeweils eine Flasche erhalten, soviel ist klar.
Der Bitters Blog hat seine Fühler bereits jenseits des Atlantiks ausgestreckt und ist zuversichtlich, in Kürze hier an dieser Stelle erste Verkostungseindrücke der geschätzten Leserschaft zu präsentieren.

10 Stufen des Manhattan Cocktails

Sie kommen in eine Bar, die Atmosphäre sagt ihnen gleich zu, das Licht ist gedämpft, aus den Lautsprechern kommt dezenter Jazz. Sie entspannen sich sichtlich und entschließen sich, einen echten Klassiker zu bestellen: Sie ordern beim Barkeeper einen Manhattan. Ohne es vielleicht zu Wissen, wird Ihnen ein Schauspiel geboten, die 10 Stufen des Manhattan, an denen Sie viel über die Qualität des Hauses erkennen können.

Sie Also - " Einen Manhattan bitte!"

1. Stufe: Der Barmann nickt und nimmt ein Rührglas, gibt etwas wässriges Eis aus der Eiswanne ins Rührglas. Er schenkt frei Hand eine guten Schuss Cinzano Vermouth Rosso ins Glas und gibt drauf einen Canadischen Whisky seiner Wahl. Die Flasche Whisky ist leider schon nach 2 cl leer und man sieht wie der Barmann augenscheinlich nach neuem Whisky sucht. Er verlässt die Bar kurz um neuen Whisky zu holen. Das Rührglas steht vor Ihnen auf dem Tresen und die wenigen Eiswürfel geben schneller als Ihnen lieb ist, Ihre letzte Kälte ab. Kurz darauf betritt der Barmann mit vollem Whisky die Bar und vollendet sein Vorhaben im Rührglas. Er beginnt zu rühren, und stoppt. Man sieht wie er kurz suchend schließlich doch eine halb volle Flasche Riemerschmied Bitter findet, dem Äußeren nach, etwas älter. Die Flasche ist am Hals nicht wirklich Sauber. Der Bartender gibt einen Dash Angostura ins Rührglas und rührt weiter. Er nimmt eine Cocktailschale aus dem Rückbüffet und stellt diese vor sich auf den Tresen. Er strained den Drink ab und serviert ihn Ihnen, dekoriert mit einer Cocktailkirsche, auf einem Untersetzer.

2. Stufe: Der Barmann nickt und nimmt ein Rührglas, füllt dies mit Eis. Er schenkt frei Hand einen guten Schuss Martini Rosso ins Rührglas und gibt darauf gut die doppelte Menge Canadischen Whiskys. Er gibt einen Schuss Angostura ins Rührglas und beginnt zu rühren. Er nimmt eine Cocktailschale aus dem Rückbüffet und stellt diese vor sich auf den Tresen. Er strained den Drink ab und serviert ihn Ihnen, dekoriert mit einer Cocktailkirsche, auf einem Untersetzer.

3. Stufe: Der Barmann nickt und nimmt ein Rührglas, füllt dieses mit Eis, rührt kurz das Rührglas kalt und strained den kleinen Teil Schmelzwasser in den Ausguss. "Canadian oder Bourbon ?" fragt Sie der Barkeeper. "Bourbon, bitte". Er schenkt frei Hand einen Teil Martini Rosso ins Rührglas und gibt darauf gut die doppelte Menge Four Roses Bourbon. Er gibt einen Schuss Angostura ins Rührglas und beginnt zu rühren. Er nimmt eine Cocktailschale aus dem Rückbüffet und stellt diese vor sich auf den Tresen. Er strained den Drink ab und serviert ihn Ihnen, dekoriert mit einer Cocktailkirsche, auf einem Untersetzer.

4. Stufe: Der Barmann nickt und nimmt ein Rührglas, füllt dieses mit Eis, rührt kurz das Rührglas kalt und strained den kleinen Teil Schmelzwasser in den Ausguss. Er nimmt eine Cocktailschale aus dem Rückbüffet und stellt diese vor sich auf den Tresen. Er füllt die Cocktailschale Randvoll mit feinem Eis und man erkennt, wie Sie langsam vorkühlt. Er schenkt frei Hand einen Teil Martini Rosso ins Rührglas und gibt darauf gut die doppelte Menge Four Roses Bourbon. Er gibt einen Schuss Angostura ins Rührglas und beginnt zu rühren. Er strained den Drink ab und serviert ihn Ihnen, dekoriert mit einer Cocktailkirsche, auf einem Untersetzer.

5. Stufe: Der Barmann nickt und nimmt ein Rührglas, füllt dieses mit Eis, rührt kurz das Rührglas kalt und strained den kleinen Teil Schmelzwasser in den Ausguss. "Welcher Vermouth darf es sein?". Stolz präsentiert er einen Vermouth Rosso von Martini und einen von Noilly Prat. "Noilly Prat Rouge, bitte" Er nimmt eine Cocktailschale aus dem Rückbüffet und stellt diese vor sich auf den Tresen. Er füllt die Cocktailschale Randvoll mit feinem Eis und man erkennt, wie Sie langsam vorkühlt. Er schenkt frei Hand einen Teil Noilly Prat Rouge ins Rührglas und gibt darauf gut die doppelte Menge Makers Mark, 45% Vol. Er gibt einen Schuss Angostura ins Rührglas und beginnt zu rühren. Er strained den Drink ab und serviert ihn Ihnen, dekoriert mit einer Cocktailkirsche, auf einem Untersetzer.

6. Stufe: Der Barmann nickt und nimmt ein Rührglas, füllt dieses mit Eis, rührt kurz das Rührglas kalt und strained den kleinen Teil Schmelzwasser in den Ausguss. "Welcher Vermouth darf es sein?". Stolz präsentiert er einen Vermouth Rosso von Martini und einen von Noilly Prat. "Noilly Prat Rouge, bitte" Er nimmt eine Cocktailschale aus dem Rückbüffet und stellt diese vor sich auf den Tresen. Er füllt die Cocktailschale Randvoll mit feinem Eis und man erkennt, wie Sie langsam vorkühlt. Er schenkt frei Hand einen Teil Noilly Prat Rouge ins Rührglas und gibt darauf gut die doppelte Menge Makers Mark, 45% Vol. "Orange oder Angostura Bitter?" - "Orange Bitter, bitte" Er gibt einen Schuss Orange Bitter ins Rührglas und beginnt zu rühren. Er strained den Drink ab und serviert ihn Ihnen, dekoriert mit einer Cocktailkirsche, auf einem Untersetzer.

7. Stufe: Der Barmann nickt und nimmt ein Rührglas, füllt dieses mit Eis, rührt kurz das Rührglas kalt und strained den kleinen Teil Schmelzwasser in den Ausguss. "Welcher Vermouth darf es sein?". Stolz präsentiert er einen Vermouth Rosso von Martini und einen von Noilly Prat. "Noilly Prat Rouge, bitte". Er nimmt eine Cocktailschale aus dem Rückbüffet und stellt diese vor sich auf den Tresen. Er füllt die Cocktailschale Randvoll mit feinem Eis und man erkennt, wie Sie langsam vorkühlt. Er schenkt frei Hand einen Teil Noilly Prat Rouge ins Rührglas und gibt darauf gut die doppelte Menge Makers Mark, 45% Vol. "Welcher Bitter darf es sein?" - Stolz unterbreitet er mir eine große Auswahl an Bitters - Gary Regan No. 6, Orange und Aromatic Bitter von The Bitter Truth, Peychauds Bitters, Angustora Bitter, Hermes Orange und Aromatic Bitter, Wee`s Bitters, Fee Brothers Bitters. Ich bin kurz unentschlossen und sage einfach: " Orange Bitters, wählen Sie einen aus". Er gibt einen Schuss Orange Bitter ins Rührglas und beginnt zu rühren. Er strained den Drink ab und serviert ihn Ihnen, dekoriert mit einer Cocktailkirsche, auf einem Untersetzer.

8. Stufe: Der Barmann nickt und nimmt ein Rührglas, füllt dieses mit Eis, rührt kurz das Rührglas kalt und strained den kleinen Teil Schmelzwasser in den Ausguss. "Welcher Vermouth darf es sein?". Stolz präsentiert er einen Vermouth Rosso von Martini, einen Rouge von Noilly Prat und einen Antica Formula von Carpano. "Antica, bitte". Er nimmt eine Cocktailschale aus dem Rückbüffet und stellt diese vor sich auf den Tresen. Er füllt die Cocktailschale Randvoll mit feinem Eis und man erkennt, wie Sie langsam vorkühlt. "Rye oder Bourbon?", fragt der Barmann. "Gerne Rye". Er schenkt in einen Jigger einen Teil Carpano Antica ins Rührglas und gibt darauf die doppelte Menge Rittenhouse Bonded Rye in den Jigger, "Welcher Bitter darf es sein?" - Stolz unterbreitet er mir eine große Auswahl an Bitters - Gary Regan No. 6, Orange und Aromatic Bitter von The Bitter Truth, Peychauds Bitters, Angustora Bitter, Hermes Orange und Aromatic Bitter, Wee`s Bitters, Fee Brothers Bitters. Sie sagen einfach: " Orange Bitters, wählen Sie einen aus". Er gibt einen Schuss Orange Bitters ins Rührglas und beginnt zu rühren. Er strained den Drink ab. "Lemon Twist?" Fragt der Barmann. "Ja bitte". Er drückt einen kleinen Lemon Twist über dem Drink aus und reibt diesen noch kurz über den Glasrand. Er serviert Ihnen Ihren Manhattan auf einem Untersetzer.

9). Stufe: Der Barmann nickt. Er stellt Ihnen ein Glas kaltes Eiswasser auf einen kleinem Untersetzer hin. Er nimmt ein Rührglas, füllt dieses mit frischen ,großen Volleiswürfeln, direkt aus dem Froster. Er rührt kurz das Rührglas kalt und strained den kleinen Teil Schmelzwasser in den Ausguss. "Welcher Vermouth darf es sein?". Stolz präsentiert er einen Vermouth Rosso von Martini, einen Rouge von Noilly Prat und einen Antica Formula von Carpano. "Antica, bitte". Er nimmt eine Cocktailschale aus dem Rückbüffet und stellt diese vor sich auf den Tresen. Er füllt die Cocktailschale randvoll mit feinem Eis und man erkennt, wie Sie langsam vorkühlt. "Rye oder Bourbon?", fragt der Barmann. "Gerne Rye". Er schenkt in einen Jigger einen Teil Carpano Antica ins Rührglas und gibt darauf die doppelte Menge Rittenhouse Bonded Rye in den Jigger, "Welcher Bitter darf es sein?" - Stolz unterbreitet er mir eine große Auswahl an Bitters - Gary Regan No. 6, Orange und Aromatic Bitter von The Bitter Truth, Peychauds Bitters, Angustora Bitter, Hermes Orange und Aromatic Bitters, Wee Bitters, Fee Brothers Bitters. Ich bin kurz unentschlossen und sage einfach: " Orange Bitters, wählen Sie einen aus". Er gibt einen Schuss Orange Bitters ins Rührglas und beginnt zu rühren. Er strained den Drink ab. "Lemon Twist?" Fragt der Barmann. "Ja bitte". Er drückt einen kleinen Lemon Twist über dem Drink aus und reibt diesen noch kurz über den Glasrand. Er serviert Ihnen Ihren Manhattan auf einem Untersetzer.

10). Stufe: Der Barmann nickt. Er stellt Ihnen ein Glas kaltes Eiswasser auf einen kleinem Untersetzer hin. Er nimmt ein Rührglas, füllt dieses mit frischen, großen Volleiswürfeln, direkt aus dem Froster. Er rührt kurz das Rührglas kalt und strained den kleinen Teil Schmelzwasser in den Ausguss. Er schenkt mit Hilfe eines Jigger einen Teil Carpano Antica ins Rührglas und gibt darauf die doppelte Menge Rittenhouse Bonded Rye in den Jigger. Man hört das Eis knacken. Er nimmt einem Bitters aus einem gläsernen Bitters Dash Bottle. Man sieht nicht welcher es ist, aber hätten wir gefragt, wäre sicherlich eine Auswahl im Haus vorhanden. Er drückt einen kleinen Lemon Twist über dem Drink aus und reibt diesen noch kurz über den Glasrand. Er serviert Ihnen Ihren Manhattan auf einem Untersetzer. "Sehr zum Wohl", sagt der Barmann und Sie hören zum ersten mal den Klang seiner Stimme.

"Cheers !"

Bild: Flaitron Lounge NY -
Bei meinem Manhattan keine Stufe 10, aber auf jeden Fall einen Besuch wert
37 West 19th Street
(between 5th and 6th Avenues)
Flatiron District
212-727-7741

WORLD COCKTAIL DAY 2007

Das Museum of the American Cocktail annonciert
für dieses Jahr wieder:

THE WORLD COCKTAIL DAY 2007

201 Jahre - seit der ersten Veröffentlichung des Wortes Cocktail.

Ich bin gespannt, wann das erste frühere Zeitdokument gefunden wird und ob es dann nicht doch aus England kommt.

Selbst wenn, wie ich schätze, das Wort Cocktail seinen Ursprung in Europa haben wird, wäre die Bar, wie wir Sie schätzen, nichts ohne den amerikanischen Einfluss. Aus diesem Grund werde ich mein Glas Rye am 13. Mai richtig Westen erheben.

Banner: Museum of the American Cocktail

Mittwoch, 21. Februar 2007

MOTAC - Cocktails, how to mix them - ICE CUBES you NEED

Seit einiger Zeit, veröffentlicht das Museum of the American Cocktail MIXOLOGY-Themen im MOTAC Blog. Gehostet auf einen Windows Live Space Account, ist die Federführung von Robert Hess (Drinkboy und Microsoft Mitarbeiter) unschwer zu erkennen. (Hatte ".mac Jared Brown" seine Seele verkauft? - nun gut, das ist ein anderes Thema.)

Auf dem lesenswerten MOTAC Blog, kommen unter anderem Gastautoren zu Wort. So schreibt King Cocktail
Dale DeGroff einen lesenswerten Artikel mit dem Titel COCKTAILIAN BARTENDERS, MIXOLOGISTS, BAR CHEFS - Call Them What You Will They Are Impacting the General Market. Am Ende des Artikel gibt es eine sehr brauchbare Ausflistung wichtiger Links und Zulieferer für Bartender. Unter anderem ein Link zur legendären KOLD DRAFT EISMACHINE. Audreay Sanders widmet dieser Eismaschine im "Mixologist: The Journal of the American Cocktail" einen schönen Artikel und erklärt die Wichtigkeit guter, großer Volleiswürfel in einer guten Bar.

Jeder Bartender, der diesen EIS-Artikel kennt, (oder besser noch, schon einmal mit solchen Eiswürfeln gearbeitet hat) weiss wovon ich rede. Jeder Controller einer großen Gastrokette/Hotel ( Sie erinnern sich, der BARFEIND No.1) wird das nie im Leben verstehen. Für einen Controller ist EIS - EIS und er wird ihnen anhand eines sehr aufwendig gestalteten Excel Sheets eindeutig und richtig darlegen können, weshalb welche Eismaschine in Bezug auf Stromverbrauch, Anschaffungskosten etc. die beste Wahl ist.

Für ein Projekt habe ich vor kurzem Versucht, eine Kold Draft in Deutschland zu bekommen - kurz: Sie ist nicht zu bekommen. Der ehemalige Importeur sagt, das diese Maschinen sehr störanfällig seinen. Unsere Amerikanischen Kollegen hab mir bislang eher das Gegenteil bestätigt. Einzig ein Direktimport, ohne Service und Wartung ist derzeit Möglich.

Eine mir bekannte sehr gute Alternative sind die ICE MAKER von HOSHIZAKI , derzeit über APS Hamburg zu erhalten. HOSHIZAKI bietet Tophat Ice (Hohleiswürfel), Cubeleteis (in einer klassischen Bar ein echter Gewinn - bringen Sie vorher den Consulter um die Ecke), Würfeleis (Und wir meinen WÜRFEL!), Flocken/Crusheeis (Da viele Bartender keine Caipirinha verkaufen wollen - wie wäre es mit einer Auslage mit frischen Austern an der Bar?), Cresent Eis (wird ungelogen auch in der Medizin, Lasertechnik benutzt - sieht aufgrund des konischen Lichtspiels in einem Glas sehr interessant aus - ist aber nicht überlebenswichtig) und Scherbeneis.

Die Volleiswürfel Maschinen können verschiedene Würfel Größen herstellen, der größte, L, hat eine Abmessung von 2,8x2,8x3,2 cm ( Kold Draft schafft knapp 4,00 cm Kantenlänge). Angenehm ist auch die Leistung von bis zu 240 oder sogar 480 kg pro Tag.

Der King of Cocktail ließ in seiner Aufzählung typischer Barbitters einen Vertreter aus München meiner Meinung nach schmerzlich vermissen. Ihm zu Rettung kam kurze Zeit später der New Yorker Bartender Mark Marowitz mit seinem MOTAC Artikel THE BITTER TRUTH der ein Telefon Interview mit Stephan führte.

Kurz, der MOTAC BLOG RSS gehört abonniert!

Das Logo des Museum of the American Cocktail ist übrigens eine Kopie des Buchlogos vom 1922 erschienen:

"Cocktails, How to Mix Them. by Robert," By Robert Vermeire - Of the Américan Bar, Casino Municipal de Nice and late of the Embassy Club, London. Dieses Buch, klein und handlich, hat es wirklich in sich. MOTAC Logo Designer Ted Haigh hat einen schönen Artikel über die Entstehung des Singapore Slings. geschrieben und auch Stephan verweist auf diesen Gin Sling.

Unserem Bitters Blog Osteuropa Botschafter,Luboz Racz, auf der Suche nach Informationen zum Side Car, wird interessieren, dass dieses Buch sich rühmt das erste SIDE CAR Rezept veröffentlicht zu haben (Wir wissen, Harry hört das nicht gern...)

Ich selber habe mir vor kurzem einen Scotch Drink aus diesem Handbuch des guten Trinkes gerührt

THE THISTLE

1/6 "gill" of Italian vermouth
( ich bin der Meinung es sollte roter sein)
2/6 gills of scotch,
2 dashes of Angostura bitters

Zum Wohl!

Gin, Mure and a Bramble Martini


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Originally uploaded by Joerg Meyer.
Mathias Eikerling von Spirits Worldwide vertreibt seit kurzem Saffron Gin von Gabriel Boudier und Whitley Neill London Dry Gin.

"Saffron Gin", 40 %Vol, 0,7 ltr. Safran, Wacholder, Koriander, Zitronen und Orangenschalen,
Angelikasamen,Schwertlilien und Fenchel


"Whitley Neill", 42 %Vol, 0,7 ltr.
London Dry Gin, inspired by africa - made in England
Wilde Frucht des Bamboa Baums (Baum des Lebens - Affenbrotbaum) und Kapstachelbeere (Physalis)

Der Import von Boudiers Saffron Gin hat den überaus angenehmen Nebeneffekt, das nun auch andere Produkte aus dem Hause Boudiers leichter zu bekommen sind.

So zum Beispiel die erstklassige Creme de Mure (Brombeere).

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Originally uploaded by Joerg Meyer.
Sie wird benötigt, um einen echten Klassiker der UK - Barkultur zu mixen:

The Bramble

Created by Dick Bradsell

1 ½ shots Plymouth Gin
¾ shot fresh lemon juice
½ shot sugar syrup

Build over crushed ice, in a whisky glass. Stir, then pour over ¾ shot of cremé de mûre; garnish with a lemon slice and two raspberries.

"Rezept vom DENKENDEN BARKEEPER" (Wie Tom berichtete: Dick Bradsell ersann den 'bramble' für bombay sapphire ... - man kann davon ausgehen das Mr. Sinclairs Interpretation mit Beefeater nicht dem Original entspricht.)


Angus Winchester schrieb vor längerer Zeit einmal im Drinkboy Forum :" Re the Bramble... I am right in thinking that this is actually merely a Gin Blackberry Fix... I found in a 1960's UK cocktail book a Canadian Blackberry Fix which is exactly the same as a Bramble but with Canadian Whiskey (damn nice too). Thus is it an original or a twisted classic?
It is a great drink tho'.
aw"

Wem das alles verständlicher Weise viel zu modern erscheint, dem sein ein klassischer, Gin Tastic Drink a la Ginçalo de Sousa Monteiro und Herrn Meyer empfohlen:

Bramble Martini

4 cl Gin Cocktailschale
2 cl Vermouth dry
1 cl Crème de Mure

Cocktailschale, Orange Twist abspritzen, Brombeere in den Drink



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Originally uploaded by Joerg Meyer.

Spirits Wordwide wird übrigens in diesem Jahr auf der PRO WEIN (18. - 20.3.2007) in Düsseldorf sein. Wie der Bitters-Blog aus gut informierten Quellen erfahren konnte, wird Tom aus Köln (Rubinrot) dem interessiertem Trinker anspruchsvolle Drinks vorsetzen.

Ein Grund mehr, zur Pro Wein zu fahren - vielleicht gibt es ja auch einen Bramble Martini?

Kontakt:
Spirits World
Mathias Eikerling
m.eikerling (aet) spirits-worldwide.de


Nachtrag von Tom: auf der pro-wein wird primär Michael Meinke aka "Old Tom Mike" gepflegte Drinks servieren.

early bars

"Old Tom Mike"


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Originally uploaded by Joerg Meyer.
Anfang Dezember, trafen sich 9 Herren und eine Dame, allesamt der Profession des Getränke Mischens mächtig, in Hamburg. Helmut Adam hatte zum "Punk Rock Bar Blogger Treffen" eingeladen und wir folgten.

Am Vorabend war ein legeres Kennen lernen, am nächsten Tag Brainstorming mit dem "IT Profi Robert Basic" ("Hab keine Visitenkarte - gib "ROBERT " auf Google ein") geplant.

Am Abend lernte ich Michael Meinke kennen und er brachte ein Gastgeschenk mit. Eine kleine Flasche feinsten Superior Old Tom Gins - die wohl derzeit gefragteste Spirituose aller Barkeeper. Gin hat die Herzen echter Bartender schon lange erobert, OLD TOM GIN ist die große unbekannte, von der man immer wieder hört.

Dre Masso, vom "World Wide Cocktail Club" , erzählte mir auf der Internationalen Cocktail Experience, das Wray & Nephew (Appleton Rum) , echten Old Tom Gin herstellt. Nach etwas Suche, hatte ich Ihn gefunden. OLD TOM GIN, aus Kingston Jamaica. Wray & Nephew exportiert diesen Gin nicht - was bleibt, ist der Flug nach Jamaika.

Ich wette hiermit um eine Flasche OldTom Gin, das eines der großen Spirituosen Häuser (Grants, Beefeater etc) spätestens auf der diesjährigen Barshow in London mit einem OLD TOM GIN rauskommen wird. Wer zuerst auf die Wette per Kommentar eingeht, darf sich als Wettgegner sehen...

Ansonsten ist kein "echter" Old Tom Gin mehr bekannt. Gehandelt werden derzeit Antiquitäten, zu oft sehr hohen Preisen.

Stephan berichtete vor einiger Zeit schon einmal von
"neuen Old Tom Gin", tat dieses aber zu recht als schlechte Kopie ab.

Stephan und ich probierten Michaels Probe: süß, rund, auch pur zu trinken, mit einem nicht ganz leichten Apricot (Brandy) Aroma.

Das also war sie, die schwarze Katze. Ich konnte mir im Kopf viele Klassiker mit dieser aromatischen Spirituose vorstellen. Silver Gin Fizzes oder ein Monkeys Glands mit Old Tom Gin warten auf eine Degustation.

Michael Meinke, aka "Old Tom Mike", hat sich, was OLD TOM GIN angeht, als echter Experte etabliert. In seinem "Institut für angewandte Barkultur" in Berlin hat man derzeit die Möglichkeit 5 historische Old Tom Gins zu verkosten. Michael ist auf der ständigen "Jagd" nach neuen "alten" Old Toms.

Neben Old Tom Gin, sammelt er leidenschaftlich historische Spirituosen - Schwerpunkte sind z.B. alte BOOTH Gins und seine Sammlung alten German Flavoured Rums. Darüber hinaus sucht er immer wieder exklusive, neue Spiritusoen und verhalf z.B. Whitley Neill und Saffron Gin zu einem Importeur für Deutschland.

Die Bar ist seine Leidenschaft - Er lernte Werbekaufmann und studierte im Anschluss mit Auszeichnung BWL - um so mehr verwundert es, wenn Michael sagt: "...ich bin nicht unbedingt sonderlich Gewinnorientiert - Ich habe als Unternehmensberater und freier Pharma-Controller gearbeitet und mehr verdient als meine Bar je abwerfen wird."

Für Ihn ist das Bartending weit mehr als der Verkauf von alkoholischen Getränken. "Ich unterstütze viele Projekte" so Michael "und schreibe in diversen Foren und Blogs aktiv mit. Im Cocktailforum habe ich viel bewegen können,speziell natürlich auch durch den Support vieler anderer Kollegen und Freunde." Michael weiter: "Aber immer wieder hatte ich Mentoren die mir zeigten, es gibt mehr als nur die eine Sicht auf die Welt. So habe ich dann auch mein leben darauf ausgerichtet, ich mag die Facetten des Lebens all zu sehr, als das ich monoton in eine Richtung gehen könnte. Mir liegt besonders am Herzen das junge Bartender den vollen Support erhalten, den sie brauchen um sich auch voll Entwickeln zu können."

Wer also mehr über OLD TOM GIN wissen möchte, möge sich an Michael Meinke richten - er ist zu erreichen unter circle-of-friends@web.de . Wie aus OLD TOM MIKES Leidenschaft zu erkennen ist, dürfen die Fragen gerne über OLD TOM hinaus gehen.

Eine Schöne Galerie alter Old Toms gibt es bei der erstklassigen "COCKTAILDB "

Das Old Tom Bild stammt von einer Italienischen Seite -"Shake and Write ".

Gentleman`s Companion

Ich werde oft gefragt, welche Cocktailbücher man den haben bzw. lesen sollte. Das bringt einen dazu nachzudenken und die unzähligen, meist nur auf Cocktailrezepten basierenden Publikationen ausser Acht zu lassen und sich auf die Bücher zu konzentrieren, die sowohl Wissen als auch Unterhaltung garantieren. Eine dieser Perlen ist der „Gentleman`s Companion“ von Charles H. Baker Jr.. 1939 erstmals erschienen, gab es 1946 eine Neuauflage in zum Teil Limitierter Lederausgabe.

Baker, Journalist für den Town and Country Verlag war das Glück vergönnt von seinem Arbeitgeber auf 2 jährige Weltreise geschickt zu werden um über ferne und exotische Orte zu berichten. Er entdeckte bald die Tafel- und Gaumenfreuden der von ihm besuchten Orte und schrieb die Rezepte nieder. Seine ersten Reisen unternahm er 1931 und 1932 und dürfte sehr erfreut gewesen sein sich nicht den unmittelbaren Folgen der Prohibition ausgesetzt zu sehen. Er stellte schnell fest, dass gutes Essen und ein köstlicher Drink von den wirklich interessanten Menschen, wie Sportler, Musiker, Entdecker, Wissenschaftler, Vagabunde und Schriftsteller(in der Reihenfolge!) ausserordentlich geschätzt werden.

So sammelte Baker auf seinen Reisen Rezepture für Speisen und Mixgetränke, die authentischer nicht sein können. Er bringt den Leser von den Polynesischen Inseln bis nach Südamerika, von Shanghai bis nach Paris. Herausgekommen ist ein 2 Bücher umfassendes Feuerwerk an Inspiration, unverfälscht niedergeschrieben in Zeiten ohne Massentourismus und Ferienclubs. Baker garniert seine Rezepte mit humoristischen Erzählungen über seine jeweiligen Aufenthalte und macht somit dieses Buch nicht nur zu einer Goldgrube für aussergewöhnliche Mixgetränke, sondern zu einer überaus unterhaltsamen Lektüre.

Baker war ein grosser Anhänger alkoholischer Getränke und argumentierte folgendermaßen:

„We are still heartily of the opinion that decent libation supports as many million lives as it threatens; donates pleasure and sparkle to more lives than it shadows; inspires more brilliance in the world of art, music, letters, and common ordinary intelligent conversation, than it dims." We'll drink to that.


Champagne Cocktail No. II, which with Modestly Downcast Lash We Admit Is an Origination of Our Own, & which We Christened the "Jimmie Roosevelt"
....Fill a big 16 oz thin crystal goblet with finely cracked ice. In the diametrical center of this frosty mass went a lump of sugar well saturated with Angostura, then 2 jiggers of good French cognac, then fill the glass with chilled champagne, finally floating on very carefully 2 tbsp of genuine green Chartreuse — no pineapple, no mint sprig, no cherry garnish. It is cooling, refreshing, invigorating, a delight to eye and palate."


Die Bücher sind als Nachdruck bei grossen Online Buchhändlern zu finden oder falls man bereit ist etwas tiefer in die Taschen zu greifen, bei Antiquarischen Buchhändlern in der Originalausgabe.


The Gentleman’s Companion Volume I:

The Exotic Cooking Book – Around the World with Knife, Fork and Spoon


The Gentleman’s Companion Volume II:

The Exotic Drinking Book - Around the World with Jigger, Beaker and Flask

Dienstag, 20. Februar 2007

Gin Palace

Das London einst dem Gin erlag und sich nur schwer von diesem Laster zu lösen verstand, hat sicher dem ein oder anderen Tod und Verderben gebracht. Anderen hingegen Wohlstand und Glückseligkeit. Als man den Konsum von Gin wieder einigermaßen unter Kontrolle gebracht hatte, entstanden die Gin Palaces. Aufwendige, prunkvolle Stätten für den Konsum des Wacholdersaftes entstanden und diese halfen dem vermeindlichem Getränk der "Lower Class" zu gesellschaftlichem Ansehen. Leider haben von diesen prunkvollen Etablissenments nur wenige die Unwirren der Jahrhunderte überlebt und selbst wenn, dann dienen diese heute als Bierausschank für die Cosmopolitische Avantgarde im umtriebigen London.
Einer dieser grandiosen Orte ist der Red Lion Pub in Central London. Er existiert seit über 190 Jahren und ist ein Blickfang mit seinen Viktorianischen Verspiegelungen. Das hier leider kaum noch Gin ausgeschenkt wird, treibt einem förmlich Tränen in die Augen, zumal der Red Lion so wunderschön verziert ist.

Es mag nicht der hippe HotSpot sein, aber jeder der sich einmal in die alte Gingeschwängerte Zeit zurückverstzen lassen möchte, dem sei dieser Pub ans Herz gelegt.





The Red Lion Pub

Duke of York Street, St. James
London

Montag, 19. Februar 2007

Cognac Dekadenz

Das angesehene Cognac Haus Remy Martin, bekannt für seine seit 1874 produziertes Prestigeprodukt Louis XIII setzt dem ganzen eine weitere Krone aufs Haupt.


Kostete der Louis XIII schon um die 1200 euro, so muss man für den BLACK PEARL noch etwas tiefer in die Tasche greifen. Die auf 786 Flaschen limitierte Version eines aus 1200 Einzeldestillaten komponierten Edeltröpfchens soll um die 8500 Euro kosten.

Die Brennmeister einiger dieser Destillate dürften schon lang nicht mehr unter uns weilen.

Sollte einer unserer Leser eine kleine Probe entbehren können, wären wir zu Dank verpflichtet

Sonntag, 18. Februar 2007

Im Saloon

Wie aus Aufzeichnungen aus landesweit (U.S.A.) zwischen 1860 - 1900 geführten Umfragen hervorgegeht, stieg die Zahl der in Saloons und Barrooms angestellten Personen in dieser Zeit um 1280% von 14.553 (im Jahr 1860) auf 172.563 (im Jahr 1900). Zur selben Zeit stieg die Zahl der Mixologists die am Mississippi River arbeiteten von 3.828 auf 49.239. Saloonkeeping und Bartending versprach offensichtlich ein geregeltes Einkommen und kann in damaliger Zeit als Boombranche betrachtet werden.



Weiterhin geht aus den Aufzeichnungen hervor, das zwischen 1870 und 1890 ca. 40% der Saloonbesitzer und Bartender Immigraten waren, die auf der Suche nach Glück und Wohlstand das Barhandwerk als Einnahmequelle erwählten.
Ca. 25% davon waren Deutsche, 11% waren Iren und ca. 4%waren Engländer, Waliser oder Schotten. Dies unterstreicht den Einfluss den unsere deutschen Vorfahren auf die Entwicklung der Cocktailkultur hatten.
Dies begründet weiterhin warum Harry Johnson seinen "Bartenders Manual" in englisch und deutsch veröffentlichte.



Weiterhin geht aus obengenannten Aufzeichnungen hervor, das 1890 eine Veränderung in der Altersstruktur der Bartender zu beobachten war.
Landesweit waren ca.71% der Saloonbesitzer unter 44Jahre alt und ca. 74% der Bartender waren unter 34 Jahren.
Interessant auch das 1890 nur ca. 2% der im Alkoholgeschäft angestellten Frauen waren, 2.415 von insgesamt 127.191.
Bartending war ein Männerberuf und Frauen hatten als Gäste in keiner Bar etwas zu suchen.
Ob man von der guten alten Zeit sprechen sollte, bleibt anzuzweifeln!

BAROVÁ KULTÚRA: Lubos Racz, Paladium Bar, Nitra, Slovakei

Vor 6 Tagen erhielt ich eine E-Mail von Lubos Racz aus der Slowakei. In der lautete es u.a.:" Lieber Jörg, ich mochte Ihnen sehr danken für die Artikel, welche ich in Ihrem Blog lesen kann. Jetzt, wo ich "Bemelmanns bar" gelesen habe, habe ich mich entschlossen, Ihnen zu schreiben. Dieser Artikel hat mein Herz sehr beglückt - dass was Sie geschrieben haben ist für mich BARKULTUR pur!

Das ist das, was ich fühle /besser gesagt - fühlen mochte/, wenn ich an der Bar arbeite, und was ich meinen Gästen mitzuteilen versuche. Ich habe eine sehr grosse Bitte an Sie. Wäre es vielleicht möglich, das ich Ihre Artikel übersetzen dürfte, und auf meiner Webseite veröffentliche?


Ich habe mich sehr über diese E-mail gefreut. Vor knapp zwei Wochen haben Stephan und ich etwas am Seitenaufbau des Bitters Blog gearbeitet und unserer Postings auf eine ernstzunehmende Mindestanzahl erhöht. Seit dieser Zeit erfassen wir via Statcounter.com unseren Traffic und derzeit haben wir am Tag im Schnitt 100 bis 150 Leser - wer hätte das gedacht!

Unser erstes offizielles Leser Feedback - und gleich aus der Slowakei: Web 2.0 kann mich immer wieder beeindrucken.

Ich habe mit Lubos einige E-mails ausgetauscht. Dieser leidenschaftliche Barmann lebt seine BAROVÁ KULTÚRA ( Bar Kultur) mit ganzem Herzen, und es ist mir schon nach so kurzer Zeit eine Freude geworden, sich mit Ihm auszutauschen. Lubos hat von 1995 bis 1998 im BALL-Haus, Glockebachviertel in München, gearbeitet. Im Anschluss war er von 1999 bis 2001 in Mövenpick Plaza in Zürich. Seit 5 Jahren betreibt der heute 37 jährige das Bar & Restaurant Konzept Paladium in der 100.00 Einwohner Stadt Nitra in der Slowakei. Seine Leidenschaft gilt der Cocktailkunst und Cocktailhistorie.

Derzeit überarbeitet er seine Cocktailkarte und hofft in ein paar Wochen eine neue vorstellen zu können. Im Moment, so Luboz, trinken seine Gäste viel Mai Tai, Mojito, Cosmopolitan und Cosmo Varianten. Er hofft, mit seinem neuen Bar-Menü, seine Gäste zu Klassikern wie Martinis, Side Car und Old Fashioneds anregen zu können. In seiner Bar verkauft er neben Cocktails viel Single Malts, guten Zacapa Centenario und Herradura 100% Agave Anejo.

Lubos schreibt, der Weg zu einer BAROVÁ KULTÚRA ist auch in der Slowakei ein langer Kampf - er macht Ihm aber trotz allem Spass.

"Die Barkultur war bei uns für 40 Jahre gestorben und wir versuchen sie seit nun 5Jahren wieder zu beleben. Ich habe vor 5 Jahren die richtigen Cocktails und Drinks in unsere kleine Stadt gebracht und damit eine grosse "Cocktailmode" los getreten.Jetzt ist es Zeit noch höhere und bessere Qualität zu zeigen und zu bringen. Ich hoffe, dass ich dies mit meiner neuen Cocktailkarte schaffe."

Auch die Slowakei ist preissensibel - einige Beispiele aus Lubos Bar:
Side Car (Martell V.S) - 4,00 Euro
Side Car (Martell Cordon Bleu) - 11,50 Euro
Mojito - 3,70 Euro

In den Top Bars der Hauptstadt Bratislava kosten die Drinks bis zu 10.00 Euro.
Die Beste Bar des Landes ist seiner Meinung nach eindeutig die PAPARAZZI BAR in Bratislava.
Der "Chef de Bar" der PAPARAZZI BAR und Executive Chef der Bar der Unternehmensgruppe, Stan Vadrna, drinkboy.com Lesers als thigershardshake bekannt, hat 2006 den vom "Museum of the american cocktails" organisierten Wettbewerb WORLDS BEST COCKTAILMENUE gewonnen und das Slowakische Bartending somit auf die "Weltbühne" geholt.

"Sein Gewinner Barmenue"


Lubos Meinung nach, hat Stan den Slowakischen Bartender zu mehr Ansehen verholfen, als es die Slowakische Bartender Union, SKBA, getan hat.

Ein Blick auf "Stans Webseite " zeigt ebenfalls slovakische BAROVÁ KULTÚRA.
Neben dieser Bar schätzt Lubos Schumanns Bar in München und "Bugsy's Bar" in Prag.

Die Osterweiterung des Bitters Blog kam schneller als wir dachten. Wir freuen uns Lubos als Bitters Blog Botschafter für Osteuropa begrüßen zu dürfen. Er bittet alle Leser um Hilfe: Es sucht alles, insbesondere Geschichtsfakten, rund um den Sidecar Cocktail.

Kontakt:

Lubos Racz
Paladium bar&restaurant
Sturova 71, 949 01 Nitra, Slovakei
www.paladium-nitra.sk

lubos.racz (AET) paladium-nitra.sk

"Link zum slovakischem Teil des Bitters-Blog"

Bar-liner Barfrauen

Eines fiel mir am vergangenen Donnerstag in Bar-lin auf. Es gab deutlich mehr Barfrauen hinter den Tresen der Stadt, als ich es aus Hamburg gewohnt war. Hatte uns Beate aus der Tapir Bar am späteren Abend erklassig betreut, glänzte am frühen Abend die Bar-Frau hinter der Bar der sehr zu empfehlenden „bar di notte" (FLUIDO) im Prenzlauer Berg. Es bleibt die Frage: Warum nur, findet man so wenige Barfrauen hinter der Bar?

Fluido
Christburger Straße 6
Berlin
Telefon: 030 - 44043902

Samstag, 17. Februar 2007

Deutsche Blütensekt Manufaktur

Via - Gerhard Schoolmanns "Gastgewerbliche Gedankensplitter"

Gerhard Schollmann berichtet derzeit in seinem Blog "Live" von der Biofach 2007 und stellt durch seine Aktualität mal wieder eindrucksvoll unter Beweis, das Online Blogs eine ernstzunehmenden Konkurrenz für klassische Printmedien sind. Gestern stellt er in seinem Blog die "Blütensekt Manufaktur" vor.

Dies Haus produziert solche einzigartigen, ökologischen Produkte wie z.B diverse Blütensirups:

• Akazienblüte
• blaue Malvenblüte
• Bananenblüte
• Frauenmantelblüte
• Fliederblüte
• Gurkenblüte
• Holunderblüte
• Hortensienblüte
• Japanische Kirschblüte
• Koreanische Minzblüte
• Kornblumenblüte
• Lavendelblüte
• Lindenblüte
• Löwenzahnblüte
• Mohnblüte
• Nachtkerzenblüte
• Magnolienblüte
• Mandelblüte
• Orchideenblüte
• Ringelblumenblüte (Calendula)
• Rosenblüte
• Rote Kastanienblüte
• Sommerfliederblüte
• Sonnenhutblüte (Echinacea)
• Traubenblüte
• Weiße Kastanienblüte
• wilde Wickenblüte

Ohne Produkte aus diesem Haus bislang probiert zu haben, könnte ich mir vorstellen, das diese Sirups in den Händen des richtigen Barkeepers interessante Kreationen hervorbringen könnten - ein Gurkenblütensirup in Verbindung mit etwas Hendricks oder ein Gin Sling mit Japanischer Kirschblüte könnten eventuelle interessante Drinks ergeben.

Die Berliner Tapir Bar, Frau Knef und die geschätzte Beate

Es war ein von langer Hand geplanter Anschlag auf das Mxlgy Hauptquartier in Berlin. Helmut A. stelle uns am vergangenen Donnerstag unter großartiger Führung Bars in Berlin vor. Er konnte nicht ahnen, das der Bitters-Blog mit allen Mitteln versuchen würde, den "Drinks Blog" für einige Tagen zum Schweigen zu bringen. Um Mitternacht betraten wir eine der Besten Bars der Hauptstadt, die soggenannte TAPIR Bar. Wir nutzten die Gunst der Stunde, um uns neben erstklassigen Getränken und eiskaltem Champagner aus dem umfangreichen Bar Food Sortiment zu stärken. Ein Punkt, der den Besuch der TAPIR Bar doppelt Angenehm gestaltet: großartiges Essen, selbst um Mitternacht. Wir widmeten uns wieder dem französischem Schaumwein und unsere mehr als aufmerksame Gastgeberin Beate, TAPIR Bar Mitglied der ersten Stunde, sorgte für einen weiteren professionellen Verlauf des Abends.

Ich hatte schon Situationen erlebt, bei denen erstklassige Barabende beim Abschied leicht gedämpft wurden: durch ein Angebot der Bar, auf einen letzten Drink aufs Haus. Ich erinnere mich an einen Abend in einen fünf Sterne Haus, wo wir zu Dritt einen großartigen Barabend mit einer dementsprechenden Rechnung hatten - und uns das Barteam zum Abschluss auf einen Erdbeerlimes einlud. Ich erwarte keinesfalls einen solchen letzten Drink - wenn man sich zu so einer gastfreundlichen Geste entschließt, sollte dieses Angebot meiner Meinung nach jenseits eines Erdbeerlimes liegen, und die Wertigkeit des Hauses widerspiegeln.

Souverän lud uns Beate auf ein einfallsreiches "Hildegard Knef Gedächtnis Gedeck" ein. Ich war mehr als Beeindruck: Eiskalter Vodka mit einem eiskalten Champagner Shoot auf einem kleinen Silber Tablett serviert. Die Tapir Bar bliebt stillvoll bis zum Schluss - und die geschätzte Gastgeberin Beate brachte den Bitters-Blog seinem dunkeln Plan einen bedeutendem Schritt weiter.

Zum Schluss: Bar-lin ist eine Reise wert - Helmut war ein großartiger Host - für die "Tapir Bar" solls rote Rosen regnen.

Carpano Antica

Als Giuseppe Benedetto Carpano aus Turin seine Weine mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen und Alkohol versetzte war ihm wohl noch nicht bewusst, dass er damit der Wegbereiter für die Entstehung der Berühmtesten Cocktails unseres Planetens werden wird. Man kann ihn durchaus als den Erfinder des Aperitivs betrachten, keinen Martini Cocktail und keinen Manhattan gäbe es ohne seine Erfindung.

Er taufte sein Getränk auf den Namen Wermut , abgeleitet vom deutschen Wort für Absinth. Als er 1786 seine erste Formel für einen Wermut in seinem klienen Laden in Turin verkaufte, begann eine italienische Erfolgsgeschichte. Sein Geschäft leif so gut, das er es 24 Std am Tag geöffnet lies. Er produzierte ausschliesslich roten Wermut und bald gab es in Italien unzählige Wermutproduzenten, die ihre eigenen Produkte entwickelten. Die Firma Carpano produzierte seine erste Formula für ca. 90 Jahre und entwickelte danach eine Zweite „Punt e Mes“, auch heute noch erhältlich und bei Kennern hoch geschätzt. Diese etwas abgemilderte Form war sogar noch erfolgreicher und erschien zur richtigen Zeit auf dem Markt.

Als die Ersten Wermut Lieferungen Anfang der 1850er Jahre in Amerika eintrafen, probierten die dortigen Bartender neuartige Kompositionen von Gin und Wermut und noch mutigere mischten Whiskey mit diesem. Eine schier unendliche Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten eröffnete sich dem ambitionierten Bartender. Wermut wurde zur unverzichtbaren Zutat für die berühmtesten Drinks der Welt und war so beliebt, das sich aus einstigen kleinen Wermutproduzenten mächtige international agierende Konzerne wurden. Der Verdrängungswettbewerb war immens und als mit der Prohibition der grösste Absatzmarkt für die italienischen Firmen wegbrach, gab es ein regelrechtes Firmensterben.

Carpano hat überlebt, auch wenn die Produkte heute von Fratelli Branca hergestellt werden.
Auf jeden Fall war man so weitsichtig und entschloss sich die aller erste Rezeptur für Wermut aus dem Jahre 1786 noch einmal aufzulegen und nicht umsonst wird dieser Wermut als KÖNIG aller Wermuts bezeichnet.Man hat sogar Flasche und Etikett des Originals wiederaufgelegt und somit kommt FORMULA ANTICA in einer wunderschön dezenten Aufmachung daher. Er besticht durch eine komplexe Würzigkeit die man in den allgemein bekannten Produkten nur noch erahnen kann.


CARPANO FORMULA ANTICA ist ohne Zweifel der Beste Wermut den man für Geld kaufen kann. Er mag das 5-6 fache der Konkurrenz kosten, aber wenn man erst einmal eine Manhattan, einen Negroni oder einen Martinez damit getrunken hat möchte man nichts anderes mehr in seinem Cocktail. Leider gibt es wohl keinen Importeur in Deutschland und auch in Italien selbst ist nur schwer dranzukommen. Man vertreibt ihn hauptsächlich in Amerika, was es für den deutschen Konsumenten zu einer absoluten Rarität macht. Ich erinnere mich noch gut an einen Besuch in Venedig vor 2 Jahren, als ich zufällig ein kleines Geschäft fand, der ihn führte. Es endete damit das ich 5 Liter Wermut durch die Stadt mit mir rumschleppte.


Es war die Mühe wert!!!



Freitag, 16. Februar 2007

Carpano Antica Formula, Mario & das Shiro i Shiro

Unerwartet, schließlich kannte ich weder das Haus, noch hatte ich je zuvor davon gehört, wurde ich gestern in Berlin sehr angenehm überrascht. Im Shiro i Shiro Restaurant traffen wir uns mit Helmut, Gincalo und Bastian auf einen Aperitif. Hinter der Bar stand Mario, und vom ersten Drink an, hatte er meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Seine Karte ist klein, für mich aber eine der kreativsten Barkarten, die ich in letzter Zeit gesehen hatte. Sein Earl Grey Drink, unten heißer Tee, oben crushed Ice mit Vodka und Gewürzen, war in meinen Augen eine echte Innovation, fernab fragwürdiger, bedeutungsschwangerer "Molecular Mixology" die, wie ich finde, effekthaschend und Medienwirksam, nichts in einer anständigen Bar zu suchen hat.

Mario verstand diese dünne Gradwanderung sehr gut. Helmut nannte Mario den Hexenmeister, denn seine Vielzahl an selbst zubereiteten Cocktailingredienzen nahm einen nicht unerheblichen Teil des Rückbüffets ein.

Unser aller Herz gewann er schliesslich, als er uns ein Fläschen Antica Formula aus dem Hause Carpano (Punt et Mes) präsentierte. Er hat einen Weinhändler gefunden, der ihm diesen delikaten, vielschichtigen Vermouth besorgte. Ich probierte den Antica auf Eis, mit Orangen Twist, als Negroni und als Manhattan - die Ergebnisse waren mehr als Beeindruckend und ich hoffe Mario verrät mir, woher er diesen königlichen Vermouth bezieht.
Die Bar im Shio i Shio mit Mario ist eine echte Empfehlung für Berlin. Vielleicht sollte Herr Jansen einen Blick riskieren.

Stephan wird hier in Kürze einen kleinen Artikel über diesen Premium Vermouth veröffentlichen.
Für alle, die Ihn probieren wollen:

Shiro i Shiro (Beim Hotel LUX)
Rosa Luxemburg-Str. 11
10178 Berlin

030 97 00 47 90

http://www.shiroishiro.com

Milk&Honey London

Das Milk&Honey geniesst in Cocktailkreisen, sowohl mit seiner NewYorker, als auch mit seiner Londoner Trinkstätte weltweites Ansehen. Als ich kürzlich mal wieder in London war, unterwarf ich mich den doch umfangreichen Hausregeln und stattete der Bar einen Besuch ab.


Ich rief also brav vorher an und reservierte ein Plätzchen. Eigendlich gilt die Devise „Members Only“, aber man macht am Anfang der Woche vor 23 Uhr eine Ausnahme. Einfach an der Tür erscheinen wird nicht von Erfolg gekrönt sein „No Exeptions“. Auch das Wissen um die Adresse garantiert nicht dafür, das man die Bar findet. Die von außen in unscheinbarem Schwarz gehaltene Fassade gibt keinen Namen Preis. Ein winziger Klingelknopf ist die Verbindung ins Innere.


Freundlich wurde ich begrüsst und stand erst einmal in einer Art Empfangsraum, dieser diente auch gleich als Garderobe. Das Empfangskommitee telefonierte erst einmal mit dem Gastraum und kündigte den neuen Gast an. Nach erhaltenem O.K. wurde man weitergeleitet und stand in der Bar. Es gibt dort sehr stark gedämpftes Licht, so das man Schwierigkeiten hat sein Gegnüber zu erkennen. Die Einzigen Lichtquellen sind ein paar vereinzelte Kerzen, die den Charakter eines Speakeasys versprühen. Die gespielte Musik dürfte auch den Prohibitionszeiten stammen. Starker Auftritt!


Die Bar unterteilt sich in mehrere Etagen, in die Bar in Erdhöhe, eine Bar im Untergeschoss und im Obergeschoss gibt es noch V.I.P. Räume. Man kann diesen Mieten und erhält seinen eigenen Bartender, der das Eis für die Drinks eigenhändig aus einem Eisblock schlägt.


Die angebotenen Drinks sind wenige an der Zahl, aber die von mir probierten lagen alle auf einem Niveau, welchem man leider nicht allzuoft fündig wird. Grossartig.


Die vorgeschnittenen Garnituren werden auf Eis gelagert um maximale Frische zu gewährleisten und werden von unten Beleuchtet. Schaut sensationell aus!

Die Kellner waren äußerst professionell und auch was Zigarrenservice angeht blieben keinerlei Wünsche offen.


Eine Überraschung stand allerdings noch bevor, kein geringerer als Dale DeGroff hatte die gleiche Idee für einen guten Drink und war unter den anwesenden Gästen!


MILK & HONEY London, 61 Poland Street, Soho; 7292-9949.

Donnerstag, 15. Februar 2007

Goncalo & Michael - Gintastic & Old Tom


GIN-Tastic - 10
Originally uploaded by Joerg Meyer.
Goncalo de Sousa Monteiro mischt leidenschaftlich gerne gute Kreationen aus guten Spirituosen - teils hinter dem Tresen der Empfehlenwerten "Victoria Bar" zu Berlin, teils für ein sogenanntes berliner ""Magazin für Barkultur"" (der Chefredakteur soll Gerüchten zufolge Träger des Bar Verdienst Kreuzes sein) . Wenn er Zeit findet, macht er nichts lieber als sich und seinen Gästen einen Gin-tastic Evening zu bescheren.

Was passiert nun, wenn man diesen Liebhaber des Wacholder Saftes und Verfechter wirklich sorgfältig zubereiteter Getränke mit einem leidenschaftlichem Sammler Antiker Spirituosen zusammen bringt?

Richtig: a fabulous Tasting-Night of the Gin

Am kommenden Samstag, 17.2.2007 findet in Michael Meinkes
"Institute für angewandte Barkultur" von 18.00 bis 21.00 Uhr dieser sensorische Leckerbissen statt - Reservierungen sind zwingend erforderlich - Kontakt unter 0163-2075677

Michael und Goncalo haben ein beneidenswertes Treffen mit gestandenen Gentleman wie Booth's Gin, House of Lords, Booth's Dry Gin, Sir Robert Burnett Gin, Heinrich Dry Gin, Ihren raren, süssen Verwandten a la Booth's Old Tom Gin, Sir Robert Burnett Old Tom Gin, Rommel's Old Tom Gin, Hackney Distillery Old Tom Gin und dem holländischen Adel aus den Häusern Bols Citroen Genever, Bols Cassis Gin, Boudier Sloe Gin, XO Sloe Gin, Ketel oude Genever, Belgian oude Genever XO, Bols oude Genever.

Soll ich ehrlich sein: Ich würde hinfahren, wenn es irgend wie möglich ist.

Gegen den Strom...

Es ist, auch von renomierter Seite, immer wieder davon zu lesen, das ein Manhattan mit Canadian Whisky zubereitet werden sollte.
Dies mag sicherlich einen trinkbaren Drink ergeben, doch bleibt dem Durstigen wahrer Trinkgenuss verwehrt.
Die weitverbreitete Unsitte, den neben dem Dry Martini Cocktail, wohl zweit berühmtesten Cocktail einen faden kanadischen Blend als Basis zu geben, hat klare geschichtliche Gründe.

Ursprünglich war die Vorherrschende Whiskeyform in Amerika Rye(Roggen Whiskey). Verlangte man nach Whiskey, gab es Rye.
Bourbon Whiskey war weniger populär und wurde weit weniger benutzt und wenn, dann wurde mit Namen danach verlangt.

Als offizielles Geburtsjahr unseres Protagonisten gilt das Jahr 1874, als für Lady Randolph Churchill (keine geringere als Whinston Churchills Mutter) im Manhattan Club in New York eine Komposition aus dem nationalen Produkt(Rye Whiskey),
dem seit kurzer Zeit erhältlichen importierten italienischem Wermut und der wichtigsten Cocktailbeigabe damaliger Zeit, Bitters zubereitet wurde.

In frühen, niedergeschriebenen Rezepten findet man gern auch noch etwas Curacao und etwas Zucker. Man gab weiterhin einem Stück Zitronenschale den Vorrang zur Kirsche. Im laufe der Zeit allerdings reduzierte es sich auf die erstgenannten Zutaten. Dies blieb so für viele Jahre, bis 1919!

Als die Prohibition einsetzte wurden alle auf US amerikanischem Boden befindliche Destillerien geschlossen und ein Nachschub an Rye Whiskey fand nicht mehr statt. Gleichzeitig begann für die Destillerien im benachbartem Kanada die Blütezeit. Man produzierte immense Mengen an Whisky, die man an Schmuggler verkaufte, die damit den durstigen amerikanischen Markt mit seinen zahllosen Speakeasys versorgte. Firmen wie Seagrams verdanken der Prohibition sehr viel und hätten wahrscheinlich nicht bis zum heutigen Tage überlebt.

Da man nun fast nur noch Canadian Whisky erhielt, ersetzte man Rye mit Canadian. Gern wurde auch behauptet, Canadian sei auch Rye Whiskey. Dies stimmt bedingt!
Canadian Whisky ist fast ausschliesslich Blended Whisky, wobei ca. 85% Neutralalkohol ist und sich die restlichen 15% in Roggen und Maiswhisky aufteilen. Macht ca. 8% Rye Whiskey -zuwenig für meinen Geschmack!
Nachdem 1930 (immer noch Prohibition) Harry Craddock in seinem "Savoy Cocktail Book" Rye oder Canadian empfahl, verwundert es nicht, dass sich viele spätere Autoren diese Cocktail Bibel der damaligen Zeit, als Vorlage für ihre Bücher nahmen.

Auch die I.B.A. wurde nicht müde Canadian Whisky zu propagandieren, auch besann man sich nicht besseres nachdem Rye wieder erhältlich war. Einer schreibt vom anderen ab und so zieht es sich wie ein roter Faden durch die letzten 70 Jahre.

Bourbon erlebte einen Aufschwung und Rye geriet nahezu in Vergessenheit. Seit einigen Jahren sind aber wieder mehr Rye Whiskeys erhältlich und die Topbars der Welt bieten Manhattans wieder mit Rye oder Bourbon an.
Es ist definitiv nicht zeitgemäß für eine Premium Bar, Canadian Whisky als gottgegebene Basis für einen Manhattan zu verwenden. Auch ist immer wieder erstaunlich, dass man zum möglichst preiswertesten Whiskey greift, anstatt nach dem Geschmack zu wählen. Ein guter Manhattan mit einer köstlichen Basis kann ruhig etwas mehr kosten.
Man ist es ihm schuldig!

Mittwoch, 14. Februar 2007

The Cantiñeros Club

Señor Fabio Delgado Fuentes, auch "Papa de los Cocteles" in Cuba genannt war der Grand Señor im exclusiven Club de Cantineros, einer exclusiven Vereinigung der Elite Bartender Cubas. Viele der Mitglieder erlebten die grosse Blütezeit der cubanischen Cocktailkultur während der Prohibition in den U.S.A. an aktiver Stelle mit. Leider ist Fabio vor kurzem in seinen Mitneunzigern von uns gegangen.
Er hat lange in der legendären Sloppy Joes Bar in Havanna gearbeitet-lang bevor Castro die Macht übernahm.

NY erlässt Gesetz: 1 Tötungsdelikt pro Bar und Jahr zulässig...


ice pick
Originally uploaded by Joerg Meyer.
Ich gestehe, der Titel ist reisserisch - ähnlich wie die Überschrift eines NY Magazin Artikels Namens ""City Proposal Could Limit Bars to One Homicide Per Year" ".

Diesem Erlass vorangegangen, waren wiederholte Gewalttaten im Millionen Dollar schweren NY Nightlife Business (Clubs, Diskotheken, weniger Bars im BITTERS-BLOG Sinne), überwiegend auf der seit einigen Jahren "angesagten" 27th Strasse.

Die Umsetzung für eine "Sichereres Nachtleben" hätte auch direkt aus dem EU Parlament kommen können. In Zeiten eindeutig nachvollziehbaren Bürokratieabbaus fragt man sich selbstverständlich: Wie viele Tötungsdelikte sind in Deutschland pro Bar und Jahr zugelassen? Nicht geregelt? Na, das geht aber nicht...

Ich freue mich auf einen EU Parlaments Entwurf, mehrere 100 Seiten dick, der nach vielen Jahren endlich Auskunft darüber gibt, ob eine tödliche Herzattacke in einer Bar, ausgelöst durch ein kontroverses Gespräch mit einem anderen Gast, im Sinne dieser neuen Verordnung als Mord (Wirt verliert im Wiederholungsfalle Konzession) ausgelegt wird.

Der Ansatz der Stadt NY, das Nightlife Business zu regulieren ist verständlich, die Umsetzung durch oben beschriebene Erlasse lässt mich aber durchaus schmunzeln.

Besser also: nicht zu viele Leichen im (Wein) Keller. Eine ist aber o.k.

Lesezeichen:

""Council Mulls Bill To Tighten".

""The Short, Drunken Life of Club Row".
Mit dem sehr gelungenen Untertitel:
How 27th Street went from grim to glamorous and back again in five Jäger-soaked years.

And the winner is...

Die Würfel sind gefallen! Bei der diesjährigen Suche nach der Bar des Jahres in Deutschland zu der die Firma Glenfiddich aufrief, setzte sich die Frankfurter Trinkstätte BIANCALANI gegen die Mitbewerber durch. Der Sieg dürfte in erster Linie der überaus kreativen Arbeit der geschätzten Kollegen BASTIAN HEUSER(barworkz@mac.com) und STEFFEN LOHR geschuldet sein. Glückwünsche nach Frankfurt!!!

Pisco Sour - Extension

Nachdem der Platz im aktuellen Mixology Nr.17 begrenzt war, gibt es an dieser Stelle noch einige zusätzliche Informationen zum Pisco Sour.

Glücklicherweise erhielt ich kürzlich von meinem Freund Daniel Estremadoyro aus Argentinien eine Flasche des original peruanischen Bitters "Amargo Chuncho" und konnte somit heute einen Pisco Sour mit peruanischem Pisco (danke Helmut) und den passenden Bitters probieren.
Einzig die "Lima" kam von irgendwo her.

Die Verwendung von Zitronen oder Limetten ist ein ständiges Streitthema in Bezug auf den Pisco Sour. Das bemerkenswerte ist, dass es in Peru keine Zitronen gibt. Man findet eine Zitrusfrucht die eher einer Limette ähnelt. Es gibt soviele unterschiedliche Limetten und Zitronenarten auf der Welt, das man schnell den Überblick verliert. Auf jeden Fall heißt besagte Frucht in Peru LIMA und man war vermutlich so angetan von diesem Vitamin C Spender, dass man gleich seine Hauptstadt nach ihr benannt hat(reine Spekulation).

Wie mir Daniel erklärte heißt Amargo natürlich Bitter auf Spanisch(das wusste ich auch schon), aber was Chuncho meint, dürfte wohl niemandem bekannt sein. Chuncho war der Name eines der bekanntesten und grausamsten Völker im peruanischem Amazonasgebiets und ihr Name wird heutzutage für alle Völker im peruanischem Dschungel verwendet. Weiterhin wird Chuncho für alle Personen verwendet die wild, frei und unzivilisiert mit der Natur in Einklang leben.

Eine weitere Bemerkung führt zum Thema GUM SYRUP, dieser war ursprünglich nicht einfach nur Zucker in flüssiger Form. Gum Syrup enthielt Gum Arabica, dieses wird auch heute noch aus zwei Akazienarten gewonnen und ist hierzulande als E414 bekannt und wird als Stabilisator und Verdickungsmittel in der Lebensmittelindustrie eingesetzt.
Gum Syrup hatte somit nicht nur die Aufgabe zu süßen, sondern gab der Mixtur eine andere Konsistenz und Komplexität(zu vergleichen mit der Zugabe von Eiweiß).

Weiterhin ist wissenswert, das peruanischer Pisco nur 1 mal destilliert wird. Dies ist umso mehr eine Besonderheit und erfordert viel handwerkliches Geschick. Wie im Mixology Artikel beschrieben muss man die später gewünschte Alkoholstärke bei dieser einzigen Destillation erreichen, eine Reduzierung mit Wasser ist nicht zulässig.

Ich fühle mich nach dem Genuss meines Pisco Sours auf jeden Fall recht unzivilisiert und gehe jetzt besser nicht mehr im Münchner Dschungel auf die Jagd nach Beute!

Cheers

Dienstag, 13. Februar 2007

"London is the best cocktail city in the world right now..."

Audrey Sanders said. "I hate to admit it, but it's true" Wie recht Audrey mit beiden Sätzen hat. Das Zitat kommt aus einem vor kurzem erschienenem Artikel der New York Times, von Kate Sekules "The Best Town to Make an Upper Lip Stiff" Dieser Artikel ist absolut lesenswert:

Dick Bradsell ist in Audrey Augen der Mann, dem London dieses sagenhafte Comeback des klassischen Cocktails zu verdanken hat.

1994 eröffnet er Dick's Bar, drei Jahre später, zusammen mit Jonathan Downey, die legendäre Match Bar. Mr. Downey hatte sich von Bradsells Leitsatz: "People will always buy quality" überzeugen lassen. Jonatha Downey, der Inhaber der Match Bar Group war vor seinem Einstieg ins Bar Business Rechtsanwalt und erinnert mich somit immer an einen gewissen David Emburry.

Interessant und mehr als lesenswert fand ich in dem Artikel folgende Feststellungen verschiedener Bar Größen -
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Junge, Kreative, londoner Barkeeper springen von Bar zu Bar, es fehlt die Konstanz. Wenn Sie bekannt genug sind, werden Sie Consultant oder Brand Ambassador !
so Dale de Groff

Tip ruiniert die Qualität der Getränke
Glauben Downey und Sanders

In Amerika sind Bartender Karriere orientiert,
in UK/Europa eher Schauspieler/Aktöre
so Sanders.

Europäische Bartender sehen Cocktailbartending als echte Berufung an. Man arbeitet sich von unten mit Gläserspülen hoch und Endet beim ausbalanciertem Drink.
So Robert Wattie - Lobby Bar at Aldwych Hotel

"Lemon gass and ginger syrup in the hands of the wrong bartender, can lead to disaster."

"Why a negroni is so different made with Aperol rather than Campari"

"When I go back to the US - everything seems sweet" so Mr. Silvia “Flavored vodkas, flowers and bits and pieces — pinkie-raising drinks. No. All my cocktails are made with alcohol.”

Of course, molecular mixology had to happen, but it’s not necessarily where a cocktail lover wishes to go.
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Zum Anschluss des Artikel gab es eine sehr schöne Liste mit den derzeit angesagten Londoner Bars:

ARTESIAN Langham Hotel, 1C Portland Place, Marylebone; 7636-1000.

BALTIC 74 Blackfriars Road, Southwark; 7928-1111.

THE BAR AT THE DORCHESTER 53 Park Lane, Mayfair; 7629-8888.

BLUE BAR AT THE BERKELEY Wilton Place, Knightsbridge; 7235-6000.

CLARIDGE’S BAR Brook Street, Mayfair; 7409-6307.

CONNAUGHT HOTEL 16 Carlos Place, Mayfair; 7592-1222.

HAKKASAN 8 Hanway Place, Bloomsbury; 7927-7000.

LOBBY BAR AT ONE ALDWYCH 1 Aldwych, Covent Garden; 7300-1000.

THE LONSDALE 48 Lonsdale Road, Notting Hill; 7727-4080.

MATCHBAR 37-38 Margaret Street, West End; 7499-3443.

MILK & HONEY 61 Poland Street, Soho; 7292-9949.

MONTGOMERY PLACE 31 Kensington Park Road, Notting Hill; 7792-3921.

ROKA 37 Charlotte Street, Bloomsbury; 7580-6464.

SHOCHU LOUNGE AT ZUMA 37 Charlotte Street, Bloomsbury; 7580-6464.

TRAILER HAPPINESS 177 Portobello Road, Notting Hill; 7727-2700.

Die diesjährige Londoner Barshow steht an und ich denke diese Liste könnte für das Abendprogramm eine echte Hilfe ein.

London wird jeden Cocktail Liebhaber begeistern - es ist das Europäische Zentrum unserer Cocktailkultur.

Das Bild stammt übrigens aus dem Streits Kino in Hamburg. Bis in die Sechziger Jahre gab es dort eine legendäre Bar. Berühmt gemacht hat diese Bar zu jener Zeit ein Bartender der "United Kingdom Bartenders Guild - UKBG" (siehe Wimple an der Wand)

Leider habe ich keinen Namen mehr von den beiden Herren - Falls jemand helfen kann - bitte ich um Nachricht.

Frauen vertragen weniger Alkohol als Männer!

Das Frauen oftmals weniger Alkohol als Männer vertragen(obwohl ich andere kenne), ist dem einen oder anderen wohl schon einmal aufgefallen. Nachdem man sich dem Thema auf wissenschaftlichem Wege genähert hatte, ist man um eine Erklärung reicher.
Das für den Alkoholabbau zuständige Enzym ADH ist im weiblichen Körper in geringerem Maße vorhanden als bei den Männern. Somit wird der konsumierte Alkohol auch langsamer abgebaut.
Weiterhin ist Alkohol wasserlöslich. Die Frauen haben aber einen verringerten Wasseranteil im Körper als die Männer und somit trägt dieser Fakt ein weiteres dazu bei, dass man den doch sehr unschönen Anblick betrunkener Frauen dann und wann ertragen muss.

Durch die vorangegangenen Gründe steigt auch das Risiko von Organschäden bei Frauen bei verstärktem Alkoholkonsum.

Drink Responsibly!