Montag, 31. März 2008

UPDATE - Empfehlung - (Malt) Whisky Glas für die Bar

Vor kurzem schrieb ich hier im Bitters Blog, das mir bei Whisky Talk & Tasting ein neues Whiskyglas sehr positive aufgefallen ist. APS Hamburg scheint fleißig Bitters-Blog zu lesen, denn schon einen Tag später erhielt ich die Nachricht, das das Glas hier in kürze verfügbar ist:

Email von Herrn Klose:

"Artikel 3550031 Whisky Glas - The Glencairn 190 ml, Whisky Glas · 190 ml · 6,5 oz. · 1/2 doz · H11,6 - 2,40€ für Endkunden, wird diese Tage eintreffen."

Ich denke mal, der Preis ist netto. Kontakt zu APS Hamburg
http://www.libbey.de

Empfehlung: Sherry - Kultur & Genuss von Werner Obalski und Jürgen Deibel

Sherry wird in sehr vielen Bar stiefmütterlich behandelt und wenn, dann oft nur in den großen bekannten Qualitäten der namhaften Großanbieter angeboten. Das dieser berühmte "Wein" aus Spanien eine unglaubliche Geschmacksvielfalt zu bieten hat und bei guter Qualität auch im Cocktail unglaublich funktioniert, hat mir Mario Kappes, unser Bartender im Le Lion gezeigt.
Sein Professor Langnickel Cocktail ist ein Paradeneispiel für einen gelungenen, komplexen Sherry Drink.

Gleichzeitig zeigt dieser Drink, wie wichtig es ist, den "richtigen" Brand zu verwenden. Den jedes Haus ist einzigartig und P.X. ist nicht gleich P.X.

Im Le Lion verwenden wir folgende Qualitäten:

Harvey Bristol Cream - John Harvey & Sons
"La Goya" Manzanilla Pasada - Delgado Zuleta
P.X. Pedro Ximénez - Solera muy vieja del Conde de MONTEAGUDO
Fino - Fernando de Castilla
Olorosso - Fernando de Castilla

Seit kurzem nun, gibt es ein empfehlenswertes Buch, um einen ersten Überblick zum Thema Sherry zu bekommen. Es enthält nahezu keine Cocktail Rezepte aber für den Einstieg ist es ein gelungenes Buch:

Sherry. Kultur und Genuss
von Jürgen Deibel (Autor), Werner Obalski (Autor)
Hadecke Verlag
Preis: EUR 14,95

Ticket Verkaufsstart für Tales of the Cocktail


Morgen, am 1.April, beginnt der Vorverkauf für den Cocktailevent des Jahres auf amerikanischen Gebiet. Die Tales of the Cocktails in New Orleans/Louisiana finden in dieem Jahr zum 6. mal statt.

http://www.talesofthecocktail.com/2008

Pernod Ricard kauft "Absolut"

Der französische Spirituosenkonzern Pernod Ricard übernimmt den
"Absolut-Vodka"-Hersteller Vin & Spirit für 5,6 Milliarden Euro
einschließlich Schulden. Weitere Mitbewerber: Bacardi und Fortune
Brands.

http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBUC12928520080331

Sonntag, 30. März 2008

Landescocktailmeisterschaft 2008 und Open Bar Masters "Fancy"

Morgen, Montag, den 31.3.2008 findet die Landescocktailmeisterschaft und die Open Bar Masters der Deutschen Barkeeper Union DBU e.V. im PARLAMENT Hamburg statt.

Beginn 15.00 Uhr - Abends DBU Party

Die Bar des Jahres 2007

Der Glenfiddich Award für Barkultur ist eine der renomiertesten Auszeichnungen die man als Bar erringen kann und stellt zweifelsohne hohe Ansprüche an Konzept und Umsetzung eines Barbetriebes.

Auch im Jahr 2007 standen sich 9 Kandidaten gegenüber, jede einzelne auf ihre Art speziell und engagiert. Am Schluss kann es wie so oft nur einen Sieger geben der die Trophäe davonträgt.

Es freut in besonderem Maße, dass die geschätzte Berliner Institution gehobener Barkultur, mit ihrer Schule der Trunkenheit, unter Federführung von Stefan Weber auf das Siegertreppchen steigen darf.

Meine Damen und Herren..... der Sieger ist...(Tusch)... VICTORIA BAR! Noch bis vor wenigen Monaten Wirkungsstätte des jetzigen Barchefs des LE LION in Hamburg und als Ginsibelchen bekannten Großmeister des detailversessenen Bartendings Goncalo de Sousa Monteiro.

Das von Stefan Weber und seinem Team auf eindrucksvolle Art umgesetzte Konzept einer klassischen Bar, die sich modernen Einflüssen nicht verwehrt, ist Zeugniss für beste Cocktailkultur in Deutschland und bekommt diese Auszeichnung wohlverdienter Maßen.

Im Oktober 2007 war es den Traveling Mixologists in kompletter internationaler Besetzung vergönnt, mit dem Barteam der Victoria Bar eine großartige Abendveranstaltung zu gestalten.
Diese wird allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben!

Beste Glückwünsche nach Berlin!!!

So - Do: 18.30 - 03.00
Fr + Sa: 18.30 - 04.00

Victoria Bar Gaststättenbetriebs GmbH
Potsdamerstr. 102
10785 Berlin
Telefon: 030 / 25 75 99 77
www.victoriabar.de



Pestizide im Wein, Limetten, Zitronen und Cocktails - Auf der Suche nach der Bio Bar!


Greenpeace brachte am Donnerstag eine Pressemitteilung mit dem Titel "Pestizide dämpfen Weingenuss" heraus. Kurz gesagt: Allen geprüften Weinen aus konventionellem Anbau haben mehr oder minder starke Pestizide Belastungen - auch solche, die als besonder gesundheitsschädlich eingestuft werden.

Jedem Bartender sollte bekannt sein, das herkömmliche Früchte, insbesondere Limetten und Zitronen, ebenfalls mit Pestiziden behandelt werden. Leider läßt diese Erkenntnis und die damit logischer weise verbundene Konsequenz BIO Früchte zu verwenden, in vielen Bars zu wünschen übrig. Wer kennt sie nicht, die kleinen Aufkleber, die bei vielen Produzenten jede Limette schmücken. Wie oft findet man diese Aufkleber noch an den bereits als Mise en place zurecht gelegten Limetten und kommt damit folgerichtig zu dem Urteil, das die verwendten Früchte in der Bar nicht einmal Ordnungsgemäß gewaschen wurden - von BIO ganz zu schweigen.

Das eine Rückbesinnung auf alte Bar Traditionen und die verstärkte Verwendung von Citrus Zesten ein Umdenken hin zu Verwendung von BIO Früchten mehr als notwendig machen, sollte langsam klar werden.

Stiftung Warentest testet 18 Limetten Sorten auf Pestizide


Die perfekt über dem Drink abgespritzte Zeste, das wunderschöne Citrus Flavor über dem Old Fashioned wird also derzeit stehts mit einer schönen Portion Pestiziden "versüßt".
Im Le Lion - Bar de Paris verwenden wir größtenteils Bio Früchte und ich muß gestehen, das der Weg zu Pestizide freien Cocktails durchaus steinig ist.

Zum einen sind BIO Früchte selbstverständlich teurer. Bis zu 400% lagen sie im derzeitigen "Beobachtungszeitraum" über den Preisen von "herkömmlichen" Früchten. Das diese Preisunerschiede durchaus zu "dunklen Machenschaften" führen können, hatte Greenpeace schon März 2007 angedeutet - "Unrechtmäßige Gewinne mit
pestizidbelastetem Obst und Gemüse"


Doch nicht nur der hohe Preis schreckt vor der Verwendung von Bio Früchten zurück. Die Qualität der Früchte ist für den Bar Bereich oft ungenügend. Gerade Limetten sind oft sehr klein und sehr "hart". Damit benötigt man oft die dreifache Menge an Limetten, um die gewünschte Saftmenge zu erhalten. Mulipliziert mit dem deutlich höheren Preis ist diese Summe nicht mehr zu rechtfertigen.

(Wer schon immer mit dem Gedanken gespielt hat, Caipirinha für > 20 Euro zu verkaufen, um seinen Gästen interessantere Alternativen anbieten zu können, hätte hier nun eine echte Argumentations Hilfe!)

Qualitative schwankt aber auch die "Frische" der Frucht. Gerade Bio Limetten sind oft hart und klein und damit für gute Zesten nicht mehr zu gebrauchen. Hinzu kommt ein weiterer Faktor -> Die Optik! Von Zeit zu Zeit erreichen uns Bio Kisten, deren Optik der auf dem Foto oben entsprechen -> Diese mit dunklen Punkten übersäten unansehnlichen Zitronen in der Bar vor den Augen des Gastes für Zesten zu nutzen, fällt mir sehr sehr schwer!

Durch das fehlen der Pestizide sind die Biofrüchte in der Regel nicht so lange haltbar wie in ihre chemieverseuchten "billigen" Brüder. Zu guter letzt: Die Verfügbarkeit. Trotz dem wir "via" Cafe Paris bei einem sehr großen Händler bestellen und täglich Obst geliefert bekommen können, müssen wir manchmal einen Tag warten, bis die gewünschte Ware uns ereicht, da er einfach nicht viel BIO Ware auf Lager hat.

Wir werden "dran" bleiben und uns weiter mit unseren kleinen, oft häßlichen, Saubermännern rumquälen - denn die Verwendung von Pestizide belasteten Früchten in hochwertigen Drinks kann keinem Qualitätsdenken entsprechen. Jeder Drinks ist nur so gut wie seine schlechteste Zutat - eine Premium Caipirinha mit einem der besten Cachacas und pestizide belasteten Früchten macht einfach keinen Sinn.

Ich würde mich über Meinungen zum Thema und Erfahrungsberichten von der Bio-Frucht-Front freuen.

Samstag, 29. März 2008

Eine erstklassige Bar Empfehlung für Berlin: Lebensstern, die Bar im Cafe Einstein



Still und heimlich hat vor mehr als einem Jahr eine echte Bar Perle in Berlin eröffnet.
Der Lebensstern, Bar im Cafe Einstein, ist eine Empfehlung für Berlin.
Schon vor meiner Mexico Reise hatte ich mit Peter Kowalczyk über den Lebensstern gesprochen und ich muss gestehen, das ich unser kleines "Interview" etwas auf die Wartebank geschoben habe. Doch nun, einige Informationen zu einer der besten Bars der Hsauptstadt

Peter, warum Lebensstern:

Die Bar Lebensstern erhielt ihren Namen aus der Familiengeschichte des Betreibers Philipp Hasse-Pratje heraus. Bis in die 80er Jahre gab es eine Zigarre namens Lebensstern, hergestellt von Schwere-Hasse Zigarren. In Erinnerung an seinen verstorbenen Vater benannte Philipp entsprechend die Bar. Sie bekam den Zusatz Bar im Einstein und wird auch überwiegend so genannt.

Wie ist die Geschichte des Einstein?

Das Einstein Stammhaus, gegründet vor 30 Jahren von Uschi Bachauer, entstand unter dem Konzept eines Kulturkaffeehauses. In den ersten 2 Jahren gab es 700 Veranstaltungen. Danach, wirtschaftliche Gründe werden ursächlich gewesen sein, wurde es stetig weniger. 1990 gab es noch 30 Veranstaltungen, 2 Jahre später wurde dies eingestellt. Uschi Bachauer begann sich zurückzuziehen, wirtschaftlich gesehen machte es Sinn, auf die Kultur zu verzichten. Das Einstein Stammhaus lief einfach zu gut.

Beschreibe den Lebensstern...

Im 1. OG der alten Stadtvilla gab es bis Anfang 2006 eine Galerie, betrieben vom deutschen akademischen Austauschdienst. Nach deren Umzug zur Friedrichstraße standen die Räumlichkeiten zur Verfügung, der Betreiber, selbst passionierter Bargänger, hatte den Wunsch, eine Bar als Ergänzung zum Kaffeehaus entstehen zu lassen. Diese Bar sollte zudem ein eher unaufgeregter Ort werden, was wiederum die Möglichkeit eröffnete, die vorhandenen Flächen großzügiger als üblich nutzen zu können (36 Sitzplätze). Zudem fanden wir hinter dem Trockenbau, der Einheitlichkeit der Räume wegen durch die Betreiber der Galerie errichtet, die originale Holzvertäflung des Herrenzimmers inklusive des Bücherregales, welches heute als Rückbuffet dient. Die Hölzer waren in einem traurigen Zustand, verschiedenste Schichten Lack durften entfernt und das Herrenzimmer alten Skizzen entsprechend zurückgeführt werden. Auch das Bücherregal war komplett zerlegt, ein wunderbares Puzzle. Der Tresen, da nicht original, unterscheidet sich in Material ( Nussbaum ) und Form ( die Rundung ) und wiederholt dennoch die verzierenden Elemente der Holzvertäflung auf seiner Vorderseite. Die Arbeitsfläche, geformt aus einem schwarzen Steinmehl, bleibt optisch dezent und im Hintergrund und wahrt die private Atmosphäre der Räumlichkeiten. Das Sitzniveau im Herrenzimmer liegt auf Höhe der Stehtische. Dieses Zimmer ist auch Durchgangszimmer für die 2 weiteren Räume und es sollte vermieden werden, daß neu eintreffende Gäste nach erklimmen der Stufen hinauf in die Bar, zuallererst hinab schauen auf die eventuell anwesenden Gäste, denn zu denen bleibt aufgrund der Räumlichkeit keine Distanz gewahrt. Das kräftige Rot der Wandfarbe und die indirekte Beleuchtung soll dem Raum Wärme spenden, die schwere Holzvertäflung würde sonst doch eher erdrückend wirken. Dieses Rot setzt sich sowohl im Pianozimmer als auch über der Holzvertäflung und den Wandschränken des Damenzimmers fort. In diesen Räumen arbeiten wir mit Clubsesseln und kleinen Sofas sowie Couchtischen, welche farblich wiederum die Töne der Holzvertäflung des Herrenzimmers wiederspiegeln. Im Damenzimmer verzichten wir bewußt auf musikalische Beschallung, auf gesonderten Wunsch hin aber erklingt dort öfter eines unserer Grammophone und Schellackplatten der 20er erfüllen den Raum akkustisch. Desweiteren ist unser Flügel, ein Rönisch Baujahr 1864, hin und wieder im Einsatz. Auch in diesen beiden Räumen werden die Kronleuchter dezent gehalten und über indirekte Beleuchtung ergänzt.

Wie sind die Pläne des Lebenssterns?

Diese drei Räume sollen nicht nur einladen zum lustvollen Genuss, sie sollen auch, und dies in der Tradition des Hauses, dem kulturellen Austausch dienen. Zu unserem 30 jährigem Jubiläum startet deshalb nun ein Kulturprogramm, und da es wöchentlich donnerstags stattfindet, heißt es donnerstags im Ersten ( weil 1.OG ). Den Start macht Don Jordon, ein eher konservativer Journalist, der Gregor Gysi einlud und mit ihm über die amerikanische Sicht auf Berlin sprechen wird. Reichlich Zündstoff. 7 Tage später spielt Friedrich Hörricke, ein internationaler Konzertpianist, Rachmaninoff, Herr Möbus, ein kölner Künstler, stellt zudem seine dazu gemalten Bilder aus. Auch hier wieder wie jedesmal anschließende Podiumsdiskusion mit Fragen aus dem Publikum. Darauf folgend trifft Frau Christine Deggau Herrn Koslar, den Chef der Berlinale, Und Christian Lohse, 2 Sterne Koch des Fischers Fritz, trifft Herrn von Stockhausen. In diesem Stil geht es wöchentlich weiter und sowohl die Bar als auch das Einstein Stammhaus sollen anknüpfen an die Tradition des Hauses und die kulturellen Ereignisse der 20er Jahre, als noch Henny Porten, der erste deutsche Filmstar, dieses Haus bewohnte und mit ihren Festlichkeiten einen Treffpunkt der kulturellen Szene bildete.

Genug geplaudert, muß ein wenig arbeiten. Die Barkarte ist leider nicht aktuell, führen inzwischen 48 Sorten Gin und bauen den Bereich Bourbon noch etwas aus. Bekam z.B.gerade einen Pappy van Winkle, große Freude.

Peter - vielen Dank für das Gespräch

Peter und Henriette Köpke vom Einstein stellten mir noch folgendes zur Verfügung:

Informationsmappe vom Lebensstern

(VORBILDLICH - meine Empfehlung für alle Gatronomen)

Barkarte (nicht ganz aktuell) vom Lebensstern

Lebensstern - Bar im Einstein -
Kurfürstenstraße 58 * 10785 Berlin

Tel 0049 30 263 91 922
Täglich ab 19:00 Uhr

www.lebens-stern.de/

Café Einstein Stammhaus
Ansprechpartnerin : Henriette Köpke
Kurfürstenstraße 58
10785 Berlin

www.cafeeinstein.com

Tel. 0049 - 30 - 263 91 917
Fax 0049 - 30 - 261 91 76

Whisky Talk mit Charlie Smith - INSIDE the Whisky Industry - ganz ohne Sláinte und anderen Quatsch.


Am vergangen Donnerstag fand im kleinen Kreis interessierter Bartender ein legerer Whisky Talk mit Charlie Smith statt. Ca. 20 Gäste fanden sich ein, und die angesetzten 3 bis 4 Stunden verflogen ob des Interesses der Gäste. Den Anfang machte Charlie Smith mit einer kleinen Einführung, wie heute Whisky hergestellt wird. Im Anschluß wurden 4 Flaschen aus Charlies letzter Wirkungsstätte, Talisker, verkostet -> 10, 25, 30 Years und 57°.

Die Jahrgänge, selbst der 10 Jährige, sind sehr ausgewogen und bestechen allsamt durch eine mehr oder weniger starke und interessante Chilli - Pfeffer Note -> Das Markenzeichen von Talisker!

Man kann über Luxusprodukte und den damit verbundenen Preis streiten - aber der 30 Jahre alte Talisker hat eine unglaubliche Komplexität die nachhaltig beeindruckt. Sein Preis von über 200 Euro (Es wurden nicht ganz 3000 Flaschen hergestellt) scheint mir gerechtfertigt, enttäuschen tut er den Whisky Freund auf jeden Fall nicht.

Interessant bei allen Qualitäten, gerade beim kräftigen 25 Years oder vom 57%Vol starken 57° war die geringe Zugabe von stillen Wasser.

Im Gespräch mit Charlie Smith wurde mit vielen Legenden und Halbwissen bei der Malt Whisky Produktion aufgeräumt. Das Bild, was wir oft bei Malt Whisky im Kopf haben, ähnelt den malerischen Schwarz Weiß Fotographien der bekannten wundervollen Bildbände zum Thema Whisky und Co. Das Whiskyherstellung, ähnlich wie bei alle anderen Spirituosen, mittlerweile ein großer industrieller Prozeß ist und somit Wege gefunden werden müssen, Qualität zu halten oder gar durch "neuere" Prozeße zu verbessern, sollte uns Profis klar sein.

So werden zum Beispiel gut 90% der Talisker Produktion für die Verschneidung verschiedener Blended Scotch (z.B. Johnny Walker) hergestellt. Nur gut 10% werden für Malt genommen.
Die mehr als 2 Mio Liter "New Make" jedes Jahr können z.B. nicht mehr in der Destille gelagert werden, sondern in großen Warenhäusern "außer Haus", im Landesinneren.

Der in Barkeeper Kreisen gastierende Mythos das das torfige, salzige Aroma bei einigen Malt Qualitäten ob der jahrlangen Lagerung "dicht" an der Küste entsteht, ist ein Legende.

Die Lagerzeit im Faß und die Art des Faßes ist entscheidend. Ob dies Faß nun "am Meer" oder in einem Warehouse im landesinneren lagert, hat hingegen keinen Einfluß auf den Geschmack.

Diese, und andere Malt - Mythen wurden an diesem Nachmittag zu Grabe getragen. Mein Interesse für Malt ist wieder geweckt. Ich muss gestehen, ich habe es lange Ruhen lassen. Zu lange wurde mir Malt in der immer gleichen Art des Dudelsack pfeifenden Quiltträgers präsentiert. "Sláinte" und Haggis ist mir zu bedeutungsschwanger und ich freue mich Malt ohne diesen werbewirksamen Quatsch zu genießen -> als das, was es sein kann: eine sehr interessante Spirituose mit vielen Spielarten.

Darauf lieber ein simples Cheers!

Gin Tonic in Warschau

Seit gestern besuche ich zusammen mit APS die größte Gastronomie Messe in Polen, die Euro Gastro. APS hat seit kurzem eine Niederlassung in Polen eröffnet und APS Polska stellt auf der Messe aus. Die Euro Gastro ist nicht mit anderen bekannten Bar Shows (London, Amsterdam, Paris, Berlin) zu vergleichen. Sie ist eher eine (kleine) Internorga und der Bereich Bar und Baraustattung sind hier mikroskopisch klein. Faszinierend hingegen ist das Interesse der polnischen Bartender für professionelles Equipment und alles rund um die Bar. Eines wird hier sofort klar: Professionelles Bartending entwickelt sich gerade rasend und das Interesse ist riesig, der Markt und die Nachfrage ebenfalls.

Gestern gab es neben sehr gutem Essen (und sehr gutem Wodka) im späteren Verlauf des Abends imposante Club-lastige Konzepte. Das "Nightlife" in Warschau ist mehr als empfehlenswert. Heute werden wir uns einige Bar anschauen und ich bin gespannt, wie hinter den Barbrettern gearbeitet wird.

Der erste Aperitife Gin Tonic sorgte gleich für eine Überraschung. Das Schweppes Tonic Wasser ist sehr süß und vom Geschmack her anders als das von uns in Deutschland bekannte.

Gestern lernte ich Patryk Le Nart kennen und seine Barschule ist mehr als beeindruckend. Er baut die Schule gerade um und eröffnet in kürze auf über 600 m2 die größte Barschule Polens und wenn ich mich nicht irre wird es die größte Barschule Europas werden.

Im normalen Bereich werden ca. 15 professionelle Arbeitsplätze entstehen, hinzu kommen Bereiche für Flair oder zum Beispiel eine sehr gediegene "Englische Bar" aus schwerem Holt und sehr gediegen. Interessanter Weise schule er nicht nicht Bartender, sondern auch Sommeliers - eine perfekte Ergänzung. Die Schule hat derzeit bis zu 50/60 Absolventen pro Woche in verschiedenen Kursen. Bei den Profikursen wird die Messlatte sehr hoch gelegt und wenn ich es richtig verstanden habe, fällt mehr als die Häflte der Teilnehmer bei diesen Kursen durch -> in meinen Augen ein gutes Zeichen und ein hoher Qualitätsanspruch.

Die ungebremste Nachfrage bei Patryk ist ein guter Indikator dafür, welches Potential im polnischen Markt steckt. Ich bin gespannt, welche Entdeckungen die heutige Nacht bringt.

APS Polen
www.apspolska.pl

Polens Barschule Nr.1
von Patryk Le Nart
www.msbis.com

Freitag, 28. März 2008

Das perfekte Glas für (Malt) Whisky

Beim Whisky Talk gab ein sehr gut gemachtes Tasting / Whisky Glas.

Meine Empfehlung: The Glencairn Glass

www.whiskyglass.com

Leider noch kein Importeur/Bezug für Deutschland bekannt.

Weiss jemand mehr?

The Winner!

Wie ich soeben erfuhr gewann Roman Milostivy aus dem Moskauer Ritz Hotel beim Finale der BOLS around the World Competition letzte Nacht in Amsterdam.

David Wiedemann führte vor einer Weile bei seinem Besuch in Moskau ein kleines Gespräch mit Roman. http://www.cocktailsblog.de/

Here for you an Interview from one of my favourite Bartenders of Moscow in Russia. His Name is Roman Milostivy and he is the Headbartender in the o2 Lounge at the Ritz Carlton in the near of the Kreml in Moscow City.


Photobucket

1. When did you startet whys Bartending?

I started working in a bar don't taking it seriously as many of us when I was a student at the age of 19. Before I had worked a little bit as a server in a hotel restaurant and I thought that I couldn't start in the bar without any theory and training course. That's how I made my first step in the profession - I took IBA elementary course after which I felt like I know a lot. :) But with experience and getting acquainted with some famous and respected bartenders I realized how much I should learn and absorb and now the more I know the more I feel that I should learn and learn.

2.At with Bars have you worked in Moscow?

After a couple years of working in Chelyabinsk, my home town, I felt like I need some bigger field and that's how I moved to Moscow. Fortunately it was not a problem for me to get a job in Moscow and from the very beginning I joined a very good bartenders team at the Bar 30/7. After a year I again decided to move on and accepted the offer to open a new Bar 1171 as a bar manager, I didn't work there for long but it was a big experience for me. Than I took part in the opening of GQ Bar as a chief bartender making cocktail list and trainings for the staff. Soon after I changed my job again joining the new Ritz-Carlton hotel as a head bartender of O2 Lounge, bar on the roof top of the building with a summer terrace looking over the Red Square and Kremlin. So this is where I' m working by now but who knows what can happen tomorrow!

3. What is in the moment the Bar Hot Spot in Moscow?

I would say and I know that many of my colleagues share this view that right now bar scene in Moscow is quite empty. There are a couple of good bars, like GQ Bar or Simachev Bar, but on the whole people go to those places not because of good drinks and personal service but because these are places "you want to be in", it's about music, interior, fashion, which still is a part of a good bar actually. You would find those bars packed and rocking only on fridays and saturdays and Moscow is more about clubbing than going to the bars.

4. How is the Bartending Szene developing in Moscow and what are the Trends?

The best what is happening on Moscow bar scene now comes from London. It's now becoming trendy to invite bar consultants from UK to open new places, make master classes and trainings.
The trends are using fresh herbs, berries and fruits, homemade syrups and infusions.

5. What is youre favourite Drink?

Frankly speaking I can't say that I have some special favourite drink, but I really like good old-days concoctions like Sazeracs and Martinezes, Ramos Gin Fizz of course!!! When I'm partying out and drinking glasses one after another than Cape Codder becomes my choice :)

Thank you Roman for the Interview. We hope to see you at the Mixology www.barconvent.com in Berlin this Year in September.

Schade für Ted Makuse!

Der Whiskey Smash - ein fantastischer Drink.

Vor kurzem schrieb ich, dass ich bei meiner letzten NY Tour wieder dem Whiskey Smash verfallen war. Daraufhin erhielt ich einige Email mit der Frage: Was ist ein Whiskey Smash?

Ich werde mich versuchen dem Thema zu nähern und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder absolute Richtigkeit. Mögen andere in den Tiefen der Geschichte wühlen und uns mit unbekannten Details über die leider in Vergessenheit geratene Getränkegruppe der Smashes überraschen. Für mich ist der Whiskey Smash ein autodidaktischer Drink. Mehrere Dutzend mal in erstklassigen Bars bestellt und bei der Zubereitung zugeschaut, schlägt meines Erachtens trockenes Geschichtswissen und spiegelt sozusagen einen aktuellen IST Zustand der Smash Kultur wieder.

Zum ersten mal habe ich den Drink vor zwei Jahren im Mlk&Hny NY geordert und zwar aus einem ganz banalem Grund -> Der Name hört sich verdammt gut an. Sicherlich spielen unterbewusst noch die eine oder andere Neigung mit. Ich liebe alte Drinks und muss gestehen, dass ich zu dieser Zeit zwar um die Getränkegruppe der Smashes wußte, das Wissens aber lückenhaft war. Es sollten, auch bei späteren Besuchen in Amerika einige Whiskey Smashes folgen.

Ich empfehle einen Whiskey Smash als Drink für die kommende Sommerkarte - hier einige Gedanken dazu:

Aus - David A. Embury " The Fine Art of Mixing Drink":
Thus far I have not mentioned any of the Smashes; that is, drinks flavored with crushed mint. Ye oldetyme bartenders`manuals featured Smashes as drinks served in a large glass filled with crushed ice and decorated with every conceivable kind of fruit. On the other hand, the flavour of mint "maries" satisfactorily with practically any spirituosus liquor, and there is no reason why a Smash cannot be served in an Old-Fashioned or other small glass as a cocktail. Compaire the Maison Charles and the Madison Avenue, both made with rum. For Smash recipes see page 254...

S. 254 ...

Smashes - The Smash is a short Julep. In other words, it consists a fresh mint, sugar and any spirituos liquor. For each drink, gently crush a spring of mint woth a teaspoonful of sugar syrup and, if desired, a dash of bitters in a bar glas. Add crushed ice and 2 to 4 ounces (Sehr angenehme Ausschankmengen - Adieu F&B Controller!) of the desired liquor. Shake thoroughly and strain into the glasses.

Originally the Smash was served in a Sour or Delmonico glass or in a fancy wineglass and was decorated with pineapple, berries, slices of orange and lemon and a spring of mint. It may, however, be served in a Sour glass or even in a Cocktail gglass with no decorations other than perhaps a cherry and a small sprig of mint."

Viele weitere "ältere" Quellen beschreiben einen Smash oft als "kurzen" Julep und nennen auch keine Verwendung von Citrusfrüchten im Drink. Alle Smashes, die ich hingegen getrunken hatte, waren eindeutig mit etwas Zitronensaft zubereitet worden.

Imbibe, von David Wondrich nennt auch die Zubereitung eines Smashes ohne Citrusfrüchte, im späteren Rezepteil hingegen, findet man ein Dale de Groff Rezept für einen Peach Smash mit Zitrone.

Wichtig bei den Imbime Ausführungen: Cracked ice und kurzer Drink - YOU SIPP IT - ohne Trinkhalm! (Die Verwendung von Trinkhalmen im allgemeinen sollte überdacht und für unnütz erklärt werden!)

In Dale's THE CRAFT OF THE COCKTAILS findet sich dann ein Rezept, das dem Geschmackserlebnis, welches mir viele vergnügte Stunden am Big Apple bereitete, sehr nahe kommt.

Whiskey Smash.

2 lemon pieces
2 to 3 mint leaves
25 ml simple Sirup
50 ml Markers Mark bourbon
Sprig of fresh mint

Muddle the lemon, mint leaves and simple syrup in the bottom of a mixing glass. Add the bourbon and shake. Strain into an old fashioned glass filled with crushed ice. Garnish with the mint sprig.

Nach meinem Geschmack gehört Citrufrucht in einen Smash - mögen mich die Bele(e)hrten eines Gegenteils überzeugen. Die herrliche schöne Ungenauigkeit von "2 pieces of lemon" lässt einen Verhandlungsspielraum zu. Jeder erfahrene Bartender weiss, das Zitrone nicht gleich Zitrone ist. Und wie groß ist bitte schön ein piece? Je nach Gast und eigenem Gusto wird der Citrusanteil leicht varieren, dennoch haben sich für mich einige Smash Regel herauskristallisiert.

Ein Smash wird in der Regel in einem Old Fashioned Glas/ Tumbler serviert. Er wird ohne Trinkhalm serviert (trotz des Bildes war er bei meinem PEGU Besuch Trinkhalm-frei). Es werden Stücke von der Citursfrucht mit gemuddelt, die Aromen der Schale sind hierbei wichtig! Eine Verwendung von ausschließlich BIO Früchten sei somit angeraten. Das Verhältniss Süß/Saur ist umgekehrt zu dem eines Sours. Das heißt die Süße dominert. Die Menge der Cirtusfrücht kann sehr dezent sein - keinesfalls aber in Richtung Sour gehen.

Die Zutaten werden gemuddelt und mit geschüttelt. Im Anschluss wird der Drink gestrained. Bei einigen Bars konnte ich ein Double Strain beobachten -> ob der feinen Minzstückchen, danken es einem in der Regel zumindest die weiblichen Besucher. Der Drink wird auf Eiswürfel (war fast immer so) oder grobes cracked ice gegeben (hat fast keine Bar). Feines Crushed ice führt in meinen Augen zu einem schnell verwässernden, unansehnlichen Drink. Sowohl Dale, als auch einige Bartender vor Ort haben gelegentlich Marie Brizard Orange Curacao statt Simple Syrup verwendet. Meine Empfehlung sind kräftige Whiskey Qualitäten. Dale nenne z.B. 45%Vol Markers Mark. Bonded - 50%Vol Qualitäten sind ebenfalls fantastisch. Der Whiskey Smash gelingt ebenfalls gut mit anständigem RYE Whisky.

Da in kürze, wie ich hörte, mehrere Tequila Roadshows durch die Republik statt finden und dem Agaven Destillat ja auch sonst zugesprochen wird, sollte einmal ein Tequila Smash probiert werden.

Die gereiften Anjeo Qualitäten der Tequila Häuser erinnern, wenn Sie gut gemacht sich, doch sehr stark an gute Bourbon Qualitäten.
Ich denke viele klassische Bourbon Drinks, wie z.B. der Whiskey Smash, werden mit Anjeo Tequila sehr gut funktionieren.

Bild, via Flickr/Idandersen - Pegu Club NY Whiskey Smash and Jamaican Firefly

Donnerstag, 27. März 2008

Freude....


Freude....
Originally uploaded by Joerg Meyer.
Torben, Mario und Jörg sagen "danke Charlie & Heiko"

Nachtrag: der kurze Post war sozusagen "Vorführung" des "Mobil Bloggens" direkt vom Whisky Talk - via Mobiltelefon.

Charlie Smith hat heute morgen MALT zum beste geben und Heiko brachte einige rahre Tropfen, u.a. den 57°, derzeit nur in sehr wenigen Duty Free Shops erhältlich, mit.

Bericht vom Whisky Talk folgt  - war ein gelungener Nachmittag!


Mittwoch, 26. März 2008

Bitters-Blog SEO .... Wow


Gerade einen Post über den BIO Tequila veröffentlich und 10! Minuten später ist der Bitters Blog unter den ersten drei Suchergebnissen bei Google  - erster Eintrag aus Deutschland! (Siehe Bild -> Anklicken für Vergrößerung)  -> ich bin beindruckt !


Mal sehen, wo wir jetzt stehen?

Buen Amigo Reposado - Bio Tequila - KEINE Empfehlung!

Am vergangenen Donnerstag mixte ich nach Heimkehr aus New York und Jalisco für geladene Gäste eine kleine Karte aus Tequila Drinks und alten New York Klassikern. 

Beim "Einkauf" für den Abend stolperte ich über einen 100% Agave Tequila - der weltweit 1'te BIO Tequila - Buen Amigo Reposado. Er glänzte mit einer Auszeichnung vom Beverage Tasting Institute Chicago und so überkam es mich, ihn zu kaufen, um meinen Gästen auch einen "BIO" Tequila präsentieren zu können.

Torben Bornhöft und ich hatten das außergewöhnliche Vergnügen diesen
Tropfen in unserer Bar zu testen und wir kamen beide zum gleichen
Ergebnis: Wir persönlich fanden das Produkt sehr schlecht. Viel
Vanille, viel Toffee nur keine Agave.

Viele "reife" Anjeo Qualitäten haben das Problem, dass die
Holzfasslagerung das eigentliche Agaven Aroma überdeckt - dieser
Reposado hingegen toppt jede Vanille lastige Anjeo Qualität und ist
nach meiner Meinung derzeit keine Empfehlung wert.

Trotz BIO (löblich) -> Finger weg!

Vielleicht gilt hier ähnliches wie beim BIO Wein - in einigen Jahren
wird es sehr gute BIO Produkte aus Mexico geben.

Der Drink des Abends war übrigens nach anfänglichem Tequila Vorsprung ein sehr alter Klassiker, der in New York zu meinem absoluten Lieblingsdrink mutierte: WHISKEY SMASH! 

Dienstag, 25. März 2008

Bar Empfehlungen für Warschau gesucht!



Zusammen mit APS-Bar Supply geht es am kommenden Wochenende zur EuroGastro nach Warschau. Ich bin sehr gespannt, wie die Barszene in Polen etabliert ist und würde mich sehr über Bar-Tips freuen.

Also - Where to go in Warsaw?

EuroGastro:

Geschichtsverzerrung

Bei einem meiner letzten Besuche bei den schweizer Kollegen wurde mir gewahr, dass auch der Schweizer Barkeeper sanft durch ein farbenfroh illustriertes Magazin über Entwicklungen seines Berufsstandes, über historische Zusammenhänge, ja gar über internationale Trends informiert wird. Barnews, so der vielversprechende Titel der Fachlektüre, die im Erscheinungsbild stark an das bei hiesigen Bartendern hoch im Kurs stehende Drinks Magazin erinnert und mich in der mir vorliegenden Ausgabe durch ein Coverbild im Retrostil der 80er Jahre und wohl plazierter tropischer Frucht in seinen Bann zog.

Beim durchstöbern wurde kein Zweifel daran gelassen zu welchem wichtigen Barevent der beruflich orientierte Freund der Barkultur zu erscheinen hat. Auf zahllosen Seiten wird der, durch ungerechtfertigt mit Vorschusslorbeeren bedachte Branchentreff in der deutschen Hauptstadt im Mai(siehe vorangegangenen Eintrag von Herrn Meyer-Kommentare) beworben. Für meinen Geschmack mit etwas zuviel Eindringlichkeit.

Da die Schweiz ein an Sprachen reiches Land ist, wurden im hinteren Teil, den der französischen Sprache Zugeneigten einige Seiten gewidmet. Um auch in historischen Dingen seine Fachkompetenz zu unterstreichen wurde auch der Gründervater des Bartendings Jerry Thomas zitiert und mit historischer Genauigkeit auf einen gewissen Blue Blazer verwiesen.

Da sich die veröffentlichte Version nicht ganz mit den von mir, in ausführlichem Studium der Originalschriften von Herrn Thomas erarbeiteten Einblicke seines Schaffens in Einklang bringen lies, möchte ich die geneigte Leserschaft über die Sichtweisen des Barnews Authors zu diesem Thema informieren.

Blue Blazer
(Inventé par Jerry Thomas, le grand maître des cocktails)

Verser 10 cl de café bien chaud dans un verre á mélange. Ajouter deux cuilléres á café de sucre et râper un peu de zeste d'Orange au-dessus du verre. Melanger. Chauffer 4 cl de whiskey bourbon dans une casserole. Enflammer le whiskey et le verser en flammes dans le café. Servir dans un verre de type chope.

Sicherlich kein schlecht schmeckender Drink, allerdings hat dieser, vom Zucker einmal abgesehen, nichts mit einem Blue Blazer zu tun.

Man hat als Herausgeber einer Fachzeitschrift für den Berufsstand meines Erachtens die Pflicht zur besseren Recherche über die Inhalte. Junge Berufseinsteiger orientieren sich an den Fachmagazinen die ihnen an die Hand gegeben werden, sie sollten nicht schon von Beginn an mit falschen Informationen in die Irre geleitet werden.

Da sich an dieser Stelle eine fachlich fundierte Erklärung zum Thema anbietet, überlasse ich dieses Herrn David Wondrich, der das Leben und Schaffen von Jerry Thomas über Jahre studiert hat und mit IMBIBE ein Lehrbuch par exellence geschaffen hat.

Film ab!

Montag, 24. März 2008

Münchener Barkultur

Im Cocktailforum gefunden:
Video zur "Münchener Barkultur" zum Münchener Whisky&Bar Festivals
Frank Böer stellt drei Bar in der Isarvorstadt vor.

Pacific Times
Bar & Restaurant
Baaderstr. 28
80469 München
Tel: 089-20239470
www.pacifictimes.de

Trinkhalle

Avantgarde-Bar (So die Seite, wir sagen: Trav Mix Bar!)
Baaderstr. 68
80469 München
Tel: 089-96162384
www.dietrinkhalle.de

Königsquelle

Bar & Restaurant
Baaderplatz 2
80469 München

Einzige Frage: Frank Böer sagt im Interview "Berlin hat zwei coole Barevents...."
Frage vom Bitters Blog Nord: "Zwei? Ich kenne derzeit nur den Bar Convent..."

Sonntag, 23. März 2008

HOTI, Bernhard und die Barkeeper


Pyrat XO Reserve
Originally uploaded by sonigraphy.
Schon seltsam, was für werbliche Mails den Bitters Blog erreichen.
Heute - passend zum österlichen Hintergrund religiös angehaucht:

"Hallo,

...und es gibt ihn doch..., den Schutzengel der Barkeeper.
Er kommt vom Bodensee und steht in der Barockkirche Birnau.
http://www.honigschlecker.de/barkeeper.htm
Vielleicht wäre das ja eine Pressemitteilung wert oder es ist die passende Geschenkidee? Danke.
mfg
Honigschlecker
"


Eigentlich sind wir Werbe Mails aus den Kreisen des Spirituosen Absatzes gewohnt - aber, daher dann auch für mich der Anlass es zu veröffentlichen, den Schutzpatron der Bartender kannte ich bislang nicht.

Kurzer Blick auf Google und bei www.heiligenlexikon.de (:-) das heißt wirklich so...) wurde ich fündig:

"Patron von Burgund, Ligurien, Gibralatar, Genua und Stein am Kocher; der Imker, Wachszieher und Barkeeper; der Bienen; gegen Besessenheit, Kinderkrankheiten, Besessenheit (Dämonie) und Tierseuchen; bei Gewitter und Unwetter; in der Todesstunde "

Bislang kannte ich nur HOTI - Den Metallanhänger am Lederband, der jeder Flasche Pyrat XO Rum umgehängt ist. HOTI ist im ZEN der Schutzgott der Barkeeper.

Also: der 20. August ist der Gedenktag des Heiligen Bernhard von Clairvaux, Schutzpatron der Bartender. Vielleicht sollte an diesem Tag mit einem Gläschen Pyrat angestoßen werden.