Donnerstag, 9. August 2007

Brandl, Bols und bunte bottles...


















Was denken Bartender eigentlich über Bols? Ich zuerst: häßliche Flasche. Tschuldigung. Mag der Marketingprofi aus den eigenen Reihen stolz auf die tollen Fotos mit vielen bunten, gleichen Flaschen sein und die Optik der Flasche das Herz eines jeden Discotheken und Clubbesitzer mit einer Vorliebe für Rückbuffets höher schlagen lassen, neigt der "klassische" Bartender eher dazu, seinen Gästen eine Stolze Auswahl echter Bols Schönheiten zu präsentieren und die bunten Dinger unten im Speedrack verschwinden zu lassen. Beweise für wahre Schönheit sind oben auf dem Bild zu sehen. Der Bokma Old Fashioned Cocktail sei jeden Besucher der Traveling Mixologists Veranstaltung am kommenden Mittwoch in Köln empfohlen!

Nun, der fragwürdigen Optik zum trotz beindruckt mich BOLS seit einiger Zeit mit Ihren Veranstaltungskonzepten. "Auf die inneren Werte" kommt es an, mag man in Anlehnung an die eine oder andere zwischenmenschliche Beziehung denken und so entwickelt sich BOLS, obschon des häßlichen Aussehens, zum Bartenders Friend. Das Bols Bar Coaching gilt seit Jahren als eine der wirklich interessanten Veranstaltungen in der Bar Szene und ich bin gespannt was nächstes mal geschieht. Vor einigen Tagen erreichte mich nun eine "Pressemitteilung" aus dem Hause Bols und auch hier gab es wieder zweifachen Grund zur Freude. "BOLS BARKEEPERS’ Choice: Bartender wählen den neuen BOLS Flavour" ist der Name der neuen Aktion und der gesammte Umfang ist hier im Likörblog nachzulesen.

Zum einen freut sich der Blogschreiber unter den Bartendern, das BOLS mit einer offentsichtlich sehr guten Kommunikationsagentur zusammen arbeitet. Auch in der Vergangenheit wurde wir schon öfters kontaktiert und das zeigt, das BOLS verstanden hat, das ein Großteil der Kommunikation unter Barinterssierten über Netz abläuft. In Amerika ist der Anteil der "trinkenden" Blogger schon nahezu unübersichtlich, in Deutschland noch etwas geringer. Natürlich fühlt man sich ob der Beachtung geschmeichelt, unabhängig davon spricht diese Erkenntnis aber für die Weitsichtigkeit der Kommunikationsstrategie des Hauses Bols.

Der andere Grund zur Freude ist die Aktion selber. Man möchte laut ausrufen - "es hat einer nachgedacht" und kommt nicht ganz umhin zu vermuten, das ein Gewisser Herr A. , Host des Likörblogs, da betratend tätig war --- > gut so!

Hier möchte nun also jemand die Meinung der Anwender hören und verpackt das ganze in eine gelungene Marketing Aktion. Am meisten begeistert hat mich die Auswahl der Paten - Trav Mix Beuser kann nur gelobt werden, Sir Angus ist eine großartige Wahl, und Dr. Duff plant sicherlich schon das einschmuggeln von Bokma und Corenwyn in die Aktion. Die Drei sind seit einigen Jahren gesetzte Größen der "neuen" Barszene.

Aber mit dem Einbringen von Franz Brandl bin ich einem Begeisterungsturm nahe. Diese schreibende Größe vieler Barkeepergenerationen in das Boot der jungen Wilden zu holen verdient einen Szenenapplaus. Hier zeigen Vier und eine clevere Kommunikationsagentur das man allen dummen Vorurteilen zu trotz verschiedene Generationen von Bartendern unter einen Hut bringt kann, gelernt, ungelernt, DBUler, nicht DBUler ohne sich auf dem üblichen Standesdünkel auszuruhen. Vielleicht sollte die DBU einmal die professionelle Hilfe dieser Agentur in Anspruch nehmen - das derzeitige Gerede um Neuerungen innerhalb der DBU an anderer Stelle würde damit vielleicht nicht wie üblich im Sand verlaufen.

Was bleibt, ist ein Wermutstropfen (natürlich Antica Formular!):
häßliche Flaschen - "auf den Charakter kommt es an" denkt man sich, und versteckt sich wieder im tiefsten Speedrack...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es ist sicher sehr schön und für einige auch äusserst schmeichelhaft, dass die Firma BOLS mit diversen Veranstaltungen die Nähe zu Bartendern und -Keepern sucht. Wollen wir uns aber doch nicht gleich vollends blenden lassen und bitte feststellen: Die BOLS Liköre sind geschmacklich unerträglich. Viel zu süss, bombastisch und künstlich im Aroma. Das sind die "inneren Werte" und sie sind noch schlechter als die äusseren. Die kann man nämlich nicht unter der Bar verstecken.

Joerg Meyer hat gesagt…

Schön, das hier im Gegensatz zum Posting auch auf die Qualität des Inhalt eingegangen wird, schade nur, das dies anonym passiert.

Klarzustellen ist,der Verfasser des Artikels wurde nicht vollends geblendet - BOLS Bokma und Cronwyne sind erstklassig, die Liköre hat er nicht in seiner Bar, ihm fehlt das Speedrack. Die Idee des Wettbewerbs ist in meinen Augen gut, die vergangenen Bar Coachings etc haben bei vielen Bartendern einen guten Eindruck hinterlassen.

Anonym hat gesagt…

Na,lieber Jörg, das wollt ich doch wohl auch schwer hoffen, dass er keine Bols Liköre in seiner Bar führt. Ich gedachte nur mal kurz darauf hinzuweisen, dass die Firma Bols (unter eben diesem Namen, nicht unter Bokma) über diverse Aktivitäten seinen Absatz der Liköre steigern möchte. ICH möchte das aber nicht. Und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Du Deinen nächten Sidecar oder Pegu Club mit Bols Triple Sec möchtest. Es ist ja hübsch, wenn das Bar Coaching einen guten Eindruck hinterlassen hat, doch sollte man schon etwas Augenmerk darauf verwenden, wen man mit seinen Veröffentlichungen unterstützt. Ruckzuck hat man ein Speedrack hinter seiner Bar. Beiseite: Findest Du nicht, dass Bokma Oude Genever nach Füssen schmeckt? P.S. Da mir diese ewigen Anmeldungsprozeduren zu mühsam sind, setz ich jetzt so meinen Namen darunter: Oliver)

Joerg Meyer hat gesagt…

Der Pegu Club wird, wie uns Herr Winchester in einem Bols Video mitteilte, fälschlicher Weise immer mit Triple Sec oder Cointreau gemixt. Orange curacao ist die Wahl der Waffen - Der Beste hierfür in meinen Augen von Marie Brizard .. wobei sich mein Halbwissen nicht der Vollständigkeit aller Anbieter rühmen möchte.

Das ganze scheint politisch zu werden... was eigentlich neben Religion hinter keine Bar gehört .. aber bitte schön.

Wen habe ich den mit meiner Veröffentlichung unterstützt ? Eine Agentur Namens publicis-consultants deren Arbeit in Zusammenarbeit mit dem BOlS Barcoaching und der jetzigen Aktion meiner bescheidenen Meinung einen Lob wert war.
Mehr noch, diese Veranstaltungen haben die Barszene in Deutschland bereichert und wenn schon Veranstaltung, dann bitte in dieser Richtung.

Die Arbeit von Helmut Adam der diese Idee mit dem Likörblog und ich denke darüber hinaus beratend unterstützt hat wurde ebenfalls gelobt (Recht so!)

Angus Winchester, Bastian Heuser, Philipp Duff die mit Ihrem Support und der Patenschaft diese Aktion sicherlich deutlich bedeutender gemacht haben als dies Lieschen Müller, Felix Krüll und der anonyme Oliver hätten tun können.

Und natürlich Franz Brandl, vor dessen Lebenswerk ich mich verneige und dessen mitmachen als kleines comeback (wurd etwas ruhig um ihn) gefeiert werden darf...

Die Diskussion würde an Qualität deutlich gewinnen, wenn Du mit offenen Karten spielen würdest. Oliver wer... ? Aus Berlin ? Kleine Bar, cooler Typ, super Barmann? oder Wer?

Einzig und allein das großgeschriebene ICH past nicht zu meiner Beschreibung...

Welche Liköre empfiehlst Du? Und wollen nicht auch diese Firmen über irgendwelche Aktivitäten Ihren Absatz an Likör steigern?

Möchte das Haus in dem Du arbeitest (wenn Du denn Bartender bist) nicht auch seinen Absatz steigern? Vielleicht mit dem Label des qualitative besten Drinks, der hochwertigsten Zutaten oder anderer subtieler Massnahmen?

Mit hat Bookma im Old Fashioned bei den Trav Mix Munich sehr gut gefallen. Er kann nicht so schlecht gewesen sein, der Drink war einer der meist verkauften.

Also Oliver lass uns wissen, wer den Kampf gegen geschmacklich unerträglichen, viel zu süssen und bombastisch künstlichen Likör angetreten hat.

Gruß

Jörg

Anonym hat gesagt…

Nein, nein, hier wird kein antikapitalistisches Schwert auf pädagogischem Schimmel geschwungen. Das Engagement entehrt auch nicht die aufgelisteten Helden der Barkultur. Mir ist die Berichterstattung über Bols nur zu ejakulativ und devot. Ich werde sowieso nicht verhindern, dass BOLS sich über großen Namen den Schein von Qualität überstülpt. Aber ich werd nicht gleich in der Pfanne verrückt, wenn dann der neue Green Tea Vanilla Apple auf den Markt kommt und ich werde auch für keinen davon voten, obwohl ich Helmut sehr schätze. Denn wenn ich Green Tea brauche (brauch ich aber nicht), brüh ich mir einen und süsse den dann "to taste". Wenn ich Vanilla brauche (brauch ich auch nicht), kauf ich mir ne Schote. All die Menschen, die Du aufzählst, machen sich sehr verdient um die Barkultur, weit mehr als ich (das ICH groß geschrieben war, diente der Betonung, da mir hier die Kursivschrift fehlt). Das bleibt auch so, wenn irgendein Oliver (aus Berlin, kleine Bar mit Becketts Kopf, Barmann) das Likörvoting für Unsinn hält und auf die niedere Geschmacksebene von Bols hinweist. Ging es hier denn nicht um "Meinungen" zu Bols?

Was Liköre betrifft, kommt es natürlich auf den jeweiligen an, aber grob gesagt spielen die höchsten Flötentöne bei Giffard und Boudier. Dann gibt es natürlich noch so zahlreiche Spezialitäten, wie Kirsch Likör von Schrader o.ä. Letzterer würde bestimmt auch gerne den Absatz steigern, ist aber bestimmt nicht in der Lage, derartige Summen zu investieren.

Was ich sage, ist doch ganz einfach: Schön, dass Bols gute Veranstaltungen macht. Schön auch, dass sie sich an renommierte Moxologen wenden und diese hoffentlich gut dafür bezahlen. Aber es ist und bleibt Bols. Ein Likörfabrikateur, den Du nicht in Deinen Drinks haben möchtest.

Erlaube mir noch einen kurzen Hinweis auf Anonymität und offene oder verdeckte Karten: Es sollte keine Rolle spielen, wer es gesagt hat, sondern nur was er gesagt hat. Anonym bleibe ich für die meisten hier sowieso.

Sei doch so gut und erkläre mir kurz den Unterschied in der Herstellung von Triple Sec, Orange Curacao und Cointreau. Und mix mir bei Deinem nächsten Berlinaufenthalt den Bokma Old Fashioned. Ich stelle alle nötigen Utensilien zur Verfügung.

Joerg Meyer hat gesagt…

Oliver... freue mich darauf, mit dir einen Old fashioned zu trinken. ich bring bookma mit.

Ich finde es ist nicht ganz unentscheident wer hier was gesagt hat, und nun weiß ich endlich mit wem ich in welcher Bar einen BOLS freien PEGU trinken darf. Deine Meinung zum Thema Bols ist durchaus willkommen und Du steht sicherlich nicht alleine da.

Es geht hier um Meinungen, mehr davon sind willkommen.

Der Curacao Hinweis zum Pegu galt einem geschätzten mitlesenden Berliner Drinksdirektor, der Gerüchten zu folge in naher Zukunft den einen oder anderen Abend in der Hansestadt verbringen will.


Gruß

Jörg

Helmut hat gesagt…

"Man möchte laut ausrufen - "es hat einer nachgedacht" und kommt nicht ganz umhin zu vermuten, das ein Gewisser Herr A. , Host des Likörblogs, da betratend tätig war --- > gut so!"

Das ehrt natürlich, wenn der Bitters Blog mir Blumen streut, aber ich muss richtigstellend sagen, dass in diesem Fall die Herrschaften von Hopf Strategie die Idee hatten, den neuen Bols Flavour von der Barszene direkt wählen zu lassen.
Die Herangehensweise ist meines Wissens weltweit ein absolutes Novum, weshalb wir dabei gerne als Schnittstelle fungieren.