Donnerstag, 8. Februar 2007

Amsterdam Barshow 3 & 4 April 2007

Die Barshow Amsterdam ist das 2 wichtigste Event der europäischen Barszene und wer die Möglichkeit hat, sollte diese auf keinen Fall verpassen. Ein kleiner Vorgeschmack auf die London Barshow im Juni. Wichtig! Auf jeden Fall vorher gratis online registrieren, so erspart man sich den Eintritt!

Mittwoch, 7. Februar 2007

Pioniers of mixing Gin - the classic cosmopolitain


1934: Pionier of mixing Gin
Originally uploaded by Joerg Meyer.
Vor zwei Jahren erhielt ich eine Kopie des Buches
The Pioniers of Mixing Gin. Anistatia und Jared haben, soweit ich weiß, eines der wenigen Originale dieses Buches. Ein GIN-Tastic Buch für alle Liebhaber dieser noblen Spirituose. In Ihrem Shaken not stirred blog schreibt Anistatia einen kleinen Artikel über den unserer Meinung nach "Echten Cosmopolitan" den dieses kleine Büchlein schon 1934 auf Seite 49 preis gibt:

THE COSMOPOLITAN
Jigger of Gordon Gin
2 dashes Cointreau
Juice of one lemon
Teaspoon of raspberry syrup
Shake ingredients over ice and strain into a cocktail glass.

Cheers & Cranberry ade!

Amerikanische Flüssigkeitsmaße für alte Cocktailbücher

In der Hoffnung das diese Tabelle ihren Teil zur Aufklärung der manchmal schwer zu verstehenden alten Barbücher beiträgt, hier der Beitrag des Bitters Blogs zur Entwirrung alter Rezepturen.


American Bar - Savoy Hotel London

Das Savoy Hotel in London ist nicht nur eines der feinsten Adressen der Stadt, es ist eine Institution! Das Savoy versprüht seit nunmehr 118 Jahren den Charme eines Grand Hotels. Eröffnet im Jahre 1889 durch Richard D`Oyly Carte, erhielt das Savoy 1898 im Zuge der Neugestaltung der öffentlichen Räume im Hotel auch eine „AMERICAN BAR“. Dies passte zum Zeitgeist der Epoche, in der „American Drinks“die Vorboten des goldenen Cocktailzeitalters waren.

In der Bar des Savoy arbeiteten solch Legenden wie Ada Coleman(davor im Londoner Claridge`s Hotel schon zu Ruhm und Ehre gekommen) oder auch Harry Craddock, der nicht zuletzt durch die Veröffentlichung des SAVOY COCKTAIL BOOK 1930, London zum Epizentrum der globalen Cocktailkultur machte. Amerika litt unter den Folgen des Grossen Experiments und somit standen die Sterne günstig, den Amerikanern das Zepter aus der Hand zu nehmen. In späteren Jahren führte dann Peter Dorelli die Bar durch glanzvolle Zeiten im auslaufenden 20 Jahrhundert, bis er vor wenigen Jahren in den wohlverdienten Ruhestand wechselte.

Die Bar befand sich ursprünglich auf der Flussseite des Hotels und zog erst 1904 an die heutige Stelle. Damals wurden 2 an das Hotel angrenzende Gebäude in das Hotel integriert. Zu diesem Zeitpunkt erhielt die Bar ihren unvergleichlichen Art Deco Stil, den man bis Anfang der 50er Jahre beibehielt. Danach wurden Bambus Elemente integriert und man verabschiedete sich zusehens vom Art Deco. In den 70er Jahren erhielt die Bar ihr heutiges Interior, welches durchaus geschmackvoll gewählt wurde, allerdings etwas kühl und reduziert wird. Es fehlt etwas an Opulenz, die einem durch das sonst sehr prunkvolle Gebäude suggeriert wird.

Die Bar selbst ist mit vielen Fotos der zahlreichen Prominenten Kundschaft geschmückt. Diese wurden vom Celebrity Fotograf Terry O`Neill höchst selbst angefertigt. Eine weitere Besonderheit stellt die „Royal Box“ dar, ein privater, abgetrennter Raum innerhalb des Barrooms.

Ein Besuch Londons ohne Absteher zum Savoy ist unvollkommen. Ein absolutes Muss!


Savoy Hotel

Strand, London WC2R 0EU, UK

Savoy Hotel Special Cocktail Nr.2

2 Dashes Dubonnet

1/3 French Vermouth

2/3 Plymouth Gin

Orange peel

Dienstag, 6. Februar 2007

Cocktail Cherries

Gestern gab es einen interessanten
Artikel von Drinkboy Robert Hess über "Maraschino Cherries". Wie immer, gut recherchiert und informativ. Kurze Zusammenfassung: Maraschino Kirschen werden aus italienischen Maraska Kirschen hergestellt. Sie werden getrocknet und in original Maraschino Likör eingelegt. Die heute als Maraschino Kirschen bekannten, künstlichen, hellroten, zuckersüßen Cocktailkirschen nennt Robert Hess “imitation maraschino cherries”. So wurden Sie 1912 durch die US FOOD and DRUG Administration benannt und dieser Titel ist bis heute gültig.

“Imitation maraschino cherries” werden in den Staaten laut Hess überwiegend aus Queen Ann Kirschen hergestellt. Bei Markteinführung beurteilten Kritiker diese "neuen" Maraschino Kirschen als ungeniessbar.

Die Prohibition verhalf den künstlichen Chemie Bomben zum Durchbruch. Die bis dahin bekannten und als echte Delikatesse gehandelten italienischen Maraschino Kirschen wurden von Markt genommen, da sie in echtem Alkohol eingelegt waren.

Nach dreizehn Jahren Prohibition waren die ehemals so beliebten "Echten" Maraschino Kirschen nahezu unbekannt und die “Imitation maraschino cherries” hatten Ihnen den Rang abgelaufen.

Ähnlich wie in Deutschland ist es in den USA auch heute noch schwer, echte Maraschino Kirschen zu bekommen. Wer eine Quelle hierfür hat, möge uns bitte nicht unwissend lassen!

Robert Hess empfiehlt das eingelegen von getrockneten Qualitätskirschen in Maraschino Likör und ich werde nicht um zu kommen dies einmal auszuprobieren.

Die Bartender vom MLK & HNY NY empfahlen mir bei einem Besuch LES PARISIENNES Cherries. Nach langem suchen fand ich ein Glas im tiefsten Brooklyn, in Le Nell's ltd WINE + Likker Boutique. Diese kleine "Boutique" ist ein echtes El Dorado für Cocktailians - man findet hier nahezu jede Form wirklich seltener Cocktail Flavorings. Charmant fand ich auch die Gebührenfreie Telefonnummer des Ladens: toll free 1 877 NO SNOBS.

Auf dem Glas dieser kleinen, leider schon während meiner US Tour vertilgten Kirschen, heißt es: Les Parisiennes, Semi Candies cherries in Kirsch brandy. 600gr cherries, sugar,37,5 cl a 40%Vol Kirsch brandy (3,6 %), water, almond essential oil. FRANCE 24200 SARLAT.

Das Glas hatte einen stolzen Preis von ca. 20 US $, aber ich muss gestehen, es waren die besten Cocktailkirschen, die ich bislang probieren durfte. In Amerika werden diese Kirschen mittlerweile online versandt, in Europa konnte ich leider noch keine finden. Da hilft nur eins: Im nächsten Monat geht es nach Frankreich und ich werde versuchen einige Gläschen mitzubringen. Wer auch eines möchte, möge bitte einen Kommentar mit email hinterlassen.

LE NELL'S
WINE + Likker Boutique
416 Van brunt street
toll free 1 877 NO SNOBS
http://www.lenells.com

Die Wiederbelebung der Bitters

Bitters sind zunehmend im Fokus der weltweiten Cocktailgemeinde und somit lässt es nicht lang auf sich warten, dass die internatonale Presse das Thema aufgreift.
Ein sehr schönen Artikel über die Bemühungen der Bartender in der Bay-area findet man im renomierten SAN FRANCISCO CHRONICLE.

Sonntag, 4. Februar 2007

Jared, Anistatia and the EUVS



Heute erhielt ich eine eMail von Jared:

"Museums should be created where the public goes rather than bringing the public to museums," Paul Ricard said when he opened Exposition Universelle des Vins et Spiritueux (EUVS). He promised that it would be “permanent, eternal, and ever-growing” like the industry it was built to represent. Situated on Île de Bendor, a private island just off the coastal resort community of Bandol in southern France, this amazing museum lives up to his ideal.

Opened on 12 July 1958, EUVS is dedicated to the promotion of the global wine and spirits industry. The museum houses over 8000 bottles of wine and spirits from 48 nations —including rare wines and liquors from Asia, Africa, the Americas, Australia, and Europe—as well as a massive label collection; glassware from famed producers including Baccarat, Lalique, Nason & Moretti, Saint-Louis, Val-Saint-Lambert, and Daum.

The building itself is also remarkable. Over 40 of its wall surfaces and arches are adorned with soaring murals executed by students of École Supérieure de Beaux Arts in nearby Marseille.

In honor of Paul Ricard’s monumental achievement and in memory of his pioneering spirit, EUVS will experience a revival culminating in a 50th anniversary celebration in 2008.

Conservation of the existing collection; building renovation; repurposing and expansion of its exhibits; publication of a comprehensive catalogue; and establishment of an online and analog library of wine, spirits, and cocktail knowledge are just a few of the projects scheduled for completion over the next 19 months.

As the research arm of the Bendor-based International Bar Business School, EUVS will offer the wine, spirits, and hospitality communities a rich source of historical knowledge and artifacts—a key element to the future of an industry that is experiencing record growth.

For the public, EUVS will provide a rare glimpse into the varied and compelling history of an industry that has influenced civilisation for over 9000 years.

Under the direction/curation of cocktail and spirits historians Jared Brown and Anistatia Miller, a team of experts from various disciplines will be formed to accomplish this mission. Eric Fossard of the International Bar Business School, Robert "Drinkboy" Hess, Ted "Doc Cocktail" Haigh, and the Worldwide Cocktail Club's Henry Besant and Dre Masso have already committed to the effort. Museum studies, conservation, and archaeology students from European universities will also be called upon to intern during the summer.

Visit the EUVS site (www.EUVS.ORG) to watch this historic project unfold in blogs, photos, and podcasts.

Wenn man sich die Fotogalerie auf dem neuen EUVS blog anschaut, könnte man glatt neidisch werden.
Man wird bespannt sein, was diese Beiden uns in der nächsten Zeit bescheeren werden.

Blog unter: http://www.euvs.org/Blog/Blog.html

HOW TO USE BITTERS - Seelbach Cocktail at Brandy Library NY

Seven dashes of Peychaud and seven dashes of Angustora bitter. Das war mir beim lesen von Ted Haighs , aka Dr. Cocktail, Vintage spirits and forgotten Cocktails in Erinnerung geblieben. Ein ungewöhlicher Cocktail, dachte ich mir damals, zumal er nicht geschüttelt, sondern lediglich im Champagnerglas aufgegossen wurde.

1,2,3,4 .... ich beobachtete den erstklassigen Gastgeber Ethan R.Kelley bei der Arbeit und zählte die dashes of Peychaud mit.
Es folgten 4 dashes of Angustora Bitter.

In der BRANDY LIBRARY NY war es am frühen Abend noch ruhig und diese empfehlenwerte Bar füllte sich langsam mit Gästen aus dem umliegenden Finanzplätzen Manhattans.

Ich kam mit Ethan ins Gespräch und prompt erklärte er mir, dass er lange nach einem passenden Glas, einer klassischen Champagner Schale, gesucht hat, die Größe des Glases aber nur eine leicht "gekürzte" Variante des Original Rezeptes zuliesse.

Der Geschmack des Drinks gab Ihm recht. Bourbon, Bitters, Champagner - der Hauch einer Orangen Zeste schmeichelte der Nase. Ein vielschichtiger Drink für erfahrende Trinker.

Dieser Drink wurde erstmals 1917 im Seelbach Hotel in Louisville, Kentucky gemixt. Das Rezept galt lange als verschollen und wurde erst 1995 wieder entdeckt. Dr. Cocktail nennt diesen Zufall in Bezug auf sein oben genanntes Buch: "After all, it's what this book is all about!"

Gary Regan empfiehlt einen Wild Turkey und wir können davon ausgehen, dass er einen mit höherer proof Zahl meint.

Gary Regans Rezept:

Seelbach Cocktail
INGREDIENTS:

3/4 ounce bourbon

1/2 ounce Cointreau

7 dashes Angostura bitters

7 dashes Peychaud's bitters

4 ounces chilled brut Champagne

1 orange twist, for garnish

INSTRUCTIONS:

Pour all of the ingredients, in the order given, into a Champagne flute. Add the garnish.

Bemerkenswert finde ich wie gesagt auch die Zubereitung. Der Champagner sollte meiner Meinung nach eiskalt sein. Der Cocktail eignet sich erstklassig als Aperitif für größere Gruppen. Schade nur, das es hierzulande dann doch eher ein fragwürdiges Glas Prosecco ist.

Brandy Library
25 North Moore Street
NEY YORK
212.226.5545
-Winter hours-
Sun - Wed 5pm to 2am
Thu - Sat 4pm to 4am
info@brandylibrary.com

Bolivar Bitters

Bolivar Bitters wurden von derBolivar Bitters Co. in Vrapa Venezuela hergestellt und zielten wohl darauf ab Angostura zu ersetzen. Dieser Bitters hat "about" 45% Alkohol.
Ein Beweis dafür, dass der südamerikanische Kontinent(auch wenn dies kaum jemand wahrgenommen hat) einer der Hauptprodutenten für aromatische Bitters war.

Wunderbar in einem Pisco Sour!

Freitag, 2. Februar 2007

Creative (Whiskey) Cocktails in München

Ausnahmebartender Bastian Heuser(bis vor kurzem in der Biancalani Bar in Frankfurt tätig) und die Brown Forman Group(ihrerseits Eigentümer von Woodford Reserve, Jack Daniels oder auch Gentleman Jack) luden am 31.01. 07 in die CORTIINA BAR in München, um klassische und moderne Cocktails mit American Whiskey eine breiten Schar engagierter Münchner Bartender vorzustellen. Bastian erwies sich einmal mehr als Garant für kreative und moderne Cocktailkreationen und konnte mit der Einbindung, sonst eher unüblichen Zutaten, die im allgemeinen doch sehr kritische Münchner Barszene überzeugen.
Zwei meiner Favoriten waren der,

LEMON BALM JULEP

6cl Woodford Reserve
5-6 Zweige Zitronenmelisse
1-2 BL Zuckersirup
1 Dash Lemon Bitters

Alle Zutaten in ein Longdrinkglas geben, mit crushed Eis auffüllen und rühren bis das Glas beschlägt. Mit Zitronenschalenjulienne garnieren.

und der,

Spiced (P)Reserve

6 cl Woodford Reserve
3 cl frischer Zitronensaft
2 BL Pflaumenmuss
1 cl Kardamomsirup
1 Dash Benedictine
1 Dash Old Time Aromatic Bitters

Alle Zutaten auf Eis kräftig schütteln und in ein Cocktailglas doublestrainen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer garnieren.

Ein sehr schöner Abend, der nach langer Zeit die Münchner Barleute aus ganz unterschiedlichen Etablissements zusammenbrachte. Es bleibt zu hoffen, das man es sich als Anlass nimmt ein verstärktes Miteinander zu pflegen.

Bastian Heuser ist unter barworkz@mac.com oder bastian@mixology.eu zu erreichen.

Donnerstag, 1. Februar 2007

Blood Orange Bitters



Der wohl erste Blutorangen Bitters ist seit geraumer Zeit(nicht in Deutschland) erhältlich. Hergestellt von der Firma STIRRINGS ist dieser Bitters alkoholfrei und in einer etwas zu grossen 355ml Abfüllung hauptsächlich in den USA erhältlich.
Das Aroma ist durchaus ansprechend, man vermisst ein wenig die durch den Alkohol getragene Wucht klassischer Bitters. Ein Beweis mehr für das "Bitters Revival"!
Man sollte dieses Produkt nach dem öffnen im Kühlschrank aufbewahren!
Die Firma STIRRINGS stellt auch eine "Authentic Grenadine" her, sollte jemand eine Bezugsquelle innerhalb der EU kennen, wäre ein Kommentar sinnvoll. Was hierzulande oft als Grenadine verkauft wird, hat oft nichts mit dieser zu tun.

THE MIGHTY MANHATTAN

Im Cocktailshaker mische man 6cl Rye oder Bourbon Whiskey mit 1,5cl süßem Wermut und einem Spritzer Blood Orange Bitters. Viel Eis, leicht schütteln und in ein Cocktailglas abseihen. Ein geschüttelter Manhattan?-Strange! Der Hersteller gibt diesen Ratschlag!

Mittwoch, 31. Januar 2007

"Last Words" by Brian from the Pegu Club NY


"Last Words" by Brian
Originally uploaded by Joerg Meyer.
Im vergangenem Herbst hatte ich das Vergnügen, einige Tage in NY zu verbringen. Als echte Bank für einen NY Aufenthalt hatte sich der Pegu Club erwiesen. Der extrem kompetente "Brian" erwies sich schon am ersten Abend als sehr professioneller Gastgeber. Nicht nur, das er uns sofort Zugang zum legendären MLK & HNY verschaffte, nein, er glänzte jeden Abend mit echten Barkeeper Qualitäten.

An meinen Letzten Abend im Pegu bot Brian mir einen bis dahin unbekannten LAST WORD an. Die Zusammensetzung hörte sich für mich ehrlich gestanden äußerst fragwürdig an... Maraschino und Grüner Chartreuse, zu gleichen Teilen mit frisch gepresstem Lime Juice und Tanqueray Gin. Nun denn... An den vorherigen Abenden hatte Brian mich nie Enttäuscht und so ließ ich mich auf dieses Wagnis ein: Ich war begeistert.

Das Zusammenspielt der Spirituosen war beeindruckend.

“This cocktail was introduced around here about thirty years ago by Frank Fogarty, who was very well known in vaudeville. He was called the ‘Dublin Minstrel,’ and was a very fine monologue artist.”

schreibt Ted Saucier in seinem 1951 erschienenem Text "Bottoms up". Er beruft sich auf den Detroit Athletic Club und nennt den Drink einen Prohibition Era Cocktail.

Der Pegu Club hat eine abgewandelte Variante, die ich jedem Barkeeeper ans Herz legen möchte: Rye statt Gin, Lemon statt Lime - ansonsten alles zu gleichen Teilen.

Hier die Original Version

1 Teil Gin
1 Teil Limetten Saft
1 Teil Grüner Chartreuse
1 Teil Maraschino Likör

Leider habe ich letzte Woche von der Weinquelle Lühmann in Hamburg erfahren, dass es derzeit keinen offiziellen Import mehr von Luxardo Maraschino gibt. Sollte jemand einen akzeptabeln Ersatz kennen, bin ich für jeden Hinweis dankbar.

Nick and Nora having a Martini - "The thin man"



"The Thin Man" ist ein echter Cocktail Klassiker. 1934 gedreht, spielt er in der Zeit der tiefsten Prohibition. Nick und Nora Charles verbringen einen Großteil Ihrer Zeit in Hotel Bars und Speakeasies. Ihr leben dreht sich um so elementare Dinge was trinkt man am morgen nach sechs Martini Cocktails? Sie sind Garanten für echte Trinkkultur. The Thin Man gehört in die Mixology Bibliothek - unbedingt anschauen!

Martini Cocktail und Prohibition

Ein kleiner Beitrag zum Martini Cocktail und die Auswirkungen auf die Cocktailkultur im allgemeinen und auf die dargebotene Form des Martinis im speziellem.

Dienstag, 30. Januar 2007

AVIATION COCKTAIL

Ein Cocktail der, spätestens seit der „200 Jahre Cocktail“ Celebration, wieder mehr ins Bewusstsein der Barleute rückte, ist der AVIATION. Über lange Jahre war dieser Cocktail eigentlich nur den überambitionierten Barleuten hierzulande bekannt, aber dank dem MIXOLOGY MAGAZIN haben zumindest 50 Bars im deutschsprachigem Raum sich wieder etwas intensiver mit diesem Cocktail auseinandergesetzt.


AVIATION

2/3 Dry Gin
1/3 Zitronensaft
2 Dashes Maraschino
Cherry

Das Problem an dieser Rezeptur ist nur, dass es sich hierbei nicht um die Ursprüngliche handelt.

Das Savoy Cocktail Buch in seiner ersten Edition 1930, während der Prohibition erschienen, war wohl der Auslöser für diese Entwicklung. Eigentlich alle Barbücher nach 1930 verzichten auf die 4. Zutat - Creme de Violette. Eine Rezeptur aus dem Jahre 1916 von Hugo Enslinns Buch „Recipes for mixed drinks“ verlangt nach eben diesem.

AVIATION COCKTAIL

2 oz. (6 cl) gin
1/2 oz. (2 cl) lemon juice
1/3 oz. (2 Barlöffel) maraschino liqueur
1/6 oz. (1 Barlöffel) creme de violette

Die mysteriöse Creme de Violette ist allerdings äußerst schwierig zu bekommen. Die Firma SUNTORY stellt exclusiv für den japanischen Markt den HERMES VIOLET her und MONIN produziert einen Creme de Violette und einen Sirop de Violettes. Ersterer ist in Deutschland praktisch nicht erhältlich ( ich bin nicht fündig geworden) und auch Sirop de Violette gibt es nicht an jeder Ecke. Nachdem ich mir eine Flasche besorgt habe, genoss ich heute auch zum ersten mal einen Aviation in ( fast) originaler Fassung. Ich kann nur sagen ich bin beeindruckt!!! Die Farbe dieses Drinks erinnert mich an einen wolkenlosen blauen Himmel nach einem wunderschönen sonnigen Tag...

Es schmeckt schon immer noch nach AVIATION wie man ihn kennt, allerdings bekommt der Drink eine viel feinere Balance. Die Veilchen Aromen harmonieren perfekt mit dem Maraschino und geben dem Drink eine ungekannte Vielschichtigkeit. Sensationell!!!

Der AVIATION hatte noch einen Bruder, den Blue Moon. Dieser hatte die gleiche Rezeptur mit dem Zusatz von Creme de Yvette. (Creme de Yvette wird schon seit langer Zeit nicht mehr hergestellt und war Veilchenlikör mit anderen aromatischen Zusätzen)

Hier die Rezeptur meines Versuchs:

AVIATION

4 cl Hendricks Gin
2 cl Zitronensaft ( frisch gepresst)
2 Barlöffel Luxardo Maraschino Likör (dies ist definitiv der beste Maraschino!)
1 Barlöffel Monin Sirop de Violette ( Veilchen als Suchbegriff )
(ich kann auf die Kirsche verzichten, aber schaut nett aus)

Ein Wort zu den Kirschen, Maraschino Kirschen wurden ursprünglich aus der wilden Marasca Kirsche hergestellt (dies ist allerdings sehr lange her) und diese Kirschen wurden in Alkohol/Obstbrand eingelegt). Heutzutage wird überwiegend die Sorte Royal Ann von allen Aromen und Farbe befreit und dann künstlich gefärbt und künstlich aromatisiert.

Wer bitte schön möchte so etwas in seinem Cocktail???

Bei der Recherche über den AVIATION bin ich auf eine Rezeptur von 1914 aus Jacques Straub`s Buch „DRINKS“ gestoßen. Dort ist eine vollkommen andere Rezeptur zu finden als die hier besprochene.

AVIATION

¾ jigger applejack ( calvados ) 1 Jigger= 4,5 cl
½ jigger lime juice
1 dash absinthe
1 barspoonful of grenadine syrup. Shake.

Cheers!


Montag, 29. Januar 2007

25 Jahre Schumann`s Bar

Am gestrigen 28.1.2007 hatte das Schumanns sein 25 Jähriges Jubiläum. Eine lange Zeit für eine Bar. Allerdings gab es hier keine Feier, sondern ein ganz regulären Sonntag Abend. Die grosse Feier wird es im Sommer bei angenehmen Temperaturen geben.

Auch wenn momentan einige Videos mit fragwürdigem Inhalt kursieren, sei doch an dieser Stelle angemerkt, dass die langjährige kontinuierliche Arbeit von Herrn Schumann zu würdigen ist.

RESPEKT!!!

Sonntag, 28. Januar 2007

Champagner Cocktail


Es gibt wirklich nicht viele Drinks in den schier unendlichen Weiten der Cocktailwelt die seit ihrer ersten Erwähnung keinerlei Veränderung durchgemacht haben. Eins ist sicher, es gibt sie! man muss allerdings sehr tief graben um sie zu finden und manchmal liegt die Erkenntniss ganz nah.
Der Champagner Cocktail, so wie er heutzutage eigendlich in jeder Bar auf diesem Planeten zu bekommen ist, erschien nicht nur zum ersten Male in Jerry Thomas`s Meilenstein der Cocktailkultur 1862, sondern ist einer dieser Juwelen die alle modischen Veränderungen unbeschadet überlebt haben. Ein kleines Anliegen gäbe es allerdings schon. Liebe Bartender der Republik, bitte gebt dem Champagner Cocktail das kleine Stückchen Zitronenschale, das er braucht um glücklich zu sein. Dies ist keine Dekoration, sondern eine Zutat!

Champagner Cocktail (Jerry Thomas 1862)
(one bottle of wine to every six large glasses)

1/2 teaspoonful of sugar
1-2 dashes bitters (es kann Angostura sein, muss aber nicht-Orange Bitters? wunderbar!)
1 piece lemon peel

Fill Tumbler one-third full of broken ice, and fill balance with wine. Shake well and serve.

Ein interessanter Link dazu geht nach Seattle zu Robert Hess.

THE COCKTAIL SPIRIT

Freitag, 26. Januar 2007

COLLINS - ORANGE BITTERS

Ich bin ja neuen Designvorschlägen und Aromen grundsätzlich positiv eingestellt, aber es gibt einen Punkt an dem man einfach kapituliert. Der Orange Bitters der Firma Collins ist so ziemlich das Antibeispiel für die Tradition der Bitters. Nicht nur wählte man eine Verpackung in der man wohl sonst Wasserstoffperoxid oder ähnliches verkauft, sondern schuf auch noch ein Geschmacksbild, welches auch für Hartgesottene leicht zu viel ist. Das Zeug schmeckt dermaßen künstlich, das der geschätzte Ted Haigh befürchtete davon Krebs zu bekommen.
Wir sollten täglich dem Herrn danken, dass er uns schützt und es niemals Collins Orange Bitters auf dem deutschen Markt geben wird. BITTE!!!

Mittwoch, 24. Januar 2007

Alkohol inspirierte Filme


Spätestens seit CASINO ROYALE merkt man, dass die Filmindustrie einen grossen Einfluss auf die Trinkgewohnheiten der Menschheit hat. Erlangt ein Film Popularität und die Protagonisten laben sich an einer delikaten Mixtur, so kann man sicher sein, dass es nicht lang auf sich warten lässt bis sich der erste Gast in die Bar seines Vertrauens begibt und mit abgegebener Bestellung ein Hauch des Glamours der cineastischen Darbietung erwartet.
Die Verbindung von Alkohol und filmischer Darbietung ist nicht neu und ich möchte hiermit auf einen schönen BLOG verweisen der sich genau diesem Thema widmet.

http://boozemovies.blogspot.com/

Montag, 15. Januar 2007