Dienstag, 26. Juni 2007

Fee`s Whiskey Barrel Aged Bitters

Vor wenigen Tagen erhielt ich nun die lang angekündigten neuen Fee Brothers Whiskey Barrrel Aged Aromatic Bitters die in limitierter Stückzahl angeboten werden. Es soll sich um ein Experiment der Firma handeln, bei dem man sich zweier gebrauchter Tennessee Whiskey Fässer bediente, ich schätze mal es handelt sich um Jack Daniels Fässer.

In Erwartung eines echten Paukenschlages, wie es der Agingprozess durchaus im Stande ist zu vollbringen (man denke nur an die grandiosen Bitters der Firma Abbott denen man gleiches zuteil werden lies), öffnete ich nun gestern besagte Flasche und stellte sofort fest, dass man sich der normalen Aromatic Bitters des Hauses bediente und auch bei dem "Premiumproduct" wieder nicht auf das Glycerin verzichten konnte.

Wer möchte den bitte schön Glycerin in seinem Cocktail?

Die Beimengung von Glycerin ist eine Mode moderner Bittershersteller und findet sich in keinem mir bekannten Bitters aus der Vergangenheit.

Da es sich bei den Fee`s Bitters allesamt um Produkte handelt die nicht in einem Mazerationsprozess gefertigt werden, ausschliesslich auf Ölen und Konzentraten basieren und zudem einen äusserst niedigem Alkoholgehalt besitzen(mit 17,5 % Vol. ist der Aromatic Bitters schon eine richtig hochprozentige Ausgabe), kann ich es mir so erklären, dass man sich des Glycerins bedient um dem Produkt Stabilität zu geben.
Da sich die unschöne Glycerinbeigabe auch bei dem neuen Angostura Orange Bitters wiederfindet, kann man nur an die Vernunft der Konsumenten appellieren verstärkt auf Qualität zu achten um hier nicht langfristig den Bezug zur Funktion der Bitters zu verlieren.

Kommentare:

Philipp hat gesagt…

Eine kleine Beschreibung was den Geschmack betrift und wie gut die Bitters abgesehn vom Glycerin gelungen sind, wäre schön.

Ich finde die Bitters doch recht gelungen, wenn auch ein wenig zu süß.
Leider fehlt mir der Vergleich zu dem normalen Fee Brothers Aromatic

Helmut hat gesagt…

Glycerin:

Das Problem, dass ich mit der Verwendung von Glycerin habe, ist dieser extrem pelzige Geschmack, den es am Gaumen hinterlässt. Er dominiert den Purgeschmack aller Standard-Bitters der Fee Brothers und auch den von Angostura Orange Bitters und drängt die Bitternote (deren Komposition und Zusammenspiel mich als Bartender eigentlich interessiert)in den Hintergrund. Beim Angostura Orange Bitters kann ich pur nur 2 Dinge schmecken: Glycerin und Kardamom.

Spannend wäre es, einen Vergleich aller erhältlichen Orange Bitters in bestimmtem Cocktails zu veranstalten. Aus Gründen der Neutralität schlage ich Berliner und nicht Münchner Boden dafür vor, Stephan. ;-)
GINcalo, übernehmen sie!

Wie wäre es mit:

a) Pegu Club Cocktail
b) Martini Cocktail (im Original)
c) Rob Roy (im Original)

Weitere Vorschläge willkommen.

H.

Anonym hat gesagt…

Gibt es übrigens eine Möglichkeit FeeBrothers Bitters in D zu erwerben?

Anonym hat gesagt…

Richtig ist, alle Fee Brothers sind gegenüber den uns bekannte Bitters weniger bitter. Genau darin liegt aber auch die erweiterte Anwendungsmöglichkeit. Das sieht am Beispiel von Orange Bitters ungefähr so aus: Möchte ich einen stark bitteren und stark orangigen Geschmack, nehme man Gary Regans. Möchte man eine bittere Note und dezente Orange, nehme man TBT. Möchte man stark Orange und dezente Bitternote, nehme man eben Fee Brothers. Die Auswahl ist doch das Schöne, man kann genauer abstimmen. Zu einem Manhattan mit Antica Formula oder Punt e Mes ist eine starke Bitternote nicht unbedingt nötig, da sie schon in beiden enthalten ist.
Der Whisky Barrel Aged ist eine hervorragende Alternative zu Angostura: kräftiger in der Würze, etwas zurückhaltender in der Bitternote, klare Zimtnuance, aber weniger als beim TBT Old Times. Alles eine Frage der Kombination und der Dosierung.