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Freitag, 24. Oktober 2008

"Rabe" Hamburg eröffnet!


Man möge das "unprofessionelle" Bild entschuldigen - Es war spät Nachts, und es war ziemlich dunkel. Entstanden ist es am letzten Samstag, als mich Sven Sudeck Nachts anrief und auf einen
"Baustellen Tequila Negroni" eingeladen hat. Bastian Drews mixte an diesem Abend ein fantastisches Drink.

Raven ist glaube ich der längste Tresen Hamburg und ein ziemlich großes Lokal obendrein -> mit mehrern Ebenen (Bar, Lounge, Restauran, Fine Dining, VIP Räumen, Terasse und in nächsten Sommer ein Roof Garden) kann man im Ernstfall wahrscheinlich an die 1000 Gäste bewirten. Als ich gestern die Nachricht bekam - "Wir haben aufgemacht" - konnte ich nicht ganz glauben, welche Arbeitsleistung in den letzten 5 Tagen vollbracht worden sein muss.

Der Name "Raven", das muss ich an dieser Stelle sagen, erschliesst sich mir nicht ganz, und so werde ich in Zukunft in den "Raben" an die Bar gehen.

Die Bar wird von keinem geringeren als Sven Sudeck geleitet, der nun neben Turnhalle, Riverkassematten und den saisonalen Beachclub als Beverage Manager auch für den Raben zuständig ist. Sein immer wieder grandios umgesetztes Streben nach Qualität und Perfektion hat mich in der Vergangenheit schon oft beeindruckt - Hier wird er denke ich erneut hohe Standards für die Hamburger Barwelt setzten. Mit Ihm an der Bar weitere Garanten für sehr gute Drinks: Arash Khajawi, Bastian Drews, Marcel Baumann.

Die Karte ist sehr umfangeich. Und bei er Größe des Objekt eine echte Ansage. Hier ein erster Blick:



Ich wünsche unseren vier Bartendern viel Erfolg mit dem Raben. Die "Löwen" für ihren Teil, werden sicherlich öfters im "Raben" anzutreffen sein.

"Raven"
Mittelweg 161 ( Ecke Rabenstrasse - Aha!)
Hamburg
Tel 040 414 245 50

www.raven-hamburg.de

Sonntag, 5. Oktober 2008

Der Mixology "Award für das Lebenswerk" 2008

Der Award für das Lebenswerk wurde in diesem Jahr an den Besitzer einer Bar verliehen, von dem wohl viele der jüngeren Bartender noch nie etwas gehört haben, der aber dennoch einer der ganz Großen ist.

Franz Steinmayr, ist nicht deutscher Außenminister, sondern leitet(e) die Diana Bar in Tirol, nicht unbedingt der Platz für eine Bar von Weltruhm.

Ich hatte vor kurzem die Ehre von dem leider stark von Krankheit gezeichneten Herrn Steinmayr in seiner Wirkungsstätte empfangen zu werden und hatte die Gelegenheit einen Einblick in seinen Werdegang zu erhalten.

Die Bar war früher eine Diskothek und Herr Steinmayr hatte es recht schwer den, nicht mit urbanen Trinkkulturen Vertrauten, dazu zu bewegen sich der hohen Schule des alkoholischen Genusses zu widmen. Bacardi Coke lautete die Schlüsselbestellung, die, in vollem geistigen Bewusstsein des kommenden Niederganges, mit Stolz zurückgewiesen wurde. Stets von einem Tage auf den anderen lebend, wurden Spirituosen hinzugekauft, ohne zu wissen wie die nächste Pacht zu begleichen wäre.
Dennoch stellte sich der Wendepunkt der gastronomischen Existens ein nachdem einige Medien über diese Kleinod berichtet hatten. Nicht unbedingt das Publikum das man sich erwünscht hatte fand sich ein, eher das von medialer Sensationsgier gelockte folgte dem Ruf, aber es half die Rechnungen zu bezahlen. Der gewollte Gast, der sich diesem neuen Zentrum österreichischer Trinkkultur bewusst wurde, wartete ab und ließ sich erst mit zeitlicher Verspätung dort blicken. Dennoch schlug die Präsenz Steinmayers weitere Wellen und schnell sprach man von New York bis London von diesem Platz des kultivierten Trinkens im Nirgendwo.

Steinmayr besitzt wohl einen der bestsortiertesten Spirituosenkeller im deutschsprachigem Raum, den allerdings nur Wenige selbst zu Gesicht bekommen haben. Mir selbst blieb dies auf Grund seiner fortschreitenden Krankheit verwert, dennoch ranken sich sagenumworbene Geschichten um diesen.

Die Bar selbst befindet sich in einem Altar ähnlichem Gewölbe, gut sortiert und in absolut tadellosem Zustand. Bis vor kurzem war die Bar noch regelmäßig geöffnet, momentan bleibt die Pforte auch nach vorheriger telefonischer Anmeldung meist verschlossen.

Das Leben kann grausam sein, wenn es jemanden so passionierten noch in relativ jungen Jahren davon abhält seinen Traum von der perfekten Bar bis zum Schluss zu leben.

Möge sein Geist so lange wie nur möglich weiterleben und sich seine Gesundheit zum besseren wenden.

Herr Steinmayr, es war mir eine Ehre.

Ein kleiner Artikel über die Diana Bar findet sich hier.....

Freitag, 3. Oktober 2008

Markus Blattner zum Barchef des Jahres gewählt

Markus Blattner, «Widder Bar» Zürich, wurde gerade vom Wirtschaftsmagazin "Bilanz" zum Barchef des Jahres 2008 in der Schweiz ausgezeichnet.

Die Begründung des wichtigsten schweizer Wirtschaftsmagazin liest sich wie folgt:

Es gibt nicht mehr als ein Dutzend wirklich gute Barkeeper in der Schweiz, einer der besten ist Markus Blattner. Er erfreut nicht nur mit klassischen Cocktails und einer Auswahl von 300 Single Malts – er erfasst auch die Stimmung seiner Kunden sofort. Blattner weiss, wann er jemanden besser in Ruhe lässt und wann er dem Gast ein freundliches Gespräch anbietet. In der Pianobar kommen Menschen aus allen Zeitzonen zusammen. Der Mix von Hotelgästen und Zürchern trägt viel dazu bei, dass die Stimmung stimmt.

Blattner, der auch beim BCB anwesend war und Teil der Jury der Bar Awards war, bewies massive Selbstbeherrschung und lies nicht ein einziges Wort darüber verlauten.

Markus Gratulation!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Donnerstag, 24. Juli 2008

WIEDEMANN / GRÜNENFELDER übernehmen REINGOLD Berlin



Bis heute durften wir mit der Meldung nicht "online" gehen. Seit heute ist es offizielle. David Wiedemann und Mario Grünenfelder haben einen der "großen" Berliner Barklassiker übernommen - das REINGOLD. Vor kurzem haben mich die Beiden nach Berlin zu einer ersten Besichtigung eingeladen - geplante Umbauarbeiten werden jetzt starten und das "neue" REINGOLD wird Ende September eröffnen. Die Traveling-Mixologists werden am Sonntag vor dem BCB einen Abend im REINGOLD hinlegen - es wird uns eine Freude sein, an einem der längsten Tresens Berlins zu mixen!

Reingold Bar
Novalistr. 11
10115 Berlin

Donnerstag, 22. Mai 2008

Cocktails & Spirits in Paris

In wenigen Tagen ist es soweit und die Tore in der La Maison Rouge öffnen sich und erwarten die Besucherscharen aus aller Herren Länder zur ersten Barshow in Paris.

Cocktails & Spirits ist das Thema und bei der Gestaltung und Umsetzung legten die Veranstalter Wert darauf sich von den mittlerweile deutlich gleichenden Barshows in anderen Ländern zu unterscheiden. Jeder Brand bekommt die gleiche Standgröße, unabhängig vom Budget der Marken. Heist im Klartext, Diageo bekommt die gleiche Präsentationsfläche wie z.b. The Bitter Truth. Auf gleicher Augenhöhe sozusagen.

Letztere werden neben den Bitters , die letzten Flaschen des 2007 Sloeberry Gin unter die Leute bringen und den Franzosen Celery Bitters als Weiterentwicklung zur Bloody Mary ans Herz legen. Schließlich muss man am Ursprung beginnen!

Sonntag und Montag werden ereignissreich und wer den Weg nicht scheut dürfte in den Genuss einer Veranstaltung kommen die sich gänzlich dem reichen Erbe französischer Cocktailkunst verschrieben hat.

Auch der internationale Botschafter des Wacholder-& Gurkenzüchtervereins aus den schottischen Highlands wird zugegen sein und uns mit einem "foontastig!" ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Anbei das offizielle Programm der Cocktails & Spirits sowie die Menüs der Cocktailbars, die für das "leibliche Wohl"der Besucher sorgen werden.

Die Traveling Mixologists sind natürlich vor Ort und werden einige verloren geglaubte französische Drinks kredenzen.

Wer bislang glaubte ein French 75 Cocktail enthält Champagner, dem sei gesagt, dass dieser ursprünglich ohne diesen auskam und sich lieber mit Calvados schmückte!

Santé!

Mittwoch, 14. Mai 2008

Le Lion geadelt

Wie es die Spatzen von den Dächern dieser lauen Frühlingsnacht pfeifen wurde LE Lion, die Bar meines geschätzten Norddeutschen Bitters Blog Kollegen Jörg Meyer bei den Tales of the Cocktail Awards 2008 als "Best New Cocktail Bar" nominiert.

Der Löwe hat laut gebrüllt und bekommt die Anerkennung die er verdient.

Jörg, herzliche Glückwünsche zu dieser Nominierung! Großartig!!!

...und ist dieses noch nicht genug, wurde Le Lion auch noch unter den "Worlds Best Bars" nominiert. Besser gehts nicht!

Sonntag, 11. Mai 2008

Spanish Gin Symposium

Spanien und der Gin sind zwei Vertraute die sich vor Jahrzehnten fanden und bis heute innig lieben. Gilt Spanien im Pro Kopf Verbrauch von Gin als Tabellenführer im internationalen Vergleich, so erschlossen sich mir bislang nicht die Gründe dafür. Zu real(im deutschen, nicht spanischen Sinne) sind die Erinnerungen an eine grauenhafte Kombination von Larios Gin(spanische Marke) und einem Nordic Mist Tonic(aus dem Hause Coca Cola). Dennoch schwört man in Spanien auf die Traditionsmarken angelsächsischen Ursprungs. Während sich andere der wohlverdienten Pfingstruhe hingeben unternimmt Büro Süd eine Studienreise gänzlich der Enthüllung der Ginpopularität im Land der Toreros gewidmet.

Zum Spanischen Gin Symposium läd die letzte "wirkliche" London Dry Marke Beefeater ein und wird ein Schulungsprogramm mit Jared Brown, Anistatia Miller, Simon Difford und dem Beefeater Masterdestiller Desmond Payne offerieren.

Das sich parallel dazu ein kleines Traveling Mixologist Get together anbahnt ist als glücklicher Zufall zu betrachten und es freut im besonderen, dass Travmix Member 011 Michael Menegos sein Kommen signalisiert hat. Gab es es kürzlich die Gelegenheit zu einer Stippvisite in Barcelona und deren wunderbaren Bars, so wird diesmal höchstwahrscheinlich auch wieder der Weg ins Dry Martini oder ins Boadas führen.

Es könnte schlimmer sein!

Freitag, 11. April 2008

Rabatt-Aktion in Harry`s Bar Venedig

Harry`s Bar in Venedig ist nicht unbedingt dafür bekannt herausragende Cocktails zu niedrigen Preisen anzubieten. Vielmehr lebt man von der Legende, dass Hemingway sich dort stets angemessen betrank und es nicht versämte diese Erfahrungen in Form einer Niederschrift der Welt mitzuteilen.

Gerade weil Harry`s Bar ein beliebter Treffpunkt für Touristen aus der Dollarzone ist(ein Kompliment scheint an dieser Stelle angebracht, dass man auch heute noch Trägern von Shorts ein anderes Lokal ans Herz legt-oder eben die Verhüllung des nackten Fleisches nahelegt!, dürfte sich bei dem momentan Höhenflug des Euros ein deutlicher Minderbetrag am Tagesende in der Kasse befinden.

Bei Vorlage eines U.S. Passes gibt es jetzt neuerdings 20% off, wohl einmalig in der Geschichte der Bar und bei einem Bellinipreis von 16 Euro wahrlich eine großzügige Geste.

Sonntag, 30. März 2008

Die Bar des Jahres 2007

Der Glenfiddich Award für Barkultur ist eine der renomiertesten Auszeichnungen die man als Bar erringen kann und stellt zweifelsohne hohe Ansprüche an Konzept und Umsetzung eines Barbetriebes.

Auch im Jahr 2007 standen sich 9 Kandidaten gegenüber, jede einzelne auf ihre Art speziell und engagiert. Am Schluss kann es wie so oft nur einen Sieger geben der die Trophäe davonträgt.

Es freut in besonderem Maße, dass die geschätzte Berliner Institution gehobener Barkultur, mit ihrer Schule der Trunkenheit, unter Federführung von Stefan Weber auf das Siegertreppchen steigen darf.

Meine Damen und Herren..... der Sieger ist...(Tusch)... VICTORIA BAR! Noch bis vor wenigen Monaten Wirkungsstätte des jetzigen Barchefs des LE LION in Hamburg und als Ginsibelchen bekannten Großmeister des detailversessenen Bartendings Goncalo de Sousa Monteiro.

Das von Stefan Weber und seinem Team auf eindrucksvolle Art umgesetzte Konzept einer klassischen Bar, die sich modernen Einflüssen nicht verwehrt, ist Zeugniss für beste Cocktailkultur in Deutschland und bekommt diese Auszeichnung wohlverdienter Maßen.

Im Oktober 2007 war es den Traveling Mixologists in kompletter internationaler Besetzung vergönnt, mit dem Barteam der Victoria Bar eine großartige Abendveranstaltung zu gestalten.
Diese wird allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben!

Beste Glückwünsche nach Berlin!!!

So - Do: 18.30 - 03.00
Fr + Sa: 18.30 - 04.00

Victoria Bar Gaststättenbetriebs GmbH
Potsdamerstr. 102
10785 Berlin
Telefon: 030 / 25 75 99 77
www.victoriabar.de



Samstag, 9. Februar 2008

Dry Martini Bar-celona




Das man in Barcelona gute Bars vorfinden soll war mir vor meinem Besuch durchaus zu Ohren gekommen, auch wenn es mich bislang nicht in die Stadt verschlug.
Stets an erster Stelle der Empfehlungen stehend: das DRY MARTINI, zuweilen als die beste Bar Spaniens beschrieben.

Nachdem ich mit einer ganzen Liste von Bars in der Hand auszog der Wahrheit dieser Aussage auf den Grund zu gehen, machte ich erst einmal in der IDEAL Bar, Carrer Aribau 89 halt und bestellte einen Gin & Tonic mit Tanqueray 10 und eine White Lady für die Begleitung.
Letztere wurde auf angenehm altmodische Weise ohne Fehl und Tadel und ohne offensives Nachfragen nach Sonderwünschen höchst exellent zubereitet. Der Gin Tonic, FeverTree wurde dezent angeboten, hatte nach deutschen Mengenverhältnissen die Stärke von 3 heimischen und ich war versucht ein zusätzliches Tonic nachzubestellen, konnte mich dessen aber erwehren und beendete den Drink tapfer.
Sehr kleine und weniger bekannte Bar in unmittelbarer Nähe zum Dry Martini mit kleinen Gardinen vor dem Fenster um unnötigen Blicken von aussen vorzubeugen. Holzvertäfelungen und in weißen Jacketartiken Barjacken gekleideten aufmerksamen Bartendern inclusive.

Nach diesem "erheiternden" ersten Bar Besuch hinaus in die Nacht und zum eigendlichen Ziel des Abends geeilt. Der Einblick von aussen wird auch hier verwehrt, mit der Ausnahme des Blickes durch die gläserne Eingangstür. Innen schöne Holzvertäfelungen, gemütliche Sitzgruppen eine rundum warme Atmosphäre. Der Platz an der Bar ist bekanntlich der beste und nachdem es am Montagabend nicht zu gut besucht war boten sich 2 Plätze direkt vor dem Zentrum des Geschehens. Nach dem ersten Sammeln von Eindrücken sprang sofort die gewaltig und meines Erachtens einzigartige Sammlung alter Gin und Wermutflaschen in der gesamten Backbar ins Auge. Die vereinzelt noch Inhalt tragenden Flaschen so war mir wohl bewusst galten einzig Dekorationszwecken, auch wenn ich gern darauf gedrängt hätte aus der Gordons Old Tom oder einer alten Plymouth Gin eingeschenkt zu bekommen.

Man geht nicht ins Dry Martini und bestellt einen Sazerac, soviel war klar.
Der Bararbeitsfläche war mit sauberen und unbeflecktem weißem Tuch ausgelegt auf der an zentraler Stelle ein mit großen Eiswürfeln gefülltes Rührglas, eine Schale mit zahllosen Oliven, Dashbottles mit Wermut und Orange Bitters trohnten. Eine geschmacklich ansprechend angerichteten Schale voller Zitronen stand in unmittelbarer Nähe und war Zaungast des Geschehens.

Am Mixglas geschäftig ein älterer Herr mit "Mustache" der uns schnell und ausgesprochen freundlich nach unseren Wünschen bezüglich der Drinks befragte. Dry Martini Hausstil und einmal Dry Martini Frappè, auf welchen man stolz auf einem Spiegel an der Bar verweist.
Ein Frappè, wohlgemerkt mit einem geschabtem Eis, das gibt es nicht jeden Tag.
Die Besonderheit der Zubereitung der Cocktails liegt weniger in den Zutaten, vielmehr in der Art wie diese vollzogen wird. Der einzige Moment in dem das Glas aus dem der Gast trinkt angefasst wird ist wenn es aus dem Froster auf das mit weißem Tuch belegte Silbertablet gestellt wird. Nach vollzogener Zubereitung wird das Tablet zum Gast gereicht und dieser nimmt das Glas an sich.
Dieses lässt schon erahnen, dass das Dry Martini nicht irgendeine Bar ist. Man legt extrem viel Wert auf Kleinigkeiten, die Bar macht ein sehr sauberen Eindruck, die Barleute tragen weiße Barjacken und man ist sehr zuvorkommend und aufmerksam.

Da der Gin aber Spuren in der Gesamtverfassung hinterlies entschlossen wir uns wiederzukommen und im versteckt im Hinterzimmer der Bar gelegenen Restaurant SPEAKEASY zu speisen.

Als zwei Tage verstrichen waren und ein Abend mit Matthieu Clausel, einem der Bartender, in diversen anderen Bars verbracht wurde, stand die Rückkehr zum Dry Martini an und es ergab sich das Glück, dass der Inhaber der Bar Senior Javier de las Muelas Fernàndez im Hause war und eine kleine Führung und nähere Informationen zur Bar gegeben wurden.

Es erschien als ob der langfristige Plan darin besteht das Konzept des Dry Martini international zu etablieren und man ist sehr an der internationalen Entwicklung der Barszene interessiert.
Seine hauseigenen Frappès sind sicher nichts für jedermann, dennoch sind sie sehr ausgewogen und werden in formschöner tiefgekühlter Glasware präsentiert.
Zum Restaurant gelangt man durch die Küche, vorbei an unzähligen Kisten Tonic. Im Hinterraum der Bar befand sich über Jahre das Spirituosenlager in geräumigen Hallen. Dieses wurde in ein Restaurant umgewandelt und bietet beste Küche und Service. Der Name Speakeasy ist Programm, man will an die 20er Jahre anknüpfen, sowohl in Qualität als auch in Atmosphäre. An den Außenseiten des Restaurant sind beleuchtete Flaschenregale mit dem Reserve Stock an Spirituosen und ein Weinkeller untergebracht.

Das Essen selbst hervorregend, mit dem besten Steak das ich seit Jahren gegessen habe.
Kurzum das Dry Martini ist WELTKLASSE und sucht auch international seines Gleichen. Es muss nicht immer New York oder London sein, Barcelona ist eine klare Ansage.

Dry Martini
c/Aribau 162-166
08036 BARCELONA/SPAIN
T: (34) 932 175 072

www.drymartinibcn.com

Donnerstag, 7. Februar 2008

Barcelona BOADAS



Seit nunmehr 75 Jahren gibt es das BOADAS in Barcelona und der Hauseigene Stil Manhattans und Martinis zu mixen, kann schon als Barcelona Stil betrachtet werden und ist in vielen Bars der Stadt kopiert worden.
Ich denke genau hier hat Dre Masso seine Inspiration gefunden als er diesen Stil nach London brachte.
Sehr kleine Bar, sehr charmant, eine kleine Perle unter den Bars der Stadt.
Unbedingt hingehen, wenn sich die Gelegenheit bietet,

BOADA`S Cocktails (seit 1933!)
Tallers,1 (Seitenstrasse von La Rambla)
Tel.93 318 88 26

Freitag, 25. Januar 2008

Geschichten der Bar - oder wie ein Drink entsteht: Professor Langnickel

An vollen Tagen, schreibt Ihr Bar schwarze Zahlen - an ruhigen Tagen, mit ein wenig Glück, schreibt sie Geschichte(n). Am vergangenen Sonntag, 20. Januar 2008, war so ein ruhiger Abend in unserer Bar. Zusammen mit Mario Kappes hatte ich das Vergnügen an diesem Sonntag hinter der Bar zu stehen und wir waren in bester „Sonntagslaune“.

Ich weiss nicht ob Ihnen als Bartender die „Sonntagslaune“ bekannt ist. In der Regel war der Freitag und der Samstag gut besucht und man hat somit im Vorfelde der „Sonntagslaune“ zwei lange, anstrengende Schichten absolviert. Ist man dann noch der Idee eines 6.00 Uhr Feierabendbieres verfallen und somit erst deutlich später nach Hause gekommen, tut man sich folgerichtig am Sonntag Nachmittag („Guten Morgen Herr Bartender“) ziemlich schwer. Man organisiert Kaffee und braucht ein bis zwei Stunden um sich langsam dieser Welt zu nähern. Ein in der Regel dünnes und dummes Sonntag-Nachmittags-Fernsehprogramm kommt einem in dieser Phase des Sonntags seltsamerweise gar nicht dünn und dumm vor. Nach dem zweiten Kaffee wünscht man sich in der Regel man würde nicht in der Gastronomie Arbeiten, überlegt kurz den Job zu schmeissen und wird sich einer Tatsache bewusst: Man wird gleich zur Arbeit fahren müssen. Man quält sich unter die Dusche, die gewohnte Erfrischung bleibt aus und versucht eher hilflos seinem Spiegelbild ein anschauliches „Äußeres“ zu verpassen.

Man bringt sich also aus dem Haus und ist relative pünktlich bei der Bar um sein mise en place zu machen. Zuerst jedoch: Café! - Die Koffeinversorgung zu Hause lässt zumindest Geschmacklich oft zu wünschen übrig aber in der Bar gibt es glücklicherweise eine anständige Espresso Maschine.

Man arbeitet sich durch das mise en place, checkt den Stock und baut seine Posten auf. Noch ein Café - und man legt langsam seine Barjacke an und beginnt diesen Raum der Bezeichnung „Bar“ nahe zu bringen. Man dimmt das Licht - etwas dunkler als sonst und legt Musik auf, etwas mehr Jazz als sonst.

Man speert die Tür auf und irgendwann betreten die ersten Gäste die Bar. Ihre Laune bessert sich, zumal die Gäste, die die Bar betreten, sehr charmant sind. Es ist Zeit für ein Gespräch, niemand ist in Eile, und nach und nach erreicht die Bar einen entspannten Füllzustand. Den ganzen Abend über - keine Hektik, keine Eile, charmante Gäste, gute Bestellungen und Zeit für Gespräche. Auch wenn das betriebswirtschaftliche Idealbild ein anderes sein mag, haben Sie plötzlich, ob sie wollen oder nicht, Sonntagslaune! - Und zwar eine Gute!

So gut gelaunt standen nun also Mario und ich hinter unserer kleinen Bar und ein charmantes Paar betrat die Bar. Gleich bei der ersten Bestellung kam Mario mit den Beiden ins Gespräch und bei der Bestellung wünschte man sich eine Empfehlung von Mario.

Auch wenn es dem einen oder anderen vorschnell anachronistisch erscheinen mag, hat Mario eine ausgesprochene Vorliebe für spanischen Brandy und Sherry. Bei seinen Besuchen der Bodega Sánchez Romate (Cardenal Mendoza) hat er das Vergnügen, den alten Kellermeister Raphael kennen zu lernen. Ihm zu Ehren, kredenzte Mario einen der besten Brandy Drinks die ich in letzter Zeit getrunken haben

Don Raphael
Mario Kappes, Le Lion - Bar de Paris
4 cl Cardenal Mendoza Reserve 42%
2 cl Pedro Ximénez Monteagudo Sherry
1 Dash Orange Bitter
Stirr, strain, Orange Peel

Diesen „Don Raphael“ servierte Mario in bester Sonntagslaune unserem interessiertem Gast und fand begeisternde Anerkennung. Es folgte ein Gespräch und unser Sonntagsgast gab ein wenig seiner Identität preis.

Professor Langnickel, so sein Name, kommt aus Köln. Er ist Professor der Soziologie und zusammen mit seiner Gemahlin Anne betreibt er seit einigen Jahren eine Bar ein Köln:

Barfly
Kempenerstr 68

50733 Köln


Er hatte ursprünglich nichts mit der Gastronomie zu tun. Nur haben Ihn und seine Frau die Bar, die Drinks und die Geschichten so faziniert, das man nicht umhin kam, eine eigene Bar zu eröffnen.

Mit so einer Geschichte können Sie die Seele eines Bartenders gewinnen - das war Herrn Langnickel an diesem Abend gelungen. Die Abend wurde besser und besser, Sonntagslaune 2.0 sozusagen, und Herr Langnickel bat Mario erneut nach einer persönlichen Empfehlung.

Mario trat neben mich hinter die Bar und stellte eine Flasche Morand Kirschwasser und den fabelhaften Guignolet de Dijon von Gabriel Boudier auf das Barbrett. Ohne die dritte Flasche, die Mario gerade holte, zu sehen, sagte ich gleich zu Mario „Oh ... ein Dr. Sack?“ und war mir nicht sicher ob ich Ihm diesen alten Drink schon einmal gemixt hatte.

Dr. Sack
1/3 Kirschwasser/Brand
1/3 Kirschbrandy
1/3 Gin

Kennen gelernt hatte ich den Drink seiner Zeit in der Old Fashioned Bar in Hamburg - gemixt von Achim F. Eberhardt. Seiner Aussage zu Folge gab es im Adlon Hotel Berlin einen Stammgast mit dem Namen Dr. Sack. Dieser Stammgast bestellte immer diesen eiskalt gerührten Drink mit jeweils einem Drittel der oben genannten Spirituosen.
Irgendwann haben die Adlon Bartender den Drink, so die Geschichte, einfach „Dr. Sack“ genannt. Dieser Drink kommt einem recht selten über dem Weg - ehrlich gestanden habe ich bislang nur bei Herrn Eberhardt erblickt.

Man findet das Rezept hier und da, insbesondere in alten DBU Rezeptlisten. Entscheidend für den Drink ist die Wahl des Kirschwasser und des Kirschlikörs.
Es sind einige Versuche von Nöten um ein elegantes, aber kräftiges Ergebnis zu bekommen - mit einigen Wässerchen funktioniert der Drink, mit anderen misslingt er garantiert.

Mario stellt nun also die Dritte Flasche auf das Barbrett, ein Pedro Ximénez Monteagudo Sherry und sagte
„Dr. Sack? Nee, kenne ich nicht...“
„ Ok. was mixt Du denn da?“
„Möchte Herrn Langnickel noch einen Sherry Drink kredenzen, hab eine Idee, aber bin mir nicht sicher ob es funktioniert“.

Mario gab die drei Zutaten, 2 cl PX Sherry, 2 cl Guignolet de Dijon/Gabriel Boudier und gut 4 cl Morand Kirschbrand ins Rührglas, rührte kräftig, seihte ins vorgekühlte Cocktailglas ab und gab eine Zitronenzeste über und in den Drink.

Herr Langnickel war begeistert! Er musste sofort einen zweiten mixen und wir probierten: Unglaublich Komplex! Kirschwasser, angenehm auf Trinkstärke herabgesetzt aber deutlich zu schmecken. Das Likörwunder aus Dijon entfaltete einen wunderbaren Kirschgeschmack ohne auch nur einen Hauch von Süß zu sein. Der PX kam ganz zum Schluss, wenn auch noch ein wenig zart, fast pflaumig, sorgte er für einen langen Abgang.

Wir änderten beim nächsten „Langnickel“ zwei Dinge und sind Beide der Meinung, damit ein perfektes Rezept gefunden zu haben. Die Zitronenzeste wurde nur noch über dem Drink abgespritzt und nicht mehr hinein gegeben. Statt dessen gab es 3 echte in Kirschbrand und Maraschino eingelegte Maraska Kirschen die perfekt zum Drink passten.
Zum anderen reduzierten wir den Kirschbrand um 1 cl um es kam zu einer perfekten Harmonie der drei Zutaten.


„Professor Langnickel“
von Mario Kappes, Le Lion - Bar de Paris

3 cl Morand Kirsch Vieux
2 cl Guignolet de Dijon von Gabriel Boudier
2 cl Pedro Ximénez Monteagudo Sherry

Rühren, in die vorgekühlte Cocktail Schale strainen. Zitronenzeste über dem Drink zerdrücken. 3 Original in Kirschbrandy eingelegte Maraska Kirschen als Garnitur

Anzumerken sein, das dieser Drink, ähnliche wie ein Dr. Sack, aller Wahrscheinlichkeit nur mit diesen Zutaten funktionieren wird. Ein anderer Kirschbrand, ein anderer Kirschlikör und ganz sicher ein herkömmlicher Sherry werden diesen Drink nicht gerecht.

Santé!

Mittwoch, 5. Dezember 2007

...and once again REPEAL DAY!!!



Hierzulande mag es nicht unbedingt das grosse Thema sein, was auch erklärt, das sich wohl nur eine handvoll Leute bewusst ist, dass es sich genau heute vor 74 Jahren zugetragen hat, dass man sich des Aberwitzes des Grossen Experimentes bewusst geworden ist und der Alkohol Prohibition in Amerika ein Ende gesetzt wurde.
Ich will natürlich an dieser Stelle nicht noch einmal die Sternstunden derProhibition runterbeten, vielmehr verweise ich darauf sich möglichst schnell ein Abonnement der Barfachzeitschrift MIXOLOGY(gibt es tatsächlich noch Interessierte ohne Abo?) zuzulegen um sich einen genaueren Überblick über die Prohibition und ihrer Auswirkungen zu verschaffen. Diese wurde in den 2 letzten Ausgaben behandelt.

Hier an dieser Stelle wollen wir vielmehr den geneigten Leser dazu ermutigen sich nach vollbrachter Tätigkeit entspannt mit einem alkoholischen Getränk zurückzuziehen oder gar in froher Runde umgeben von Gleichgesinnten ein paar Gedanken an die Vergangenheit zu verschwenden und somit Vorsorge zu treffen, dass wir in Zukunft von allzu vielen Regularien in Bezug auf Alkohol verschont bleiben mögen.

Jay Hepburn vom ausgezeichneten Cocktail Blog OH GOSH, hat es gleich richtig krachen lassen und mixte sich einen zugegeben Neid nach sich ziehenden "Reverse Manhattan" um das Ereigniss gebührend zu feiern.

Jay may i get one too, please?
This sounds like a awesome drink!!! Yum, Yum...

Dienstag, 27. November 2007

IMPORTANT!!!

Unser alter Freund Camper English verfasste unlängst einen Beitrag zum Thema Getränkekarten.

Ich kann nur hoffen das sich jeder Verantwortliche für diesen ausgesprochen wichtigen Umsatzgenerierer seine Worte zu Herzen nimmt und seiner Getränkekarte und somit der Visitenkarte seines Lokales mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Einfach nur populäre Barbücher durchforsten reicht nicht mehr!!!

Am Schluss wählen die meisten die gleichen "populären Drinks" aus und generieren beim Verbraucher nur noch Langeweile.
2007 you know!

Individualität ist gefragt. Brust raus und erhobenen Hauptes hervorgetreten!

Samstag, 17. November 2007

Big City Rocking

Nachdem Herr Meyer im vorrausgegangen Beitrag ein führendes Fachmagazin massiv in die Schranken gewiesen und sich Anonym in fragwürdiger Polemik verloren hat, ist es nun an der Zeit die Rückkehr des Büros Süd nach einem Studiumaufenthalt, verbunden mit einem geschäftlichen Anliegen in New York kund zu tun und den Leser in andauerndem Jetlag über die wirklich grossen Dinge(abseits des Drinks Magazins) zu unterrichten.
Es gibt im übrigen auch in den USA ein Barfachmagazin mit dem Namen DRINKS-man kann es erahnen, es ist von höherem fachlichen Wert. Soviel zu diesem Thema von meiner Seite.

Herr Meyer brüstete sich ja jüngst mit einem Wissensvorsprung in der New Yorker Barkunde. Diese stand ihm auch zweifels ohne bis vor wenigen Tagen zu, dennoch ist diese Vorherrschaft mit dem erscheinen des Büros Süd und offizieller Vertreter des nahmhaften deutschen Bittersproduzenten auf der New Yorker Bildfläche abrupt zu Ende gegangen.

Nicht nur war mir eine ausgiebige "Kick Ass" Tour durch eine weitläufig bekannte Anhängerin amerikanischen Whiskies vergönnt, auch fand sich ein geeigneter Rahmen für die erste Präsentation der, in New Yorker Bars weit verbreiteten, Bitter Truth Bitters aus der Heimat, zu der sich zu meinem Erstaunen internationale Grössen der Zunft wie Angus Winchester und David Wondrich einfanden.

Die Lange Liste der Besuchten Bars liest sich dann auch wie die Top 10 der New Yorker Trinkstätten, Bemelmans Bar, Milk & Honey, Flatiron Lounge, PDT, Death & Co., Tailors, Little Branch, Employees only, Pegu Club...ich glaube noch einige vergessen zu haben, aber da der Jetlag noch seinen Einfluss ausübt, wird die ganze Erinnerung erst in den nächsten Tagen wiederkehren.

Kurzum ein herausragender Trip in die grosse Stadt am Hudson. I LOVE NEW YORK!

Auch der Bitters Blog wird, so wurde mir von vielen Seiten mitgeteilt, in New York gelesen. Man bedient sich mangels deutscher Sprachkenntnisse, eines Tools namens Bablfish. Ein Übersetzungsprogramm mit oftmals lustigem Ergebniss, aber dennoch eine Möglichkeit unseren kleinen Blog zu lesen.
Ein Kommentar hat mir besonders geschmeichelt:"Wenn ich etwas neues über NYer Bars erfahren will, dann schau ich auf den Bitters Blog." Vielleicht zuviel der Ehre-ging aber trotzdem runter wie Öl!

So wird es denn wohl bald wieder ein paar Posts über die New Yorker Szene geben.
Eins sei gesagt, London muss sich warm anziehen will man seinen Status behalten.

Samstag, 27. Oktober 2007

Der Löwe liegt auf der Lauer

Nach monatelangen Anstrengungen, einzig der Erhaltung und Vervollkommnung der deutschen Barkultur dienend, steht die Eröffnung des LE LION in Hamburgs Mitte unmittelbar bevor.

Freilich müssen noch ein paar Hürden der deutschen Bürokratie überwunden werden, aber zumindest von Seiten des Herrn Meyer wird massiv Zuversicht ausgestrahlt.
Das Personal ist handverlesen und Herr Meyer bekommt von Seiten des Bitters Blog Büros Süd den Kompetenzorden am blauen Band verliehen. Herr Baumann ich bin hoch erfreut!

Die einzelnen Stufen der Barentstehung wurden in bester WEB2.0 Manier auf dem Barbaublog dem geneigten Leser zur Teilhabe angeboten.

Der November scheint sich vielversprechend zu gestalten.

LE LION-BAR DE PARIS
Rathausstrasse 3
20095 Hamburg
0049 40 33 47 53 78 0

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Glenfiddich Award für Barkultur 2007

Auch in diesem Jahr ist man von Seiten von Glenfiddich wieder auf der Suche nach der Bar des Jahres. Nachdem sich einige teilnehmenden Bars der vergangenen Jahre nicht genügend gewürdigt fühlten, änderte man in diesem Jahr die Herangehensweise und nominierte ganz einfach selbst Bars die sich in jüngster Zeit um die Barkultur verdient gemacht haben.

Gut so sagen wir, schliesslich kann nicht jeder gewinnen und nur ein guter Verlierer ist auch ein geeigneter Gewinner für spätere Verleihungen.

Natürlich steht eine fachkundige Gruppe an Profis parat um dann im Januar 2008 den würdigen Nachfolger von Shepheard Bar und Biancalani zu finden.


Die Nominierten für den "Glenfiddich Award für Barkultur 2007" sind wie folgt:

  • Modern Masters, Erfurt
Bleibt nur noch hinzuzufügen allen Glück und Stetigkeit in ihrem Schaffen zu wünschen und das dem Gewinner ein massiver Personalwechsel im Anschluss erspart bleibt.

Ihr Favorit Herr Meyer? Lokalpatriot oder nicht?

Foto: Semper idem Underberg AG

Dienstag, 2. Oktober 2007

Über den Dächern von New York...

Trends kommen und gehen in New York, dies gilt auch in Bezug auf Bars. Ein Trend, will man es denn so nennen, sind die an Zahl zunehmenden New Yorker Dachterrassen Bars. Diese garantieren nicht nur einen schönen Ausblick, sondern locken ausserdem mit Drinks und legalem Rauchvergnügen.

Spiegel online veröffentlichte heute eine ganze Liste solcher Bars. Da es auch in New York bald deutlich kühler werden sollte, ist das Vergnügen wohl für diese Saison von kurzer Dauer.
Auf Grund der Gesetze bekommt man auf den Dachterrassen anscheinend keine Gläser, sondern Plastikbecher und so lockt es mich doch eher in geschlossene Räume mit adäquater Gläserauswahl.
Für einen Guten Blick gibt es schliesslich auch andere Alternativen.

Samstag, 29. September 2007

Meister und Lehrling?

Ursprünglich war die folgende Betrachtung als Kommentar zum vorangegangen Post über die einflussreichsten modernen Bars nach Angus Winchester gedacht. Nach kurzer Überlegung fand ich es angebrachter einen eigenen Eintrag dazu zu verfassen.

Niemand muss sich hier als Lehrling vor den Meistern geben. Das ist überhaupt nicht der Punkt! Deutschlands Barszene ist durchaus auf sehr hohem Niveau und durch jahrelanges Klassikstudium in diesem Bereich sicher ganz weit vorn.

Was fehlt ist vielmehr die Innovation, man hängt hierzulande sehr an alten Idealen und lässt wenig Raum um neuen Ideen die Chance zur Etablierung zu geben.
Dies ist weniger an die Adresse der Bartender gerichtet, sondern vielmehr an Barbetreiber, Fachmedien und Berufsvereinigungen.

Wie Herr Hasenbein es im Editorial einer früheren Ausgabe vom Mixology äusserst treffend formulierte, gewinnt niemand einen Preis dafür, das er zum 10.000 mal ein Wiener Schnitzel in erstkassiger Qualität zustande bringt. Man sollte sicher die Regeln kennen, bevor man sie bricht! Dies steht ausser Frage. Handwerk ist die Basis und darf einem kreativen Entwicklungsprozess nicht im Wege stehen. Man sollte sich nur mal die Barkarten vieler Läden in unserem Land vor Augen führen, die mehr oder weniger das Schumanns Barbuch übernahmen und dies als persönliche Visitenkarte benutzen. Nichts gegen das Schumanns Barbuch, Kreativität sieht in meinen Augen anders aus.

Genau darauf zielt meines Erachtens die Auswahl von Angus Winchester ab. Die genannten Bars
sind mit ihren Konzepten, ihrem Arbeitsstil und ihrem Angebot neue Wege gegangen, sind damit erfolgreich und inspirieren eine neue Generation von Barleuten und ebnen somit die Weiterentwicklung des Barhandwerks.
Das Veränderung oft auch kritisch hinterfragt wird, ist durchaus berechtigt und auch wünschenswert. Stillstand ist aber bekanntlich der Tod!

Das die Auswahl meißt Metropolen wie New York und London nennt, mag an der Grösse der Städte und dem verstärkten Fokus der Öffentlichkeit liegen oder aber in verstärktem Wettbewerb und somit der Zwang zur Innovation.

Es kann allerdings auch ganz simple sein und der Grund für das Fehlen einer deutschen Bar liegt am mangelndem Barhopping von Angus. Jeder der diesem Thema näher auf den Grund gehen will hat bekanntlich beim Barconvent in Berlin die Möglichkeit an Herrn Winchester heranzutreten und ihn zum Zwiegespräch zu bitten.