Montag, 12. November 2007

Das aktuelle "Drinks" Magazin für Bartender & Gäste und die DBU.eV

Der Bitters-Blog ist verwaist. Während sich, wenn ich recht informiert bin, das BB-Büro Süd still und heimlich auf den Weg nach New York gemacht hat, um

a.) den Wissensvorsprung des Büros Nord diesbezüglich endlich in den Schatten stellen zu können und

b.) endlich mal anständige Cocktail Bitters zu kaufen, ist das zu anderen Zeiten durchaus recht schreibfreudige BB-Büro Nord seit einigen Wochen nahezu von der Bildfläche des deutschsprachigen, trinkenden WEB 2.0 verschwunden.

Das Büro Nord ist sich dieser frevelhaften Tatsache bewusst. Ohne hier missbräuchlich Schleichwerbung betreiben zu wollen (dafür ist das Büro Süd zuständig :-> ) möchte ich zu meiner Entschuldigung sagen: Der Löwe ist schuld - und ich hoffe das Ergebnis wird als Entschuldigung anerkannt.

Vor einigen Tagen erhielt ich die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Drinks - Magazin für Barkeeper und Gäste. Und trotz eines eklatanten Zeitmangels nehme ich mir diesen Sonntag Abend die Zeit, einige, wohlgemerkt „persönliche“ Gedanken eines Bartenders, DBU Mitglieds und Drinks Abonnenten loszuwerden:

Die „Drinks“ erscheint zweimonatlich im Verlag „Medienbotschaft Verlag & Event GmbH“. Herausgeber und Chefredakteur ist Christian H. Rosenberg. Die Medienbotschaft Verlag und Event GmbH hat Ihren Sitz laut Webseite in der Schweiz. Neben dem Magazin Drinks werden die Magazine „Der Whisky Botschafter“ und Whiskytime herausgegeben.

Neben der Verlagstätigkeit ist die „ Medienbotschaft Verlag und Event GmbH“, im Eventbereich tätig und führt nach Eigenangaben „Cocktailwettbewerbe, Whiskyausstellungen, Whiskytastings etc. durch.“ Auszug aus dem Portfolio des Eventbereiches laut Internetseite:

InterWhisky: Frankfurt, Hamburg, München, Basel Whisky Studien Reisen Studienreise Schottland Whisky Tastings & Seminare Whisky Tastings & Seminare
Drinks Promotions Finlandia Cup, Hennessy Young Stars, Ballantine´s Mix Masters Kuemmerling Kick Off Mallorca, The Glenlivet Whisky School, The Glenlivet Whisky Talk & Dinner, Borco Schottlandreise Mai 2007, ProWein
Drinks VKF Aktivitäten Ballantine´s Bareinsätze, Kuemmerling Airstreamer Promotions, Aperol Bankett Bar, Mumm Champagner Bar

Ich persönlich finde das gleichzeitige Auftreten eines Magazin als (Event) Agentur schwierig, wenn nicht sogar unglücklich, aber hierzu soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.
Die Geschichte der Zeitschrift Drinks in einer Eigendarstellung/Pressemitteilung

„Drinks erschien erstmals 1985 als „Exclusiv-Journal der Deutschen Barkeeper-Union“. Nach dem Tod des Gründers Dieter Knauer erwarb die Deutsche Barkeeper-Union die Zeitschrift und ernannte Karl Rudolf, der vom ersten Tag an Drinks als Redakteur wesentlich mitgeprägt hatte, zum Chefredakteur. Zu Beginn des Jahres 2005 erwarb Christian H. Rosenberg Drinks für seine Medienbotschaft Verlag und Events GmbH, die auch das Magazin Der Whisky- Botschafter herausgibt; er zeichnet seither als Herausgeber und Chefredakteur für das Magazin verantwortlich, das seit Anfang 2006 nicht mehr nur noch offizielles Organ der Deutschen, sondern zusätzlich auch der Österreichischen Barkeeper-Union ist.“


Vor kurzem nun erreicht mich über Umwege eine Email, in der es u.a. heißt:

Betreff: Titelbild Drinks
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte nicht als Spießbürgerlich oder Erzkonservativer eingeschätzt
werden, wenn ich an dieser Stelle mal Kritik an dem aktuellen Titelbild der
Drinks äußere. Als Berufsfachzeitschrift für Barkeeper, gibt dieses Bild einen völlig
falschen Eindruck der deutschen Barkultur wieder. Der hinter der Bar
abgelichteten "Barmann" ist genau der Typ, den wir schon lange nicht mehr
hinter einem Bartresen brauchen.
* Offen zur Schau gestellte Tätowierung
* Völlig deplazierte Bekleidung (nach HACCP müssen Mitarbeiter zu
mindestens Oberbekleidung mit halben Arm tragen)
* Geschmeide an Hals, Arm und Finger

Mein erster Eindruck diese Bildes: "Der Blick in die Hinterhofkneipe neben
der Reeperbahn, wo der Heiermann-Lude auf seine Bräute aufpasst."
Gibt es nicht schönere Motive (wie Sie ja auch schon bewiesen haben) oder
Locations um den ersten Eindruck einer Barfachzeitschrift darzustellen ?
...
Der Ansatz, Kritik am Titelbild der Drinks, ist in meinen Augen mehr als gerechtfertigt. Seit langer Zeit schon sind die Titelbilder des Magazins in den mir bekannten Kreisen Anlass zur Kritik.

Allerdings hätte meine Kritik nicht auf den hier dargestellten Bartender gezielt, sondern auf die „Gesamtsituation“ der Titelbilder.

Viel interessanter nun, fand ich dann im Vergleich zu dieser „Kritik“ am Cover einen Artikel aus dem Drinks-Magazin. Auf Seite 106 „Cachaca, der Fotograf als Fälscher“ - Untertitel „Womit hat das Aguardente de Cana solches verdient? Es darf selten woanders auftreten als in der „Caipirinha“. Diesen Trend Drink lichten Fotografen stets falsch ab. Und so mancher Mixer bereitet Ihn auch falsch zu.“

Dieser Artikel ist nach meiner Meinung eine nicht gerechtfertigte Kritik an Fotografen/Food Stylisten und an Bartendern, die hier gerne abfällig "Pseudo Profi", "Jüngling" oder "Dilletant" betitelt werden. Meine persönliche Zusammenfassung des 3 seitigen Artikels (übrigens sitzt zur Einleitung wieder eine „Südländische Schöne“ im kurzen Roten an der Bar und trinkt einen Drinks der wie eine Caipirinha aussieht und mit einem Minzzweig dekoriert (?) wurde):
Das Drinks Magazin macht sich darüber lustig, das Fotografen, der Optik halber, eine Caiprinha im Glas gerne mit ganzen (nicht gemuddelten) Limetten Vierteln und ganzen Eiswürfeln statt Crusehd ice anbieten und das diese „falschen“ Abbildungen dazu führen, das Bartender (sie wissen schon: Pseudo Profis, Jünglinge oder Dilletanten) diesen Drink auf Grund der „falschen“ Bild-Vorlagen dann falsch zubereiten.
(Erschreckend, das hier tatsächlich angenommen wird, Bartender würde auch nur eine einzige Werbefotographie zu „Ausbildungszwecken“ nutzen - diese „Annahme“ lässt tief blicken“
Ich war über diesen Artikel sehr verwundert, nimmt man sich doch hier zweier Themen an, von denen man Augenscheinlich und meiner persönlichen Meinung nach wenig Versteht: Foto/Design und Bartending im allgemeinen.

Foto/Design:
Nun, ich verstehe sicherlich wenig vom Handwerk eines Photografen, doch mir gefallen sorgfältig gestaltete Produkte - die DRINKS gehört sicherlich nicht dazu.
Die Cover sind wie oben schon beschrieben regelmässig ein Anstoß für Kritik, mag der eine oder andere gar sittliche Gründe anführen (ich erinnere an dies legendäre Cover der jungen Dame auf rosa Luftmatraze mit Melonen Bikini - erste DBU Mitglieder drohten mit Austritt!), finde ich DRINSK COVER kurz und gut „katastrophal“ in der Gestaltung.

Aus unerklärlichen Gründen sind z.B. auf diesem Cover Bild fast nur Produkte des Hauses BORCO zu sehen (bei älteren Ausgaben waren es dann oft die Marken anderer Häuser) und man könnte den Eindruck gewinnen, das dieses, Inhalt hin oder her, zumindest nicht verblitzte Foto Motive, mit freundlicher Unterstützung dieses Hanseatischen Importeurs zu Stande gekommen ist.

Nun denn, der Teil der im Magazin erscheinenden Bilder, die nicht von Firmen als Werbefoto freigeben wurden, erscheint mir als Laien in der Regel aus der Hand des Redakteur mit kleinen Mittel geschossen. Kurz: Man hat die Einfachheit digitaler Fotografie entdeckt und „selbst ist der Mann/Frau“ wird hier drauf los gehalten. Wer nun allerdings Fotografen und Food Stylisten kritisiert, kann sich diese Kritik in meinen Augen nur erlauben, wenn er das Handwerk selbst beherrscht. Das Werbefotografien in meinen Augen die einzig „handwerklich“ gut gemachten Bilder im DRINKS Magazin sind, scheint mir die Kritik an solchen Aufnahmen doppelt unglücklich.

Schön ist auch, das hier Kritik an Fotografen und den (Anzeigen)Kunden die diese „Werbebilder“ in Auftrag geben, geübt wird, einige Seiten vorher die Erkenntnis um diese „fachlich falschen“ Bilder anscheinend allerdings noch nicht gegeben war.
Seite 55 gibt es schönes Rastal Foto mit einer völlig falschen Darstellung einer Caipirinha, Seite 56 ein ebenso fragwürdiger Mojito und schließlich wird auf Seite 98 der „Cocktail des Monats - The Libertine“ vorgestellt und das Bild zeigt ebenso nicht gemuddelte Limetten Viertel, obwohl das Rezept diese vorgibt.

Also - wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Blitz fotografieren!

Bartending

Der Ton macht die Musik! Besagter Artikel wirkte auf mich „von oben herab“, altväterlich und ach so erfahren. Traurig nur, das dem Drinks Magazin in erster Linie nicht bekannt ist, das eine gute Caipirinha, eine „Original“, wie im Mutterland hergestellte, Caiprinha, oft auf Eiswürfeln und mit sehr wenig Limetten, die über dem Drink ausgepresst werden, hergestellt werden.
Sicherlich, es gibt die Variante mit einer geviertelten Limette, weißem Farinzucker, gemuddelt, mit crushed ice aufgefüllt und mit (einfachem) Cacacha aufgegossen. Guter Cachaca, wie er erst seit kurzem auf dem dt. Markt erhält ist, wird auch im Mutterland durchaus eher als Ti Punch Variante hergestellt. Auf Eiswürfeln, mit wenigen über dem Drink zerdrückten Limetten Achteln.
„Der Dämlack am Tresen der ganz genau weiß, wie eine Caipirinha fachmännisch zubereitet werden muß...weil er einmal einen 14 tägigen Brasilienurlaub völlig im Caipi Suff zugebracht hat“ heißt es im Artikel so schön. Der Drinks Redaktion sei ein Brasilien Trip an Herz gelegt (wird sich schon ein Sponsor finden) um dem aktuellen Entwicklungen der Barbranche auch nur annähernd hinterher zu kommen. Übrigens nennen wir den hier im sprachlich unterirdischen Artikel genannten „DÄMLACK“ als Bartender in der Regel „Gast“ und ein Magazin für „Barkeeper und Gäste“ sollte Gäste weder „Dämelacke (ist das die Mehrzahl?)“ „Besserwisser“ oder „Otto-Normaltrinker“, noch Bartender „Pseudo Profi“, „Jüngling“ oder „Dilettant“ nennen.

Auch der gewollt lockere Still dieses und anderer Artikel ist nicht nach meinem Geschmack „Dat Zeuch is ja Trüb wie Pferdepisse“ und andere Stilblüten zeigen den verkrampften Versuch eine Zielgruppe zu erreichen, sprich Bartender, die man nicht kennt. Man ist Lichtjahre davon entfernt, Bartender richtig anzusprechen, und aus Unsicherheit muss der geneigte Abonnent nun hilflose, gewollt lockere, Ausdruckskatastrophen bezahlen.

Vielleicht sollte das Drinks Magazin anfangen, aktiv arbeitenden Bartender als Autoren zu finden - ich lehne übrigens dankend ab, aber Sie werden schon gute Bartender und somit Autoren finden. Dann ist die vermeintliche Zielgruppe der Bartender auch nicht mehr ganz so unbekannt. Ich warte auf den Tag, wo mir eine echte Neuheit im Drinks Magazin präsentiert wird. Vielleicht einmal uneigennützig, sozusagen der Sache wegen, ganz ohne Sponsor und gekoppelter Anzeige...

Und wer DRINKS-MAGAZIN sagt, kommt nicht umhin die DBU zu nennen. Ehrlich gestanden verstehe ich die DBU nicht, warum hier nicht endgültig die Zusammenarbeit untersagt wird. Meiner Meinung nach, sollte sich die DBU umgehend von der Drinks lösen und jede Kooperation absagen.

Web 2.0 bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten gleich Gesinnte über alle Grenzen hinweg zu vernetzten und diese kommunizieren zu lassen. Sich zu organisieren und die mehrheitlichen Interessen eines Berufstandes nach außen hin zu vertreten sollte die gemeinnützige Aufgabe des eingetragenen Vereines „Deutsche Barkeeper Union“ sein. Die DBU sollte nie ein Profit orientiertes Unternehmen sein und aus diesem Grund sollte nicht zu viel Augenmerk auf eine Kooperation mit der Drinks oder mit irgendwelchen Sponsoren gegeben werden. Netzwerke aufzubauen und Mitglieder mit Informationen zu versorgen kann deutlich zeitnaher und professioneller auf die Beine gestellt werden, als es ein schlechtes anzeigenlastiges Magazin tut - und teuer ist es schon gar nicht!

Gelegentlich habe ich den Eindruck, das die DBU Ihr eigentliches Ziel aus den Augen verloren hat - sich für die Interessen von Bartendern und nicht die eventueller Sponsoren einzusetzen.

Wenn die DBU nicht langsam zu Ihren Wurzeln zurückfindet, droht Ihr ein ähnliches Schicksal, wie es derzeit in meinem Augen dem DRINKS MAGAZIN schon beschert ist:

Immer weniger Bartender schenken ihr/ihm Aufmerksamkeit.

Kommentare:

Philipp hat gesagt…

Ein sehr schöner Artikel - Gefällt mir ausgesprochen gut.

Auch schön hier genau das wieder zu finden, was ich als einen Grund für die nur kleine Zahl wirklich guter Bars ansehe.

Den Argumenten im Text ist somit nichts hinzu zufügen.

Anonym hat gesagt…

Durch einen netten Kollegen und Freund, der in regelmässigen Abständen dieses Schriftwerk umsonst in mehrfacher Ausführung bekommt, war es mir vergönnt am Wochenende durch 'es' zu blättern.
Die generelle Aufmachung des Blattes ist hinlänglich bekannt und sprach noch nie von Qualität, jedoch habe ich mich bisher nie in einem solch hohen Masse über einen Artikel (darf man dies überhaupt so nennen?) echauffieren können, wie über besagten Cachaca/Caipirinha-Schrieb.
Haben die Autoren der Drinks noch nie etwas von Stilmittel und Recherche gehört?
Muss ich mich, der mit einer Brasilianerin verlobt ist und mehr als die vom Autor angesprochenen '2 Wochen Sauftour' in Brasilien verbracht hat wirklich von einer solchen Null beleidigen lassen, die es noch nicht mal geschafft hat, nach Brasilien zu fliegen?
Hätte er recherchiert, wüsste der Herr, dass in den meisten Landstrichen Brasiliens die Caipirinha mit Eiswürfeln geshakt wird, und nie mit crushed ice in Berührung kommen würde.
Er wüsste dann auch, dass fast überall dort die Enden abgeschnitten und der weisse Strunk der Limette herausgelöst wird, da ihm gewisse unangenehme Bitterstoffe zugesprochen werden.
Er wüsste dann auch, dass die Brasilianer die Limette in dünne Scheiben schneiden, um der Limette viel mehr Saft entlocken zu können als es mit 'acht Limettenachteln' möglich ist.
Hätte er recherchiert, wüsste er unter Umständen auch, dass der Zucker, den die Brasilianer verwenden, amorpher und nicht kristalliner Struktur ist (und sich somit bei der Berührung mit Wasser sofort auflöst) und nicht kommerziell exportiert wird.
Wer ist nun also der Dilettant?
Ich bin mir sicher, der Herr ist auch der Meinung, dass Pitu ein Qualitäts-Cachaca ist...
DIeser Artikel ist eine Beleidigung unseres Berufsstandes und unserer Gäste, generelle Volksverdummung und hanebüchener Mist in einem und ich hoffe, dass die DBU hier auch einmal dazu Stellung nimmt.

Bastian

Anonym hat gesagt…

Ich find den Artikel einfach nur genial, weil er einfach saupeinlich ist. Ich dachte immer Drinks wäre ein Magazin für Barkeeper und nicht um sie durch den Kakao bzw. Caipi zu ziehen! Mir ist es erstens scheiß egal ob Caipirinha weiblich oder mänlich ist die meisten Gäste sagen eh ne Caipi oder eine von diesen Caipiranhas :) Manche Gäste sagen mir auch, dass mein Caipirinha zu sprittig sei, daher frag ich auch vorher am Gast ob er etwas süßer oder lieber sprittiger sein soll. Viele sind einfach auch an die Variante mit Lime juice gewöhnt und wollen diese auch trinken! Man kann nicht immer von sich selbst auf andere schließen! Meine Schwester war selbst in Brasilien und meinte auch, dass in Brasilien KEINER Cachaca im Caipirinha trinkt. Dort ist eher Wodka Trend! Der Zucker ist so ähnlich wie Puderzucker und viele shaken den Caipirinha....ist das schlimm? Mach ich dadurch einen Caipi kaputt? Ist es besser ich leg meine Hand an den Glasrand und rüh schön damit der Caipi nach Hand schmeckt? In Brasilien wird meist nur der Saft und wenig Schale wie möglich im Caipi reingemacht, weil man den Schmutz der Schale, den man schlecht abbekommt nicht im Drink haben möchte. Der Ausdruck Jüngling ist eine bodenlose Frechheit! Weil ein Barkeeper jung ist bedeutet das, dass er keine Ahnung hat? Und man lässt diesen und lauten Gelächter im Regen stehen? Die Gäste die am Tresen sitzen und dem Authoren an diesem Abend lauschten und evt begeisterte Caipi Trinker in dieser Bar sind werden sich auch Ihren Teil denken und innerlich den Authoren ins Nirvana wünschen. Es gibt nicht nur ein Rezept für einen Drink es gibt nur das was der Gast möchte damit er am zufriedensten ist! Wenn dies von der Norm abweicht heißt es nicht, dass es schelcht ist°! Ich hatte auch schon viele Ameriker als Gäste die wollten eine Cuba Libre mit Zitrone statt Limette und fill up mit Cola Light.
Kraftausdrücke haben in einem seriösen Artikel in einer "Fach" Zeitschrift nichts zu suchen!!! Ich will außerdem diese Diskussion über den Caipirinha mit dem Gast nicht missen! Es wird sie immer geben weil viele meinen sie kennen den besten Caipi. Es gehört einfach dazu.
Die DBU wurde nach der Diskussion im Mixology Forum mehrmals Kontaktiert und es wurde auch in Hamburg und Frankfurt darüber gesprochen eine Homepage auf die Beine zu stellen. Im Juni sendete ich einen Link für Facebook an den Vorsitzenden damit er diesen an alle Mitglieder verschickt, damit man wenigstens eine andere, kostenfrei Platform zu Gedanken austausch nutzen kann....auch hier kam nichts. Der Kostenvoranschlag für eine super modere Homepage für die DBU liegt vor, auch hier kam nichts...
Ich denke der "alten Dame" ist da nicht mehr zu helfen....

Liebe Grüße

Arnd

bar support int. hat gesagt…

Chapeaux oh Jörg. Nicht nur für das bekannt kräftige Brüllen des für den stetig gedeihenden Löwen als Sprachrohr Geltenden. Vielmehr für die Geduld und die Muße sich dann das Blatt einmal auch tatsächlich durchzulesen. Nichts gegen die Jungs vom ADAC, aber die Drinks ist ähnlich derer Postille. Achtlos dahingeschriebenes Nichtssagendes, fast als Werbemüll für die Nachbar im Hausflur Hinterlassenes, doch oh jeh, steht doch auf der hochwertigen, den Postboten auf den Playboy vermuten lassenden Plastikhülle der eigene Name.

Nun doch auf dem Weg in die Wohnung einmal durchgeblättert, die Fotos lassen schnell den redaktionellen Inhalt (der Sektionen) vom Werberest trennen. Dann das Neueste aus den Sektionen gelesen und ab in die Tonne. Mist Jörg, nachdem Du tatsächlich mal den Text gelesen hast (was offentlich noch nie jemand getan hat, sonst würde sich hier ja eine Petition gegen abgrundtief schlechten Journalismus finden), werde ich wohl oder übel das nächste Mal gezwungenermaßen mich in die tiefere Lektüre begeben müssen.

Das ist so wie die Haßliebe zum ADAC Magazin. Das blättere ich auch jedes Mal durch um die neue Finark Werbung zu sehen oder die neuesten Vitalift EletroTreppensteighilfenlife für Senioren mir anzuschauen, eine Werbung die mich per Bildwelt bereits aus den Kindestagen begleitet.

Nun denn, in dem Verhältnis kommt die website der Drinks ziemlich schmissig daher. http://www.drinks-journal.com/
Hoffen wir mal, daß dann diejenigen , die mit einem pikierten "nee" den letzten Titel gleich unsachgemäß in den Hausmüll entsorgt haben dann, wenn der content kommt, nachlesen können, warum der Schreiber über die Caipi beim nächsten Rio Urlaub Einreiseverbot bekommt.

Joerg Meyer hat gesagt…

Ole,

muss gestehen das Dein Vergleich zum ADAC Magazin (als echter Verein MEYER bin ich nicht nur DBU sondern auch ADAC Mitglied) GROßARTIG ist.

Was nun ist das Gegenstück zur Vitalift EletroTreppensteighilfenlife Anzeige... :-> ???

Habe gar nicht drüber nachgedacht, das mich ein Posten über Drinks Magazin tatsächlich als Leser outet... also ... *räusper* war wirklich nur der eine Atikel - zufällig - "ehrlich"

kugelblitz hat gesagt…

schön, dass sich hr. meyer dieses artikels angenommen hat, es war ja auch geradezu eine steilvorlage für jeden vertreter der schreibenden und mixenden zunft.
ohne mich auch noch der angeblich falschen machart eineR caipirinha auszulassen oder mich über den polemischen und beleidigenden ton zu entsetzen, ist mir in dieser schmähschrift" ein weiterer grund zur kritik aufgefallen; dem in ungnade gefallenen kollegen wird seine shaketechnik als falsch vorgeworfen: "man schüttelz ihn (den shaker) in brusthöhe und bewegt ihn dabei waagerecht!"
hier fühle ich mich persönlich betroffen, da mir von berufener stelle meine art zu shaken vergällt wird. ich hätte wohl nicht so oft nach london fahren sollen aber auch von einer studienreise nach brasilien wird mir abgeraten, da sauftourismus.

zu den legendären titeln der drinks fällt mir einen kleine bezeichnende anekdote ein.
ich sass mit myles davies in der LAB bar in soho und packte die einkäufe des tages in meinen rucksack, wobei ich meine lektüre des hinflugs hervorbrachte und sich myles auf sie stürzte mit den worten: "wow - is thas a vintage bar magazine from the sixties?" irgendwie hatte er gar nicht so unrecht ...

Goncalo hat gesagt…

... Demnächst, der "Caipirinha-Führer für Deutschland".

Bereits geprüft und mit dem Siegel für Genüsse ausgezeichnet: (in alphabetischer Reihenfolge)

Europäisches Cocktail Museum zu Berlin, Beuser.

Le Lion zu Hamburg, gute, große, schöne und sensible Löwen.

Rubinrot zu Köln, Kugelblitz.

... Nicht am Kiosk erhältlich. Saúdji.

Mike hat gesagt…

ein wirklich wunerbarer Artikel...
auch wenn er sie als Leser outet Herr Meyer, aber das ist doch klar als Kenner der Szene muss man stets alle im Blick behalten, selbst wenn es einem wehtut. CHAPEAU!!!

Joerg Meyer hat gesagt…

Gutes Argument Herr Meinke und vielen Dank für die Blumen .... übrigens habe ich gerade einen "incoming" Link auf dem Bitters Blog gefunden:

http://yellow-chickenclub.bloggospace.de/

DBU goes Web 2.0 ?

Anonym hat gesagt…

Ich muß Ihnen sagen,da haben sie aber etwas seit investiert.Ich fand was Sie hier alles geschrieben haben,war eine reine PROVOKATION!und nicht anders.
Geduld ist die kuntst des erfolges und die Bescheidenheit,was wir in den letzten Jahren gelernt haben mit erfolg.
Jeder hat nun mal die Chance um etwas zu verändern und nicht soooooo gewaltig zu vrändern wie Sie sich vielleicht wünschen.
Aber es ist eine Gute Werbung für sie um eine kl. Aufmerksammtkeit zu gewinnen.Die Barkeeper Welt sind nicht so Blöd wie Sie vielleicht schon oft gedacht haben,da muß ich sagen Sie Irren Sie sich wieder.

bar support int. hat gesagt…

Lieber Anonym,
vielen Dank in dieser modernen Zeit mit diesen schnellebigen Themen mal zur Geduld aufgefordert zu werden. Auch wenn der Löwe selbst zum Kommentar Stellung nehmen kann, frage ich mich dennoch ob Sie vielleicht den Post nicht richtig verstanden haben.

Die Provokation ging doch klar vom Magazin aus - und zwar gegen alle Bartender, nun denn DBU oder nicht.

Bei der von mir besuchten DBU Sitzung war selbst den sonst so belesenen Senioren der Artikel in der Drinks nicht bekannt. Bekannt verhaltene Empörung lies auch dort von einem Konsens der Unzufriedenheit um unsachgemäße Berichterstattung und unproper Titelblatting schließen.

Nachdem der letzte Chefredakteur einen redaktionellen Beitrag meinerseits in sein "Redaktionsdeutsch" umschrieb um dann gleich noch mit meinem Namen zu unterschreiben war mir die Zeitung eh suspekt.

Der Bericht um die Caipirinha hat dem dennoch der Berichtserstattung unterhalb der Jerry Cotton Linie die Krone aufgesetzt.

Demnach hoffe ich einmal zu hören, was Sie an dem Kommentar stört.

Ansonsten müßte davon ausgegangen werden, der Kommentar wäre im Brasilientour Saufrausch geschrieben (was Sie ja jetzt nicht provozieren kann, oder?).

Es gehört in der Netiquette übrigens zum guten Stil provozierende Kommentare mit einem Namen oder Spitznamen zu versehen. Sonst rutscht man schnell in die Kategorie Troll.

beschwingt.
ole

Triobar hat gesagt…

@Ole
verzeih bitte,
aber der Name der meisten Blogtrolle ist nunmal Anonym, dafuer koennen sie nichts, da musst du dich bei Ihren Eltern beschweren.
@Blogtroll Anonym
wahrscheinlich haben sie den Artikel und die Kritik daran miteinander verwechselt.
Das kann vorkommen in diesen hektischen Zeiten!!!
Ansonsten ist nach meiner Meinung ein jeder der diesen Artikel in der DRINKS fuer richtig haelt,
ein weiterer Beweis das die Barkultur in Deutschland noch immer grosse Widersacher hat.
-Meine hoefliche Meinung darueber-
Herrn Meyer gilt mein Respekt fuer diese klaren Worte!
Mike